Ziegen und Schafe zur Landschaftspflege

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    • Ziegen und Schafe zur Landschaftspflege

      Hallo liebe Ziegenfreunde,

      wir pachten seit dem letzten Sommer eine 4500m2 große Weide. Oder besser gesagt, Ackerland/Streuobstwiese/Buschland. Offiziell ist die Fläche als Streuobstwiese mit Unland und Grünlandfläche ausgeschrieben. Der untere flache Teil(ca. 1500m2) wurde einige Jahrzehnte als Ackerland genutzt. Der Rest war wohl früher einmal eine Streuobstwiese, wobei die meisten Bäume mitlerweile größtenteils abgestorben und ungepflegt sind und dort überall Büsche ohne Ende wachsen.
      Das Ackerland haben wir in diesem Frühjahr mit weidesaatgut eingesät und warten nun darauf dass dort schöne Weidefläche entsteht. Das Buschland versuchen wir seit letztem Jahr mit viel Arbeit so langsam einzudämmen. Was sehr quälend ist, da das meiste davon Weisdorn und wilde Rosen sind.
      Drei Schafe (Krainer Steinschafe) haben wir im letzten Jahr schon angeschafft. Zu ihnen wird sich bald noch ein Böckchen gesellen.

      Um der Verbuschung der Wiese Herr zu werden, wurde uns schon oft empfohlen, eine Ziege zu den Schafen zu stellen.
      Ich habe allerdings Angst davor, dass sie abhauen wird und sich nicht wirklich mit den Schafen anfreundet. Außerdem sind unser Schafzäune (90cm Elektrozaun) nach allem was ich hier im Forum gelesen habe kaum geeignet um Ziegen in Schach zu halten.

      Jetzt hier also meine Frage:
      Ist die Haltung von Schaf und Ziegen hier angebracht/sinnvoll??

      Ich bin mittlerweile schon soweit, zwei Ziegen zu halten, eine allein fühlt sich sicher nicht wohl.?
      Wenn wir uns im Sommer zwei junge Ziegen holen würden, wieviel könnten sie von den Büschen schaffen?

      Wie lässt sich das Abhau-Risiko der jungen Ziegen weitestgehend vermeiden? Zu Tun hätten sie ja genug. Büsche, alte OBstbäume (von denen wir auch problemlos einen zum Klettern umhauen könnten) und dazu ist das alles am Hang wo sie auch genug klettern können.

      Zur Straße (leider eine vielbefahrene Landesstraße) hin steht ein fester Maschendrahtzaun. Würde es reichen diesen mit stromführender Litze oben und unten zu versehen, damit die Zieckleins nicht ausbrechen?
      Und welcher Zaun, den man zu Einteilen der Fläche immer wieder umstellen kann, eignet sich am besten?
      Gibt es ähnlich wie die Elektrozäune für Schafe auch geeignete für Ziegen?

      Ich freue mich auf konstruktive Vorschläge und Tipps.

      Lisa
    • Wielang es dauert bis sie es weggelassen haben lässt sich sicher nicht sagen, man rechnet pro Tier 1000qm. Mit zweimal weiden haben unsere es jetzt in etwa vier Jahren geschafft, dass quasi nicht mehr nach kommt an Dornen.
      Zwei Litzen zum maschendraht klingt gut! Netz würde ich nicht nehmen!
      90finde ich auch arg niedrig, knapp über ein Meter funktioniert hier gut, kann aber auch ohne Probleme übersprungen werden
      Und bitte mindestens zwei Ziegen! Besser mehr!
      Viele Grüße
      Haarriss
    • Hallo
      Eine gute Kombi, wäre eine Ziege,erfahren und ruhig, mit 1 bis 2 Töchtern. Schafe müssen oft unter Ziegen "leiden", daher auch im Winter, viel Platz zum ausweichen.
      Je nachdem wo du wohnst, ist ein höherer Zaun auch nötig, um Angriff von aussen zu erschweren.
      Ciao Petra
    • Hallo,
      ich danke euch für eure Antworten.

      Eine erfahrene Ziege mit jungen klingt super, wäre dann die Frage woher?
      Bis jetzt hatte ich auch gedacht, die Ziegen dann nur bis zum Herbst/Winter zu behalten, dann wäre das Stallproblem gelöst.
      Wir wohnen in Thüringen, da ist von Außen kein Angriff zu befürchten. Wölfe gibt es hier nicht und von steunenden Hunden ist mir bisher auch nichts bekannt.

      @Haarriss: Wieviele Tiere auf wie viel Fläche habt ihr gehalten? Klingt als würde ein Sommer nicht reichen um zumindest die Hälfte der Verbuschung zu beseitigen.

      Die 1,06 Meter hohen stromführenden Netze werden von diversen Anbietern auch für Ziegen angepriesen. Welchen Nachteil haben diese? Würden sie sich wenigstens zum Abteilen einzelner Flächen auf der Wiese eignen?

      Danke schon einmal
      Lisa
    • Steinschaf schrieb:

      Klingt als würde ein Sommer nicht reichen um zumindest die Hälfte der Verbuschung zu beseitigen.
      Das kann man so nicht sagen. Natürlich ist der Besatz maßgeblich für den Verbiss, dass im nächsten Jahr beispielsweise keine Dornen mehr wachsen ist jedoch unwahrscheinlich, da dass Gras unterhalb noch nicht so dicht sein wird um ein erneutes Austreiben von Brombeere und Co zu verhindern. Um die 5 Jahre musst du rechnen, um aus Gestrüb Wiese zu machen
      Being a vegan is a missed steak
    • Steinschaf schrieb:

      Die 1,06 Meter hohen stromführenden Netze werden von diversen Anbietern auch für Ziegen angepriesen. Welchen Nachteil haben diese? Würden sie sich wenigstens zum Abteilen einzelner Flächen auf der Wiese eignen?
      Die Netze haben den Nachteil, dass sich Tiere, nicht nur gehörnte, drin verheddern können und sich evtl. strangulieren oder am dauernden Stromschlag sterben.

      Weiterer Nachteil - durch Bewuchs wird sehr viel vom Strom abgeleitet.

      Ich bin dabei Ako-Easynet auszuprobieren, eine Kombination zwischen Litze und Netz und bin bis jetzt sehr zufrieden.
    • Hallo
      und sorry, dass ich mich erst jetzt wieder zurück melde.

      Wir bekommen jetzt ab mitte Juli eine Bunte Deutsche Edleziege mit weiblichem Lämmchen :)
      Ich bin echt schon gespannt, wie das wird. Und mit dieser können wir uns auch überlegen, ob wir sie nicht doch auch mehrere Sommer behalten um auch den Wiederaustrieb im Schach zu hatlen.

      @Susanne M. ich würde gerne noch mehr über deine Erfahrungen mit dem Ako-Easynet hören oder besser lesen.

      Da wir unsere Wiese im Außenbereich haben, könnten wir Probleme mit einem festen Zaun bekommen :(

      Das Problem mit dem Strom ableiten dieser Netze lösen wir bei unseren Schafen immer damit, dass wir vorher den Zaunstreifen gründlich absensen.

      Liebe Grüße
    • Hallo Lisa,
      das war für mich auch der Grund Elektronetze einzusetzen, weil ich im Außenbereich keinen festen Zaun bauen darf. Inzwischen bin ich aber sehr froh, dass ich mit dem E-Zaun so flexibel bin.

      Mit unten ausmähen ist es nicht so einfach in Zeiten, wo das Gras sehr schnell wächst.

      Als einzigen Nachteil beim Easynet hab ich bisher festgestellt, dass die Tiere, vor allem die Schafe, sich
      "versehentlich" durchfressen. Sie fressen unten raus, kommen vielleicht mit dem Kopf und einem Bein zwischen die Litzen, wollen wieder raus und sind plötzlich auf der anderen Seite vom Zaun.
      Verheddert hat sich dabei nie eines.

      Das Easynet ist sehr schön leicht, ich kann alle Stäbe gut in einer Hand halten, bei 14 Stäben der Euro-Netze ist das bissl problematisch. Ich habs bis jetzt zum probieren nur zwischen Schaf- und Ziegenwiede eingesetzt. Die Stäbe haben nur einen Metallpfahl, sind daher leicht zu stecken, bleiben aber trotzdem gut stehen.

      LG Susanne
    • Steinschaf schrieb:

      Auch wenn es nicht in diese Frage gehört. Müssen die Ziegen gemolken werden.
      Solange die Lämmer bei der Mutter trinken, muss die Ziege nicht gemolken werden.Allerdings sollte sicher gestellt sein, dass sie auf beiden Seiten gleichmäßig trinken. Die Mutterziege wird die Lämmer später selbst absetzen, das heißt, sie wird sie immer weniger bis dann gar nicht mehr trinken lassen. Bleiben alle drei ungedeckt (die Lämmer sind ja eh noch zu jung) müssen sie auch im nächsten Jahr nicht gemolken werden. Es kann vorkommen, dass die Mutterziege im Frühjahr aufeutert (kommt oft bei Milchrassen vor), dass liegt dann am eiweißreichen, frischen Gras. Solltest Du keine Milch wünschen, dann nicht melken (aber gut beobachten).Das Euter bildet sich wieder zurück.Ist Milch gewünscht, dann anmelken und schmecken lassen :)


      Jassi
    • Hallo Jassi,

      ich finde den Gedanken die Ziege zu melken ja gar nicht so verkehrt. Habe aber leider gar keine Ahnung davon.

      Ist es schwer Ziegen zu melken, kann man sich das selbst beibringen? Wir haben hier einen "Ziegenmann" im Dorf den könnte ich auch mal fragen, ob ich bei ihm melken darf...

      Ist es auch möglich die Ziege dann auch nur einmal am Tag zu melken? Muss sie dann über den ganzen Winter gemolken werden oder stellt sich der Milchfluss dann bei HEufütterung langsam ein?
      Puhh, so viele Fragen...
      Ich glaube ich muss mir dazu mal ein gutes Buch besorgen... Kann jemand eines empfehlen?

      Ich danke schon mal und freue mich weiter über Antworten.
    • Solange die Lämmer dran sind werden sie auch trinken. Je nachdem, wie viel Milch die Ziege hat, kannst Du einmal am Tag abmelken (wenn die Lämmer älter sind).Ich denke mal, dass Du sie auf der Weide nicht trennen wirst. Sind sie nachts im Stall? Dann könntest Du zum Beispiel auch beide Lämmer über Nacht separieren, morgens melken und dann alle wieder zusammen lassen. Am Abend dann wieder trennen (so dass sie sich sehen, da sonst die Mutterziege alleine steht). Dazu sollten die Lämmer 4-5 Wochen alt sein. Die Lämmer fressen selbstständig mit 10-14 Tagen.

      Melken zu lernen bedarf etwas Übung, ist aber eigentlich nicht schwer. Es kommt immer sehr auf das Euter an. Am besten wird es tatsächlich sein, wenn es Dir jemand erklärt und Du ein paar verschiedene Euter anmelken kannst.

      Meist stellt sich der Milchfluss im Herbst von selbst ein. Wenn sie nicht gedeckt wird, kann sie länger Milch geben. Du kannst sogar probieren sie über den Winter durch zu melken. Du musst Dir nur im klaren sein, dass das dann täglich gemacht werden muss.


      Jassi
    • Danke Jassi,

      die Möglichkeit die Ziegen dann Nachts im Stall zu haben, habe ich nicht. Ist es Notwendig sie über eine längere Zeit von den Lämmern zu trennen, wenn ich warte bis sie wenigstens 6bis 8 Wochen alt sind?

      Ohje, Fragen über Fragen. Ich werde sicher bald mal unseren örtlichen Ziegenmelker befregen.
      Vielen Dank schon mal und super, dass ich hier im Forum soviel Wissen und Erfahrung bekommen kann...

      Lisa
    • Steinschaf schrieb:

      Bis jetzt hatte ich auch gedacht, die Ziegen dann nur bis zum Herbst/Winter zu behalten, dann wäre das Stallproblem gelöst.

      Steinschaf schrieb:

      die Möglichkeit die Ziegen dann Nachts im Stall zu haben, habe ich nicht.
      In meiner erheblichen Rest-Naivität habe ich immer noch nicht mit der Möglichkeit gerechnet, daß jemand, der sich ernsthaft für das Halten
      kleiner Wiederkäuer interessiert, keinen Stall, keinen Unterstand vorsieht.
      _______________
      Um die Gegenwart zu verstehen und zu verbessern, müssen wir aus der nahen und weiteren Vergangenheit lernen, bei einer kranken Ziege die bisherigen und jetzigen Haltungsbedingungen analysieren - profund und schonungslos wie Dr. House. Das Wohl des Tiers steht über der Selbstgerechtigkeit ahnungsloser Halter.
    • Wenn Du nicht melken möchtest, dann musst Du auch nicht trennen. Je nach Milchangebot kann es sein, dass die Ziege ihre Lämmer versorgt und Du zusätzlich ein bisschen melken kannst.Gewöhn Dich erstmal an die Ziegen, dann kannst Du ja immer noch entscheiden, ob Du die Mutterziege melkst oder nicht.


      Einen Stall/Unterstand halte ich auch für sinnvoll. Gerade wenn Lämmer dabei sind.Und auch in Thüringen ist der Wolf auf dem Vormarsch.Vielleicht noch nicht dauerhaft etabliert, aber das ist nur eine Frage der Zeit.Lieber man macht sich vorher Gedanken (auch im Sinne der Schafe). Wo verbringen die Schafe den Winter?


      Was möchtest Du mit den Ziegen machen, wenn Du sie nicht über den Winter behalten kannst?



      Jassi
    • piroschka schrieb:

      In meiner erheblichen Rest-Naivität habe ich immer noch nicht mit der Möglichkeit gerechnet, daß jemand, der sich ernsthaft für das Halten
      kleiner Wiederkäuer interessiert, keinen Stall, keinen Unterstand vorsieht.
      Diese Aggressivität und dieses vorschnelle Urteilen von manchen Forenusern ist einfach nervig. Ich habe nie geschrieben, dass ich keinen Unterstand/Stall für die Tiere vorsehen möchte...


      Jassi schrieb:

      Einen Stall/Unterstand halte ich auch für sinnvoll. Gerade wenn Lämmer dabei sind.Und auch in Thüringen ist der Wolf auf dem Vormarsch.Vielleicht noch nicht dauerhaft etabliert, aber das ist nur eine Frage der Zeit.Lieber man macht sich vorher Gedanken (auch im Sinne der Schafe). Wo verbringen die Schafe den Winter?
      Für unsere drei Schafe haben wir bisher einen kleinen mobilen Unterstand aus einem alten Wassertank gebaut. Dieser war ganz praktisch da wir ihn mit dem Umkoppeln (vor allem auf unseren nicht eigenen Wiesen) einfach mitnehmen konnten.
      Auf den meisten Wiesen stehen zudem viele alte Obstbäume unter denen die Schafe meist liegen.
      Sicher wollen wir auf unserer "eigenen neuen" Weide einen kleinen Unterstand bauen (ein fester Stall ist dort, da Außenbereich, nicht gestattet). Allerdings befinden sich etwa in der Mitte 5-6 große alte Nadelbäume. In diese wollen wir dann einen Regen- und Windschutz einbauen .

      Über den Winter stehen die Tiere bei uns im Stall auf dem Hof. Da haben wir drei Buchten (eine davon ist im Moment noch mit zwei Schweinen gefüllt).
      Die andere Seite ist im Moment noch mit Pflaster und anderen Baumaterialien gefüllt. Das wollen wir bis zum Herbst alles noch weg räumen. Dann hätten dort die Schafe Platz. Und in einer der Buchten könnten wir die Ziegen unterbringen. Aber bis dahin ist noch einiges zu tun ;) ...

      Mit dem Melken hast du sicher recht Jassi. Erst mal schauen wie ich mit den Ziegen klar komme, ob sie handzahm ist und wie sich das dann mit den Schafen verhält. Gut ist es schon mal zu wissen, das das mit dem Melken nicht zwingend notwendig ist.

      Liebe Grüße und danke für eure Ratschläge und Informationen
    • Man kann sich auch vor Anschaffung von Ziegen mit den tierschutzrechtlichen Bestimmungen befassen, aus denen zwingend hervorgeht, daß vom ersten Tag der Haltung an STALL oder MASSIVER UNTERSTAND vorhanden sein müssen. Da gibt es kein "vorsehen möchte".
      Wie sich solche baulichen Maßnahmen im Außenbereich vollziehen lassen sollen, bleibt uns verborgen.
      Meine fürsorglichen Bedenken zum Wohl der Tiere haben nichts mit Agg. noch mit vorschnellen Urteilen zu tun, sondern nur mit wachem Weitblick.
      _______________
      Um die Gegenwart zu verstehen und zu verbessern, müssen wir aus der nahen und weiteren Vergangenheit lernen, bei einer kranken Ziege die bisherigen und jetzigen Haltungsbedingungen analysieren - profund und schonungslos wie Dr. House. Das Wohl des Tiers steht über der Selbstgerechtigkeit ahnungsloser Halter.