Zähmen durch Bachblüten?

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    • Zähmen durch Bachblüten?

      Hallo zusammen,
      ich habe seit 2 Jahren einen ca 8-10 jährigen Bock. Als wir ihn bekommen haben wurde er kastriert. Er lebt jetzt zusammen mit einer ca 2,5 jährigen Ziege zusammen, welche seine Tochter ist. Wir haben die beiden aus schlechter Haltung bekommen. Bei uns leben sie auf einer 500qm großen Weide mit Stall, Fressunterstand und vielen Klettermöglichkeiten.
      Die beiden toben sehr gerne und ich übe spielerisch mit ihnen kleine Tricks. Es macht ihnen Spaß, dennoch sind sie scheu. Die Ziege lässt sich mittlerweile etwas streicheln mit Leckerli. Der Bock ist extrem scheu und rennt weg sobald ihn ihn anfassen möchte.
      Ich habe gelesen, dass einige ihren ziegen Bachblüten geben, sodass diese ruhiger werden und sich besser berühren lassen.
      Was haltet ihr davon?
    • Ich persönlich würde auf keinen Fall mit Leckerlis arbeiten, sondern ausschließlich mit Streicheleinheiten und Massagen.
      Anfangs wirst du sie wohl einfangen müssen und dann würde ich das Tier anleinen und nach Strich und Faden verwöhnen - ohne Futter - und dann wieder frei lassen.
      Du zwingst sie also zu ihrem Glück :D .
      Nach wenigen Tagen werden die Ziegen diesen sozialen Kontakt schätzen lernen #freunde# .

      Wenn ich unsere Tiere massiere, dann höre ich zwischendurch immer wieder mal auf und warte ab, wie sie reagieren:
      - bleiben sie entspannt stehen und warten geduldig ab, dass es weiter geht
      - bleiben sie stehen und drehen den Kopf zu dir, um nachzufragen, wann du weiter machst
      - kommen einen Schritt auf dich zu, damit du weiter machst
      - gehen einen Schritt von dir weg, weil sie genug haben

      All das mache ich im angeleinten Zustand und respektiere den Wunsch des Tieres und beim letzten Punkt, wird das Tier dann auch befreit.

      Unsere Ziegen lieben es am Schulterblatt massiert zu werden, oder wenn ich mit der Fingerkuppe um die Augen herum streichle - Ziegen, die sich mögen, lecken sich im Gesicht gegenseitig ab und das mache ich mit dem Finger auf diese Weise nach - oder neben der Wirbelsäule massieren, oder unter dem Kinn kraulen ... Ziegen verdrehen dann vor Wonne die Augen oder grunzen leise vor sich hin.

      Ich habe schon sehr scheue Ziegen gehabt und alle haben das nach kurzer Zeit begriffen, denn Ziegen sind ja sehr clever :D .
      Mit Leckerlis machst du die Tiere nur abhängig von dir, bzw. die Tiere reduzieren dich auf das Futter und der Frust X( , wenn es mal nichts gibt, ist dann um so größer ;( .
      Schönen Gruß aus Belgien
      Judith

      Für mich ist das Leben eines Lamms
      nicht weniger wertvoll, als das Leben eines Menschen.
      (Mahatma Gandhi)
    • Hab nochwas vergessen...
      Ich würde eine Ziege auch niemals an den Hörnern festhalten/einfangen.
      Nicht nur, dass die Hörner nicht so stabil sind, wie sie wirken, sondern das Festhalten an den Hörnern ist aus Ziegensicht von dir extrem respektlos. Und gerade bei einer scheuen Ziege ist der gegenseitige Respekt - also auch vom Menschen aus - sehr wichtig.
      Wie soll ein Vertrauen zwischen Mensch und Tier entstehen, wenn der Mensch solch üblen Patzer macht?
      Also bitte nicht mehr an den Hörnern festhalten/einfangen und dann auch noch was Unangenehmens, wie Klauen schneiden durchführen.
      Schönen Gruß aus Belgien
      Judith

      Für mich ist das Leben eines Lamms
      nicht weniger wertvoll, als das Leben eines Menschen.
      (Mahatma Gandhi)
    • BELGIEN "Twelve points"!!!
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      „Wenn jemand inkompetent ist, dann kann er nicht wissen, dass er inkompetent ist. Die Fähigkeiten, die man braucht, um eine richtige Lösung zu finden, [sind] genau jene Fähigkeiten, die man braucht, um eine Lösung als richtig zu erkennen.“ David Dunning
    • Wenn ich die beiden täglich Ei fangen müsste, würde ich sie beim zweiten mal gar nicht mehr bekommen und sie kommen nicht einmal mehr zum fressen. Sobald man den Bock festhält steht er extrem unter Stress und beruhigt sich nicht. Kraueln hilft dabei auch nicht. Er ist extrem misstrauisch und sehr nachtragend. Das einfangen auf unserer Weide ist auch nicht sehr einfach. Unter Zwang word das bei denen nichts.
    • Jedes Jahr kommen bei uns ca. zwanzig Lämmer zur großen Herde hinzu (Nachzucht), von denen etwa die Hälfte scheu (bisweilen panisch) ist. Das anlernen zur Milchziege ist zu Beginn immer stressig für sie, da sie zweimal am Tag eingefangen werden (Melkstand), um sich anfassen zu lassen (melken). Nach dem ersten Jahr sind nur noch ganz wenige scheu, die meisten haben gelernt, dass der menschliche Kontakt nichts schlimmes ist. Viele sind richtige "Streichelziegen" geworden. Spätestens im zweiten Jahr sind nahezu alle soweit sich ohne Stress anfassen zu lassen. Auch wenn sie sich gut melken lassen, heißt das nicht bei allen, dass sie sich am restlichen Körper berühren lassen. Mit Ruhe, Geduld,stete Wiederholung (der Melkvorgang an sich) und der Beschäftigung innerhalb der Herde werden nach und nach aber alle ruhig und lassen sich gern streicheln. Innerhalb der 120 Ziegen zählenden Herde gibt es gerademal fünf Ziegen, die immer scheu geblieben sind.

      Wie Judith sagt, man muss sie am Anfang zum "Glück zwingen". Einfangen werden sie sich nicht gern lassen, dass ist klar. Es ist auch nicht sinnvoll, die beiden durch den Auslauf zu jagen, um irgendwann aufzugeben, weil man sie nicht mehr bekommt. Du könntest sie aber zum Beispiel am Abend in den Stall tun ( alle Fressplätze draußen erstmal schließen, nur noch im Stall füttern) und dort im überschaubaren Platzangebot trainieren. Morgens ebenso und danach in den Auslauf lassen. Wichtig sind nämlich auch geregelte Zeiten, dass das Tier den genauen Ablauf kennen lernt und sich daran gewöhnen kann.

      Was übst Du mit ihnen für Tricks?



      Jassi
    • stell dich ins gehege oder Stall, nimm eine Bürste mit und striegel die Zahme. Wenn der Bock ran kommt halte ihm die Bürste vorsichtig hin, faß ihn aber erstmal nicht an. Also bedränge ihn nicht. Halte dich viel bei den Ziegen im Stall oder auf der Weide auf. Wenn wieder mal Klauen schneiden ist, striegel ihn auch mit der Bürste. Zeige sie ihm vorher und laß ihn dran schnuppern.
      Wir haben auch ein eine Scheue, sie orientiert sich ganz stark an den anderen. wenn die gestriegelt werden, möchte sie es auch und kommt ran. Ich darf aber keine hektische Bewegegungen machen

      LG
      Sage niemals nie!
    • Hallo,
      ich lese interessiert mit und überlege, wie ich meine Ziegen zum still stehen beim melken bringe, ohne viel Kraftfutter.

      Sie werden sehr gerne gebürstet und gestreichelt, aber es ist schwierig zu melken und gleichzeitig zu streicheln. Ich probiers schon immer, sie mit Kopf und Schulter zu beruhigen, während ich melke.

      So bald kein "aktzeptables" Futter mehr im Trog ist, fangen sie an zu stampfen und zu treten. Ich bin nicht konsequent genug, wenn ich es eilig habe oder dauernd auf die Hand getreten werde.

      LG Susanne
    • Ich hatte vor ein paar Jahren mal eine Ziege aus schlechter Haltung vom Ordnungsamt zugewiesen bekommen die total scheu war. Wir haben es uns zu Aufgabe gemacht die zu zähmen, mit Erfolg.
      Gelockt haben wir sie mit frischen Obstbaum Zweige , haben sie an uns schnuppern lassen und irgendwann auch angefasst. Das ganze hat bestimmt einen Monat gedauert und die Ziege hat das Tempo angegeben. Irgendwann war es soweit, sie war zahm und wie jede andere Ziege auch.
    • Judith Schmidt schrieb:

      Ich persönlich würde auf keinen Fall mit Leckerlis arbeiten, sondern ausschließlich mit Streicheleinheiten und Massagen.
      Anfangs wirst du sie wohl einfangen müssen und dann würde ich das Tier anleinen und nach Strich und Faden verwöhnen - ohne Futter - und dann wieder frei lassen.
      Du zwingst sie also zu ihrem Glück :D .

      ...bei Tieren, die 6-7 Jahre in schlechter Haltung waren, wird dies sicher nicht ganz leicht sein..?

      Ganz am Anfang hatte ich in bester Absicht auch mit Leckerchen plus Streicheleinheiten 'gearbeitet' um das Vertrauen der Neuankömmlinge zu gewinnen.

      Und ja- es stimmt- die Ziegen sehen dich dann in erster Linie als Futterautomat.

      Dennoch gewinnen sie meiner Meinung nach auf diese Weise schneller Vertrauen und verknüpfen schneller Positives mit deiner Person. Lässt man dann sukzessive die Leckerchen weg und 'arbeitet' nur noch mit Streicheleinheiten und viel Zeiteinheiten bei den Tieren- ist man am Ziel.

      So war das damals bei uns und ich möchte nur damit sagen, dass manchmal der Mittelweg auch ein guter Weg zum Ziel sein kann.



      Mit Leckerlis machst du die Tiere nur abhängig von dir, bzw. die Tiere reduzieren dich auf das Futter und der Frust X( , wenn es mal nichts gibt, ist dann um so größer ;(

      Kann sein- muss aber nicht, sofern das Futterangebot eh reichhaltig und vor allem vielfältig ist- und gemeint sind hier nicht verschiedene Brotsorten sondern Blattwerk, Kräuter etc... eben gesunde Ziegen- Kost... ^^ ( dies nur als Ergänzung für Ziegenbeginner, die eventuell bei dem Wort Leckerchen an Mais, Brot, Küchenabfälle oder Kuchenreste denken... denn die www-user schnappen viel auf...)

      Liebe Grüße und viel Freude an den Ziegen wünscht Elli :)