Wie gefährlich ist ein Litze-Zaun?

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    • Wie gefährlich ist ein Litze-Zaun?

      Hallo zusammen,

      als ich gestern zur Weide kam hatte sich eins meiner beiden Ziegenmädels im E-Zaun stranguliert. Ich habe seit 1,5 Jahren Thüringer-Waldziegen und sie kennen den Zaun von Anfang an, waren auch nie sehr ausbruchfreudig. Bisher gab es keine Probleme mit dem Zaun. Damals hatte ich mich extra für Litze entschieden, weil hier im Forum von den Netzen abgeraten wurden, eben weil dort oft die Tiere drin hängen bleiben. Jetzt wollte ich mal hören, welche Erfahrungen ihr mit Litze als mobilen Zaun gemacht habt und ob euch das auch schon mal passiert ist. Ich hätte eigentlich nicht gedacht, dass das möglich wäre und dachte immer, im Ernstfall gibt die Litze nach und sie gehen einfach durch.

      Zum Aufbau: Ich habe die 5 Litze in den Höhen 20, 40, 60, 84 und 125 cm gespannt. Ich verwende Kunststoffpfähle mit Metalleckpfosten. Kein Bewuchs, ich hatte vorher 1,80 m breit gemulcht und als ich den Zaun heute wieder gerichtet hatte, waren auf allen Litzen 12.000 Volt – also volle Schlagkraft. Die Weide ist auch OK. Zumindest das Beste was ich wegen der Trockenheit zu bieten habe – Wiese, mit Buchenhecken. Eigentlich optimale Bedingungen.

      Vermutlich ist sie mit dem Kopf durch, hat dann eine gewischt bekommen, ist zurückgeschreckt und mit den Hörnern an einer Litze hängengeblieben, die sich in Panik dann um ihren Hals gewickelt hat.

      Ich will natürlich vermeiden, dass sowas nochmal passiert. Kann man den Zaunaufbau sicherer machen? Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit Litze gemacht? Oder ist das einfach das Restrisiko mit dem man leben muss?

      Viele Grüße,
      Ziegbert
    • Hallo Ziegbert also das Thema Zaun ist ja immer wieder aktuell im forum und egal welche Meinung manche über zaunsysteme haben passieren kann überall was. Wobei ich bisher davon ausging das ein litzenzaun weniger Probleme macht. Ich persönlich arbeite mit Netzen da es für mich die beste Methode ist und hatte damit noch nie Probleme da hat man ja aber auch schon anderes gehört. Ich denke ein restrisiko bleibt immer bestehen man muss den Ziegen einfach eine möglichst interessante weide mit ausreichend Platz anbieten wo sie auch mal ausweichen können wenn sie aufgeschreckt werden.
    • Tut mir leid, dass du diese Erfahrung machen musstest. Dennoch denke ich, dass Litze zu den ungefährlicheren Zäunen gehört. Was für Litze nutzt du denn? Normal is die ja etwas flexibel. Und die Tiere ziehen ja normal zurück oder gehen durch und fangen nicht an mit dem Kopf umher zu wackeln und so die Litze auf zu wickeln.
      Viele Grüße
      Haarriss
    • Hallo,
      ich halte es für wichtig, daß die Litzen gut gespannt sind damit diese unter zusätzlichem Zug kein, bzw. nur schwer Material hergeben um einzuwickeln. Auch setze ich die Pfosten in eher kurzen Abständen.
      Aber ein gewisses Restrisiko wird's wohl immer geben...
      Gruß Barbarix
      ...Ziegen sind nicht aus Schokolade....also kann man sie auch NICHT essen. :thumbsup:

      ...jeder benimmt sich so gut er kann...
    • Hallo Ziegbert,

      das tut mir sehr leid mit Deiner Ziege. Auch wir haben nur Litzen- 5 Stück übereinander im Abstand von ca. 20 cm. Sie sind ziemlich straff gespannt.

      Die Ziegen haben alle schon Kontakt mit dem Litzenzaun aufgenommen doch durch den starken Wumms sind sie erschreckt zurückgewichen. Diese Erfahrung musste wohl sein. Seitdem gab es nie wieder einen Zwischenfall.

      Mit Netzen haben wir schlechte Erfahrungen gemacht- die probierte ich nämlich auch einmal... und die Gefahr des Verhedderns ist dort eher gegeben.

      So meine Erfahrung.

      Der Hinweis von Barbarix mit den Pfosten ist sehr gut!

      Lg elli
    • Ziegbert schrieb:

      Vermutlich ist sie mit dem Kopf durch, hat dann eine gewischt bekommen, ist zurückgeschreckt und mit den Hörnern an einer Litze hängengeblieben, die sich in Panik dann um ihren Hals gewickelt hat.
      Das sieht nach wenig straffer "Litze" aus, wie sich aus "um den Hals gewickelt" zu erschließen ist.
      Wer weiß, wieoft sie schon erfolgreich durchgegangen ist, ohne daß es bemerkt wurde. Ziegen hören den Takt des Gerätes oder auch überspringende Funken an defekten Stellen und lernen, daß es zwischen zwei Geräuschen schmerzlos ist.
      Ich vermute, daß unter Litze hier verstanden wird entweder ganz feine runde oder flache (Flatterband).

      Als einzig empfehlenswert erachte ich diese runde, stabile - straff gespannt -:

      nineka.de/Elektroseil-Bison-20…iroleiter-Weidezaun-Litze
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      Wenn sie nicht wissen, wie Osmose abläuft, wie will man da erwarten, daß sie den French Kiss, den bacio fiorentino, den Zungenkuß beherrschen?
    • Nachteil an den Seilen, die Niroleiter reißen irgendwann, bei uns hält so ein Seil maximal 1-2 Jahre, dann gibt´s Probleme. Daher ziehen wir jedes Jahr zum Frühling neu, ist irgendwie ein Verschleißartikel aber ich muss sagen, darin hat sich noch nie einer verfangen (im Gegensatz zu diesen dünnen Dingern oder den Bändern die garnichts taugen).
      Jeder Tag ist ein Geschenk.
    • Als Litze habe ich die verwendet:
      weidezaun.info/voss-farming-we…0-niro-weiss-gruen-4.html

      Ich muss den Zaun immer auf- und abbauen, das ist mit Seil eher umständlich, oder?

      Die Litze war schon gut gespannt. Das Problem war, dass die Halterung aus dem Eckpfosten nachgegeben hat und so wurde die Litze halt länger (weil sie dann nicht mehr über Eck, sondern diagonal lag) und konnte sich um den Hals wickeln.

      @Haarriss: Du hast in einem anderen Thread geschrieben, dass du ein Weidezaungerät von Ako hast, dass die Schlagstärke reduziert wenn sich ein Tier darin verfängt. Ich habe es auf der Ako-Seite nicht gefunden (nur Geräte die bei Bewuchs die Schlagstärke erhöhen - was den Gegenteiligen Effekt haben dürfte, wenn sich ein Tier verfängt). Kannst Du mir sagen, welches Modell Du hast?
    • Ziegbert schrieb:

      Das Problem war, dass die Halterung aus dem Eckpfosten nachgegeben hat und so wurde die Litze halt länger (weil sie dann nicht mehr über Eck, sondern diagonal lag) und konnte sich um den Hals wickeln.
      Du wirst das bitte nicht als Kritik, sondern als Analyse verstehen. Du hast Dich demnach, wenn ich Deine Beschreibung richtig verstehe, ungewollt als "Fallensteller" betätigt. Der Unfall ist dicht an einem Eckpfosten geschehen? Die Ziege als intelligentes Tier hat die Abweichung vom Normalzustand erkannt und getestet mit verhängnisvollem Ausgang?
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      Wenn sie nicht wissen, wie Osmose abläuft, wie will man da erwarten, daß sie den French Kiss, den bacio fiorentino, den Zungenkuß beherrschen?
    • Piroschka schrieb:

      Ziegbert schrieb:

      Das Problem war, dass die Halterung aus dem Eckpfosten nachgegeben hat und so wurde die Litze halt länger (weil sie dann nicht mehr über Eck, sondern diagonal lag) und konnte sich um den Hals wickeln.
      Du wirst das bitte nicht als Kritik, sondern als Analyse verstehen. Du hast Dich demnach, wenn ich Deine Beschreibung richtig verstehe, ungewollt als "Fallensteller" betätigt. Der Unfall ist dicht an einem Eckpfosten geschehen? Die Ziege als intelligentes Tier hat die Abweichung vom Normalzustand erkannt und getestet mit verhängnisvollem Ausgang?
      Der Unfall ist 3-4 Pfähle vom Eckpfosten entfernt passiert. Als Eckpfosten verwende ich Baustahl-Rundstanken mit diesen Isolatoren:
      weidezaun.info/25x-zweitisolat…unststoffpfahl-19mm.html#

      Aus den Isolatoren kann eigentlich von selbst keine Litze rausfallen. Der Isolator war nach vorne aufgerissen, was nur unter enormer Krafteinwirkung passiert sein kann - also nachdem sich die Ziege verfangen hat.

      Ich kann es mir nur so erklären: Ziege steckt den Kopf zwischen zwei Litzen durch, die Hörner sind schon draussen. Dann bekommt sie einen Stromschlag, sie schreckt zurück und den Kopf nach oben. Dabei bleibt die obere Litze hinter den Hörnern hängen. Durch die weiteren Stromschläge wird sie panisch, der Eckisolator reist aus und die Litze wird dadurch länger. Die Ziege steigt auf die Hinterbeine und dreht sich (wie Ziegen das halt so machen), dabei wickelt sich die Litze um den Hals und zieht sich zu.

      Das ist wohl eine Gefahr bei Litze- und Seilzäunen, mir fällt auch nichts ein, wie man den Aufbau sicherer machen könnte.

      Trotzdem werde ich erstmal bei der Litze bleiben, falls keiner eine bessere Idee hat. Denn bei Netzen habe ich bei einem Bekannten schon erlebt wie dort ein Schaaf verendet ist.

      Ich hoffe, dass das ein einmaliger Vorfall war - aber ein mulmiges Gefühl bleibt.
    • Sehr gut erklärt. Diese Isolatoren werden nach meiner Beobachtung sehr stark an der Innenseite des Auges abgenutzt durch Dauerreibung (Wind der die Litze bewegt) und durch die Wärme beim Durchführen der Litze, wenn diese dann von einer 2. Person weitergezogen wird. Deshalb ist es am besten, wenn einer jeweils pfahlnah einhängt und der nächste die Litze weiterträgt und erst am Schluß richtig gespannt wird. Ist am Auge erst einmal der Kunststoff unrund, bedeutet das eine enorme Schwächung der Stabilität.
      Vielleicht ist die Ziege auch von anderen Tieren gejagt worden.
      Auf jeden Fall ist es kein schöner Tod, weil die Stromimpulse schmerzhaft sind und letztlich ein Kreislaufversagen das Ende herbeiführt. Elektrischer Stuhl auf Raten durch Herzmuskel"traktation" und "Schmerzecho" im Hirn.
      Gerade bei diesen Isolatoren kannst Du doch die von mir verlinkte runde Litze nehmen.
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      Wenn sie nicht wissen, wie Osmose abläuft, wie will man da erwarten, daß sie den French Kiss, den bacio fiorentino, den Zungenkuß beherrschen?
    • Ich halte dieses Isolatorenmodell (soweit ich es der Beschreibung entnehmen kann) für Ecken ungeeignet und würde es für diesen Zweck keinesfalls benutzen. Ich kann mir auch nicht denken, daß dieser dafür gedacht ist.
      Gruß Barbarix
      ...Ziegen sind nicht aus Schokolade....also kann man sie auch NICHT essen. :thumbsup:

      ...jeder benimmt sich so gut er kann...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Barbarix ()

    • Barbarix schrieb:

      Ich halte dieses Isolatorenmodell (soweit ich es der Beschreibung entnehmen kann) für Ecken ungeeignet und würde es für diesen Zweck keinesfalls benutzen. Ich kann mir auch nicht denken, daß dieser dafür gedacht ist.
      Gruß Barbarix
      Warum? Sie lassen sich gut montieren, halten genügend Abstand zum Pfosten, die Litze springt nicht raus ...

      Dass sie in meinem Fall gebrochen sind ist richtig, aber ich kenne kein System für mobile Eckpfosten, wo nicht schon früher die Litze rausgesprungen wäre.

      Es gibt zwar diese Allround-Pfosten, aber mit denen habe ich nicht so gute Erfahrungen gemacht. Bei festem Boden lassen sie sich schwer einschlagen und geben und Zug mit der Zeit nach, d.h. die Litze wird locker. Hier hätte die Ziege mit Sicherheit den ganzen Pfosten rausgerissen. Bei manchen Weiden habe ich auch recht feuchten, lockeren Boden, hier hält einen Baustahl besser, den ich 0.5 bis 1 Meter einschlagen kann.

      Womit machst Du denn Deine Eckpfosten?
    • Piroschka schrieb:

      Auf jeden Fall ist es kein schöner Tod, weil die Stromimpulse schmerzhaft sind und letztlich ein Kreislaufversagen das Ende herbeiführt. Elektrischer Stuhl auf Raten durch Herzmuskel"traktation" und "Schmerzecho" im Hirn.Gerade bei diesen Isolatoren kannst Du doch die von mir verlinkte runde Litze nehmen.
      Ich habe ja die Hoffnung, dass es durch die Strangulation zum Tod durch ersticken kam und dass das etwas schneller ging als durch die Stromimpulse. Wobei, so genau will ich es auch gar nicht wissen. Ich denke da lieber Lösungsorientiert nach vorne und gucke, ob ich was verbessern kann um so einen Zwischenfall in Zukunft zu verhindern.

      Zu den Seilen: wo genau liegt deiner Meinung nach der Vorteil gegenüber Litze? Ich habe sie bei einer Festinstallation und war nicht so begeistert. Sie lassen sich m.E. viel schwerer spannen als Litze. Gerade bei mobilen Zäunen finde ich die Handhabung deutlich schwieriger als Litze. Und wenn der Ablauf so war wie ich ihn beschrieben habe, dann wäre es auch mit Seilen passiert.

      Bei den Isolatoren hast Du recht, die verschleissen tatsächlich recht schnell. Das war allerdings ein neuer, den habe ich letzte Woche, als ich den Zaun aufgebaut habe, aus der Packung genommen. Wie ich oben schon geschrieben habe, kenne ich aber auch keine bessere Lösung für stabile, mobile Eckpfosten.
    • Ziegbert schrieb:

      Warum? Sie lassen sich gut montieren, halten genügend Abstand zum Pfosten, die Litze springt nicht raus
      Ja, von der Handhabung her sicher gut, aber da diese nur Kunststoff sind würde ich denen keine extremen Belastungen zutrauen. Und von der Sonne verwöhnt kann der Kunststoff mit der Zeit evtl.schwächeln.

      ich hab Holzpfosten an den Ecken, ist jetzt aber ja wenn öfters die Weide gewechselt wird eher umständlich.
      Daran hab ich diese Eckrollen, die sind sehr stabil und ich wickel die Litze einmal um die Rolle damit diese sicherer sitzt. Klar könnte da die Litze jetzt auch irgendwie noch von der Rolle "schnappen", neigt dann aber eher dazu nach unten zu gehen und hinge dann hinter/unter der Rolle.Oder man kann diese aussen befestigen,dann hält notfalls der Pfosten die Litze.

      weidezaun.info/10x-voss-farming-eckrolle-drehbar-aktion.html

      Gruß Barbarix
      ...Ziegen sind nicht aus Schokolade....also kann man sie auch NICHT essen. :thumbsup:

      ...jeder benimmt sich so gut er kann...
    • Man könnte diese Rollen auch an ein Kanntholz schrauben, dieses dann etwas am Stahlstab entlang (evtl.eher aussen) in den Boden treiben nur damit sichs nicht verdrehen kann und dann mit Schellen an dem Stahlstab befestigen...nur mal so gedacht...
      ...Ziegen sind nicht aus Schokolade....also kann man sie auch NICHT essen. :thumbsup:

      ...jeder benimmt sich so gut er kann...
    • Hallo,

      das Thema ist zwar schon einige Tage alt, aber ein paar Erfahrungen will ich noch beisteuern.

      Bei uns springt Rehwild über ca. 1,20 m hohe E-Netze/Wildschutzzäune/Litzenzäune.
      Ich habe auch schon Tiere verloren und bin recht sicher, dass diese in Panik, nachdem Rehwild eingedrungen ist, durch den Zaun wollten und sich dann verfangen hatten und verendet sind.
      Hier ist das Risiko - wie oben schon erwähnt - bei Litzen deutlich geringer, aber noch vorhanden.
      Es muss also nicht unbedingt an einem nicht optimal installiertem E-Zaun liegen, wie ich hiermit ausdrücken will.
      Vielleicht könnte dies auch ein Erklärungsansatz bei dem Fall von Ziegbert sein ?
      Falls bei ihm auch ein hoher Rehbestand wäre.

      Grüße
      Günter
      Folge denen, die die Wahrheit suchen.
      zweifle an denen, die sie gefunden haben.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Günter ()