melken ohne vorherige Geburt

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    • melken ohne vorherige Geburt

      Hallo,
      als langjähriger Ziegentreffler (früher "Therapiehof") hab ich heute mal eine Frage an Euch:

      Seit Mai melke ich meine Ziegenherde erfolgreich, jedoch ohne dass sie zuvor gelammt haben. Seit 2 jahren hatte ich einen impotenten Bock mitlaufen, der wegen Arthrose in den Hinterbeinen nicht mehr decken konnte, im Frühjahr ist "Stinkeding" mit 11 Jahren friedlich eingeschlafen.

      Da ich gerne aber wieder Ziegekäse wollte und der auf dem Wochenmarkt auch gut lief andererseits ich aber als Vegetarier und zwischenzeitlich als Gnadenhofbetreiber das Schlachten ablehne habe ich eben begonnen nach dem 1. Weideaustrieb auf junges Klee die Euter zu melken, die ersten Tage kam nur Sekret, nach zwei Wochen schon halbwegs Milch, nach 4 Wochen sind 12 von 13 ehemaligen Milchziegen wieder in der vollen Milchleistung.

      Nun fragen mich Leute natürlich wie das geht, nur was soll ich denen sagen?

      Hat jemand eine halbwegs verständliche biologische Erklärung?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Stiftung Lebenshof ()

    • Stiftung Lebenshof schrieb:

      Hat jemand eine halbwegs verständliche biologische Erklärung?

      Stiftung Lebenshof schrieb:

      Nun fragen mich Leute natürlich wie das geht, nur was soll ich denen sagen?
      Hallo Andreas,


      Immer wieder erinnere ich mich an Marcella F., die mir vor Jahren in einer dicken weißen Leinenbluse unter einem Birnenbaum gegenüberstand - in der Bluse auf Höhe der Brüste zwei naße Flecke von ca. 8 cm Durchmesser. Ich habe erst vor einigen Tagen
      eine mögliche Erklärung gefunden, als mir eine Mitforianerin in Erinnerung rief, daß sie mir in einer Fachsimpelei das Hormon
      Oxytocin genannt habe, was ich schon wieder vergessen hatte.

      Oxytocin wird auch als Glückshormon bezeichnet, es wird aktiviert, gesteuert von bestimmten Hirnarealen, wenn gewisse Stellen des Körpers stimuliert werden. In milchgebenden Drüsen (aber nicht nur da) gibt es sogenannte Oxytocin-Rezeptoren, wie Du in folgendem englischsprachigenen Text nachlesen kannst:

      en.wikipedia.org/wiki/Oxytocin_receptor

      Durch den Text kann man sich durchbeißen, weil viele international erkennbare, aber leichtverständliche Fachwörter ins Auge fallen.

      Du verhilfst also, um auf Deine Ziegen zu sprechen zu kommen, ihnen durch behutsame Art zu einem Wohlgefühl, dem sie mit Milchfluß begegnen (auf das sie mit Milchfluß reagieren).

      Wahrscheinlich ist das Stoßen der Lämmer gegen das Euter ebenso zu erklären, also nicht ungeduldiger Durst (Wunsch nach Sättigung), sondern genetisch programmierte Stimulanz der für den Milchfluß (vielleicht nicht allein) verantwortlichen
      Oxytocin-Freisetzung, Input ans Hirn.

      Das ist also einfach.

      Hinsichtlich Marcella F., die nun nicht der Mutti-Typ, sondern eher der "Glut-unter-der-Asche"-Typ war (und die ich nie berührt habe*), bin ich mir weiterhin unschlüssig, vielleicht reichte meine Stimme. ;)

      *Jedenfalls erinnere ich mich nicht daran.

      Ich bin auf jeden Fall unserer Mitforianerin sehr, sehr dankbar und keinesfalls beleidigt, wenn wieder eine Erinnerungslücke gefüllt werden kann. Sie ist ein Abgrund an Wissen, kaum glaubbar.

      Viele liebe Grüße
      Piroschka
      _______________
      Um die Gegenwart zu verstehen und zu verbessern, müssen wir aus der nahen und weiteren Vergangenheit lernen, bei einer kranken Ziege die bisherigen und jetzigen Haltungsbedingungen analysieren - profund und schonungslos wie Dr. House. Das Wohl des Tiers steht über der Selbstgerechtigkeit ahnungsloser Halter.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Piroschka ()

    • So ist es, durch das Saugen (oder melken) wird Oxytocin ausgeschüttet, dass den Milchspendereflex auslöst.
      Dies erklärt, dass es Frauen gibt, die ihre Adoptivkinder stillen können, wenn sie sie immer wieder ansetzen.
      Ich könnte mir aber vorstellen, dass dies nur bei Müttern funktioniert, die schon mal geboren haben.
      Man kann auch beim Menschen gut beobachten, dass die Milch nicht von heute auf morgen ganz wegbleibt nach dem Abstillen.
      Auch noch Monaten kommt da immer noch Milch oder Flüssigkeit, wenn man ausstreicht.
      Und mit entsprechender Stimulation lässt sich diese Minimenge auch wieder steigern.
    • Danke für die bisherigen Infos. Rein hormontechnisch ist mir das mit Oxytoxin schon bekannt, es ist ja auch so dass ich es meinen 2 Teenies (die noch nicht gelammt haben), die sind nun auch schon 3 Jahre alt gar nicht erst probiert habe, sie haben ja noch kein grosses Euter.
      Ausgerechnet die grösste Ziege mit Namen "Schmusi" macht bei der Sache nicht mit und auch eine meiner alten Damen mit 13 verschone ich.

      So wie ich es verstehe, spricht da also nichts dagegen, auch wenn es zunächst etwas unnatürlich klingt. Den Ziegen bleibt der Schmerz der Geburt erspart und später das getrenntwerden von den Kindern und mir das Schlachten.
      Eigentlich eine feine Sache und so kann ich nun den ersten wirklich tierleidfreien Käse anbieten für den kein Tier sterben muss #jubel#
    • Zum Teil wird es auch in der Milchziegenhaltung schon so gehandhabt. Es ist nur so, dass die Ziegen natürlich weniger Milch geben und man nach ca 3-4 Jahren die Ziegen erneut belegen lässt, damit die Milchproduktion wieder höher ist. Es dauert auch länger, bis die Ziegen die "volle" (ist ja weniger als vorher mit dem ablammen) Milchleistung haben, wenn man sie so anmelkt.

      Wir melken gute Milchziegen, welche verlammt haben oder nicht trächtig wurden, auch immer so an und diese geben dann übers Jahr gut Milch.

      Es spricht nichts gegen diese Art zu melken. Solange Du mit der Menge zufrieden bist und es Deinen Tieren gut geht. Du kannst sogar versuchen, sie über den Winter weiterzumelken, dann hast Du auch in der kalten Jahreszeit Käse.

      Viel Erfolg weiterhin!

      Jassi
    • Jassi schrieb:

      Zum Teil wird es auch in der Milchziegenhaltung schon so gehandhabt.

      Das sehe ich anders, ich kenne keinen Betrieb, der alle Tiere melkt ohne vorher ablammen zu lassen.
      Inzwischen verbreitet ist das Durchmelken von 1-3 Jahren.

      Also meine Erfahrungen sind sicher nicht allgemeingültig, aber ich hatte gefühlt die volle Milchleistung (wie früher nach lammen) nach 4 Wochen.

      Früher hatte ich die Zicklein 3-4 Monate bei den Müttern saufen gelassen, da hatte ich definitiv weniger Milch.

      Man muss sich ja immer wieder bewusst machen, dass bei kommerziellen Milchbetrieben die Zicklein schon nach einer Woche den Müttern weggeommen werden und meist ins Ausland entsorgt werden. Und vom Ausland hört man, dass dort bisweilen Zicklein nach der Geburt totgeschagen werden. Ob dann der leckere frz. Ziegenkäse noch wirklich so gut schmeckt?

      Ich hatte früher auch schon versucht den Winter durchzumelken, aber das scheint aus 2 Gründen hier nicht zu funktionieren:
      Ich habe mit Schwarzwaldziegen eine alte Rasse, bei der die Saisonalität noch sehr ausgeprägt ist und
      es wird hier im Winter sehr kalt u.a. auch mit viel Schnee und so sparen sich die Ziegen das aufwendige energieintensive Milchgeben.
      Allerdings habe ich jetzt auch kein Lichtprogramm gefahren, von solchen Tricks halte ich wenig. Ziegenfrischkäse ist m.E. ein saisonales Produkt und gehört zum Sommer
    • die_Alex schrieb:

      Stiftung Lebenshof schrieb:


      Eigentlich eine feine Sache und so kann ich nun den ersten wirklich tierleidfreien Käse anbieten für den kein Tier sterben muss #jubel#


      Schöner wäre so ein Käse, der macht dann auch noch weniger Schaden am Menschen.
      Das wage ich mal zu bezweifeln: welcher arme Pakistani klopft das Himalaya Steinsalz aus dem Berg, wer erntet irgendwo in Afrika/Südamerika die Cashewkerne? Welche Umweltfolgen hat der Transport hierher usw.
      Mein tierleidfreier Ziegenkäse macht gar keinen Schaden am Menschen und schon gar nicht an den Tieren, im Gegenteil.

      Ausserdem ist ein Kilopreis von 100 Euro wohl eher unter der Kategorie "Wucher" einzuordnen, oder?
    • Findest du Käse wirklich gesund? Viele Experten stufen Käse und alle Milchprodukte als ziemlich ungesund an.

      Du kannst den Käse ja besser machen, nimm Lupinen, Mandeln und Salz aus Deutschland und verschenke ihn an Veganer :)

      100-vegetal.com/2015/06/feta-vegan.html#.VbxPhrW8pyw
      Sie hat ein Käsebuch geschrieben, das es auch übersetzt gibt.
      **********

      Fleisch, das; -es, -; 1.Leichenteil(e) eines getöteten Tieres, das leben wollte


      Warum vegan? - - -Carne vale
    • also - wenn ich Käse möchte, dann esse ich Käse aus (tierleidfreier) Milch und wenn ich Nüsse möchte, dann esse ich (menschenleidfreie) Nüsse.

      Es gibt Experten jeder Art, jeder sagt was anderes und jeder sucht sich raus, was er gerne hätte.

      Ich glaube, das ist eine Riesenabzocke mit diesen Ersatzstoffen für die Veganer und ich darf es auch schreiben, weil das hier der Milch/Käse-Fred ist.

      LG Susanne
    • die_Alex schrieb:

      Susanne, wenn du für dich Milch und deren Produkte als gesund einstufst, dann ist mir das ehrlich gesagt völlig egal. Genauso egal ist mir, wenn ein Vegetarier, den ich nicht kenne später Osteoporose, Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall bekommt.

      also erstens mal schützt Rohmlich von artgemäß gefütterten Wiederkäuern vor Herzinfarkt und Schlaganfall Stickwort Omega 3 / CLA google mal "Alpenphänomen"
      Ziegenmilch gilt unter Krebspatienten als Geheimtipp, wobei ich da nicht so sciher bin, aber Krebs macht Ziegenkäse sicher mal keinen.
      Das mit Milch macht Osteoporose basiert auf einer wissenschaftliche nicht haltbaren esoterischen Meinung, der Körper könne übersäuern...

      Nun gut ich, ich esse ja auch vegan: mein Brozt, meine Dinkelnudeln, meine Tomaten, mein Geüsegarten usw.
      Nur... leider wachsen hier nun mal keine Lupinen und wo in Deutschland Mndeln wachsen sollen, weiss ich auch nicht.

      Ich halte mich an den alten Spruch "das Gute liegt so nahe" in meinem Fall, der Geissenstall hinter der Küchentüre
    • Susanne M. schrieb:

      warum so böse.....?

      Nicht böse, nur ehrlich.

      @Andreas: In Deutschland wachsen vermutlich überall Mandeln, meinen Mandelbaum haben letzten Winter die Wühlmäuse getötet.
      youtube.com/watch?v=pKOpVvINkZQ

      Kennst du deinen Cholesterin-Wert? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Vegetarier oder Allesesser es schafft, diesen unter 150 zu halten, und alles ab 150 kann zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen.
      **********

      Fleisch, das; -es, -; 1.Leichenteil(e) eines getöteten Tieres, das leben wollte


      Warum vegan? - - -Carne vale
    • Soll das jetzt heißen ,nur Veganer leben und ernähren sich richtig und alle anderen sterben sowieso vorher, an Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und leiden vorher noch an Osteoporose und Co?
      *Ironiemodus an* Sehr interessante Lebensanschauung! Na dann haben es die Veganer ja bald geschafft, das es bald nur noch ihres gleichen geben wird, da ja alle anderen , auf kurz oder lang ,aussterben werden!
      Ich frag mich , wie z.b. Jupi Hesters 105 Jahre alt werden konnte, ohne jemals Veganer gewesen zu sein ? *Ironiemodus aus*

      LG Steffi
      Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es spürt wie du den Schmerz!

      Das mir der Hund das Liebste ist, sagst du "oh" Mensch sei Sünde, der Hund blieb mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde!
    • die_Alex schrieb:


      Kennst du deinen Cholesterin-Wert? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Vegetarier oder Allesesser es schafft, diesen unter 150 zu halten, und alles ab 150 kann zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen.
      also hier auf 900m wachsen garantiert keine Mandeln...

      Alex, Du bist ja ne Lustige, erst galubst Du den Esoterikern in Sache Osteoporose und jetzt der Pharmaindustrie bzgl . Cholesterin
      focus.de/gesundheit/videos/gar…n-koennen_id_4707303.html

      Gegenfrage: wie lange lebst Du schon vegan, und wieviele Jahre hast Du zuvor Fleisch und Eier gegessen.

      Zu Deiner Beruhigung, falls Du Dir Sorgen um meine Gesundheit machst: ich lebe seit über 35 Jahren fleisch-, fisch- und eifrei und habe nach meiner Geburt als Patient kein Krankenhaus mehr von innen gesehen. Ich bin sportlich gesehen nicht der Fitteste, aber an einem 18 Studen Arbeitstag als Landwirt bin ich noch nie gescheitert.

      Ausserdem lügst Du Dir wie die meisten Veganer in die eigene Tasche, ich nehme an Du versorgst Dich nicht selbst und kaufst auch nicht auf einem Bioveganen Hof ein, aber doch Bioobst- und Gemüse. Dann solltest Du wissen, dass all Dein Obst und Gemüse mit Mist und Schlachtabfällen von Tieren gedüngt werden, die geschlachtet werden.

      Bei mir ist nicht nur der Ziegenkäse tierleidfrei sondern auch mein angebautes Biogemüse.

      Aber sorry, mir ging es eher hier um die Biologie der Ziege und eine Grundsatzdiskussion zu vegan ist zwar witzig, passt aber nicht so recht in die Rubrik Käse bei Ziegentreff - oder?

      Nicht dass wir uns falsch verstehen, ich mag Veganer und wollte z.B. niemals eine fleischessende Frau küssen oder sonst wie lieben... :love:
    • Stiftung Lebenshof schrieb:

      die_Alex schrieb:



      Gegenfrage: wie lange lebst Du schon vegan, und wieviele Jahre hast Du zuvor Fleisch und Eier gegessen.



      Aber sorry, mir ging es eher hier um die Biologie der Ziege und eine Grundsatzdiskussion zu vegan ist zwar witzig, passt aber nicht so recht in die Rubrik Käse bei Ziegentreff - oder?

      Nicht dass wir uns falsch verstehen, ich mag Veganer und wollte z.B. niemals eine fleischessende Frau küssen oder sonst wie lieben... :love:


      Lieber Andreas
      Jetzt muss ich rechnen...Eier habe ich seit der Grundschule nicht gegessen, mein letztes Fleisch habe ich mit 14 gegessen, heute bin ich 39. Wie lange ich vegan esse kann ich dir nicht sagen, das ging schleichend, könnten um die 10 Jahre sein.

      Ganz genau, das passt hier nicht hin, du darfst gerne in den Veg-Threads hier im Forum unten bei Smalltalk mitschreiben, da kannst du auch nachlesen, wie wir Veganerinnen unsere Gärten düngen und ich kann dir erzählen, von welchen Ärzten ich mein Wissen bezüglich gesunder Ernährung und guter Blutwerte habe ;)
      **********

      Fleisch, das; -es, -; 1.Leichenteil(e) eines getöteten Tieres, das leben wollte


      Warum vegan? - - -Carne vale
    • Das Thema Tolleranz und Akzeptanz.. Liebe Nichtmilchtrinker, es wäre wirklich schön wenn das Thema Veganer/Vegetarier in den dafür vorgesehenen Bereichen bliebe so wie es auch von uns die Milch und Fleisch konsumieren erwartet wird unsere Essensgewohnheiten nicht in die Veganer-Vegetarier-Bereiche zu tragen.
      Hier sollte es in meinen Augen um dich Milch gehen, nicht darum andere belehren zu wollen daß man Käse auch aus Nüssen machen kann ;)
      Oder muss ich anfangen aus dem "Für die Vegetarier und Veganer" zu zitieren? :)
      Jeder Tag ist ein Geschenk.