Weide kalken

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    • Weide kalken

      Heja,

      meine aktuelle Kotpobe ergab einen massiven Befall mit Lungenwürmern und Darmparasiten, mein TA rät zum Mulchen und Kalken.
      Mulchen wäre jetzt sowieso dran gewesen, aber Kalken ist Neuland für mich. Eine kurze Session mit Tante Gugel ergab eine Vielzahl teils unvereinbarer Ratschläge, darum hier die Frage, wie's geht, wenn die Weide für Ziegen sein soll.
      Meine Ziegen stehen ganzjährig auf der Weide, mit Holzhütten und in immer in wechselnden Abschnitten.
      Der hintere Teil der Weide liegt in einem tiefen Tal, ist daher mit Traktoren nicht befahrbar.
      Ich könnte die Weide abgehen und mit der Hand Kalk streuen, aber Mulchen geht eben nicht.
      Was tun? sprach das Huhn...
      Kalken womit? Das Zeug, mit dem ich auch den Stall kalke? Google erzählt viel von Kalkstickstoffprodukten, aber ich sehe nicht so recht ein, warum ich auf eine Weide, die ständig von den Ziegen gedüngt wird, noch zusätzlich Stickstoff geben soll.
      Aber vielleicht gibt es ja einen guten Grund?
      Und wie lange dürfen die Ziegen nach dem Kalken nicht auf die Weide?
      Und wie bringe ich den Kalk aus? So nen Streuwägelchen ist für einen Ha Weide vll. erwas unterdimensioniert?
      Einfach breitwürfig streuen?
      Seid doch so nett und helft mir mit euren Erfahrungen weiter.
    • In der erweiterten Suchfunktion des Forums ergeben sich mit Suchwort "kalken" 21 Themen .
      "Weidemanagement" wäre ein weiteres Suchwort.
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      Um die Gegenwart zu verstehen und zu verbessern, müssen wir aus der nahen und weiteren Vergangenheit lernen, bei einer kranken Ziege die bisherigen und jetzigen Haltungsbedingungen analysieren - profund und schonungslos wie Dr. House. Das Wohl des Tiers steht über der Selbstgerechtigkeit ahnungsloser Halter.
    • Danke, Piroschka, für die Herausstellung des Offensichtlichen. ;)
      Tatsächlich werden aber meine speziellen Fragen in den mit Suchfunktion gefundenen Threads nicht beantwortet.
      Es wäre wirklich nett, wenn ich Antworten auf folgende Fragen bekommen könnte:
      -Welcher Kalk?
      -Wieviel Kalk?
      -Hilft Kalk auch, wo ich nicht mulchen kann?
    • Hallo Jeanette
      Erstmal noch eine vorangehende Frage wieviel Weiderest hast du denn?
      Warum wollen alle immer gleich mulchen?
      Die Gefahr das du dir damit langfristig deinen Grünlandbestand schädigst ist deutlich höher als der Nutzen! Wenn du deine Weide pflegen willst dann doch lieber mit einem Mähwerk evtl. als Schnittnutzung Heu o.ä . Dann bekommst du durch die längere Weidepause auch den parasitendruck in den griff. Zumal auf einer sauber geräumten Grasnarbe die UV-Strahlung den Parasiten noch mal mehr zusetzt.
      Beim Kalken würde ich nicht pauschal vorgehen zumal die wirkung des kalks auf parasiten höchst umstritten ist die menge müsste so hoch sein das du damit schon wieder gefahr läufst dein Grünland zu schädigen. Wenn du kalken willst empfehle ich dir die Laboruntersuchung einer Bodenprobe deiner Fläche mit dem ergebnis erhältst du normalerweise auch eine Mengenempfehlung für die Kalkung . Dann hast du gewissheit wie der PH-Wert im Boden ist und kannst dementsprechend aufkalken. Ich würde Algenkalk einem Urgesteinskalk vorziehen ist zwar teurer aber schneller verfügbar (löslich). Ansonsten kann man natürlich auch zu chemisch aufgeschlossenen Düngekalken greifen das sind dann die richtigen vollgasgranaten. Muss denke ich aber nicht wirklich sein.
    • Warum Mulchen?
      -1) der Aufwuchs ist rel. hoch und trocken (blühend/verblüht), das fressen sie nicht gerne und konzentrieren sich auf wenige kleine Flächen mit niedrigem Bewuchs, der dadurch zu häufig und zu kurz geweidet wird.
      -2) Parasitendruck

      Heuen lohnt sich nicht (denke ich), zu unterschiedlich hoher Aufwuchs, 1/3 der Fläche mit Landwirtschaftsmaschinen nicht befahrbar.

      -Kalksorte/-menge
      Leute, helft mir hier weiter.
      Ich habe bisher noch nie gekalkt und stehe dementsprechend ratlos vor dem Überangebot.
      Was ich will, ist, was gegen die Parasiten tun. Mehr nicht.
      Kann ich dazu den ganz normalen ungelöschten Kalk aus dem Baumarkt nehmen oder brauche ich eine gamz spezielle Sorte (ich habe 1ha Weide und bin nicht Krösus, der Geldbeutel ist von daher mitentscheidend)?
      Braucht's den Stickstoff auch, um die Parasiten platt zu kriegen?
      Der ph Wert im Boden ist mit eigentlich schnuppe, der Aufwuchs ist kräftig und divers, mit vielen Brennesseln und Disteln, von daher ist auch sehr wahrscheinlich, dass bereits reichlich freier Stickstoff im Boden ist.
      Ach ja - eine gewisse Dringlichkeit beim Handeln besteht auch , ich würde gerne am WE schon in Aktion ausbrechen. Die Weide ist mit 1ha zwar groß für meine 9 Tiere, aber ich habe keine Zweitweide zum Ausweichen.
    • Hoher Bewuchs/Weiderest = schlechtes Weidemanagment mangelnde Pflege

      Mulchen = Dicke Mulchmatratzen die nur langsam verrotten dadurch Lücken im Grünland übermäßige Förderung von ungewünschten Pflanzen Breitblättriger Ampfer, Brennesseln,Disteln usw.

      Heuen = sauberer Schnitt der wertvollen Kräuter und Gräser durch abfuhr des Schnittgutes keine Narbenschäden gute erholung des Bestands gleichmäßiger aufwuchs. (Man kann auch von Hand arbeiten ohne Großmaschinen).

      Ganz ehrlich mir kommt es so vor als ob du dich mit mulchen und kalken jetzt von deinen Bewirtschaftungsfehlern freikaufen willst. Grünlandbwewirtschaftung ist nicht mal eben kurz was machen!! Das ist Marathon jede maßnahme will überlegt sein schnellschüsse bringen garnichts. 9Tiere auf den Ha finde ich persönlich bissl viel.

      Bzgl. Des Kalks am besten mal zum Landhändler die können dir da weiterhelfen ich habe dir ja im vorigen Beitrag zwei Produkte genannt einen Hersteller werde ich nicht empfehlen die sind regional unterschiedlich. du wirst denke ich so bei 500kg auf den ha landen wenn es was bringen soll. Den Stickstoff brauchst du nicht das wäre rausgeschmissenes Geld in deinem Fall...
    • jeabeuse schrieb:

      Kann ich dazu den ganz normalen ungelöschten Kalk aus dem Baumarkt nehmen oder brauche ich eine gamz spezielle Sorte (ich habe 1ha Weide und bin nicht Krösus, der Geldbeutel ist von daher mitentscheidend)?
      Braucht's den Stickstoff auch, um die Parasiten platt zu kriegen?

      jeabeuse schrieb:

      Der ph Wert im Boden ist mit eigentlich schnuppe,

      jeabeuse schrieb:

      Leute, helft mir hier weiter.

      und, wenn dir dann einer helfen will - ist es auch nicht recht.
      weidepflege erledigt man nicht eben mal an einem wochenende.
      teil doch den ha einfach auf - und bring erst mal grund in deine weide.
      Ich bin, wie ich bin - das, wird sich wohl auch nicht mehr ändern.
    • Leute,
      ich suche hier eigentlich nach Antworten auf meine Fragen, und nicht nach condescension oder der Antwort, dass ich alles falsch mache.
      Ich habe mich bemüht, so gut ich kann, auf alle mir gestellten Fragen zu antworten, seid doch so nett und gebt mir das Gleiche zurück.
      Bislang (habe meine Viecher erst seit 2 Jahren) habe ich immer im Herbst mulchen lassen (den befahrbaren Teil) und ansonsten die Weide aufgeteilt und die Viecher alle paar Wochen umgesetzt.
      Meine Erfahrung bisher ist, dass meine inzwischen 9 Ziegen den ha nicht ordentlich leer kriegen, daher die Einschätzung, dass das zu viel Land für zu wenig Ziegen ist. (allerdings füttere ich auch ganzjährig Heu zu, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass es besonders im Frühjahr sonst Durchfälle bei jedem Weidewechsel gibt.)
      Ich möchte gerne möglichst schnell handeln, weil ich mich von dem Parasitendruck dazu genötigt fühle. Bringt ja ausgesprochen wenig, wenn ich entwurme und die Viecher die Parasiten gleich wieder aufnehmen.
      Heuen habe ich bisher nie auch nur als Möglichkeit angenommen, weil die Fläche ja beweidet wird. Kann meinen Bauern ja mal nach der Möglichkeit fragen, aber ich fürchte, ich kenne die Antwort schon...
      500 kilo Kalk aus dem Landhandel ist ha immerhin schon ne Ansage. Das werd ich mal so in Angriff nehmen.
      Passt das, wenn ich den Kalk breitwürfig mit der Hand ausbringe, oder gibt es dabei Probleme?
      Muss ich unbedingt vorher mulchen/mähen oder kann ich auch zuerst den Kalk ausbringen?
      Kann ich auch dort kalken, wo ich nicht mähen kann?
      Btw die Bearbeitung des steilen Teils von Hand habe ich vorvergangenes Jahr schon mal versucht, mit dem Ergebnis, dass ich nur einen Bruchteil geschafft habe und davon einen so schlimmen Muskelkater hatte, dass ich fast krank war. Dafür bin ich eindeutig zu sissy.
      Habe ich noch ne Frage/Info vergessen?
      Lasst es mich wissen.
      Und vielen Dank an alle, die sich hier die Mühe machen, meine Fragen zu beantworten.
    • Es sagt keiner das du alles falsch machst!!

      Fakt ist nur das du das ganze System im Blick haben musst!!
      In der Grünlandbewirtschaftung gibt es keine einfachen Antworten. Ein Rädchen greift in das andere du musst dir die zeit nehmen Vorgänge und maßnahmen zu hinterfragen und ggf. zu ändern. Für die Zukunft empfehle ich dir bereits aktiv zuwerden bevor die Axt am Baum ist!! Die Durchfälle im Frühjahr sind auch so ein Thema das man mit einem guten Weidemanagment verhindern kann dann kannst du dir sogar das Heu sparen.

      Jetzt aber mal zu den noch offenen Fragen:

      -Den Kalk kannst du breitwürfig von Hand streuen oder du engagierst einen Landwirt mit Streuer.

      -Um auch nur annähernd ein wenig erfolg in dem Thema Parasitendruck zu haben empfehle ich ganz klar eine Schnittnutzung und anschließender Weidepause kannst das Material auch anderstweitig entsorgen wenn du nicht Heuen willst/kannst. Den Kalk kannst du nach dem Mähen ausbringen dort wo nicht gemäht wird muss es halt so gehen.


      So ich hoffe jetzt sind alle Fragen beantwortet;)

      Tu mir den gefallen und häng dich da mehr rein beschäftige dich mit der sache.Du hast schließlich die Verantwortung für deine Tiere die ich persönlich nie als "Viecher" bezeichnen würde.
      Du hast ja nur 1Ha und 9 Ziegen das sollte doch locker machbar sein......
    • Also wir mulchen auch nach Möglichkeit drüber, die Tiere fressen doch gar nicht alles sauber leer, außer man reizt es total aus. Was spricht deiner Meinung nach dagegen? Oder meinst du nur das mulchen, wenn noch wirklich viel steht? Bei uns funktioniert der Wechsel mähen und weiden zb gar nicht, bzw nur auf wenigen Flächen
      Viecher is hier übrigens auch ein gängiger Begriff für die Tiere und nicht negativ oder ab wertet gemeint...
      Viele Grüße
      Haarriss
    • Sind wir mal ganz ehrlich es gibt beim Thema Mulchen doch verschiedene Punkte die in meinen Augen einfach problematisch sind.

      1. Es wird zu tief gemulcht die Schnitthöhe sollte mindestens 7cm Betragen besser mehr.
      Grund: Die Reservestoffe der Gräser sind in dieser Zone eingelagert wenn des öfteren zu tief gemulcht wird können sich diese nicht mehr erholen sie verlieren an Kampfkraft und werden durch Schadkräuter und Gräser JKK,Ampfer, gemeine Rispe usw. verdrängt.

      2. Es entstehen Narbenschäden und Lücken im Grünland.
      Grund: Beim Mulchen bei Feuchten Bedingungen oder viel Material bilden sich Matratzen. Die darunter befindlichen Gräser Kräuter und Leguminosen werden im Wachstum gehindert und gehen zt. ein. Auch hier entstehen wieder Lücken für die oben genannten Unkräuter. Zudem finden Schadnager beste Bedingungen in solchen Flächen.

      3.Der Aufwuchs wird verzögert man büßt Ertrag ein.
      Grund: Der Mulcher hat kein sauberes Schnittbild er schlägt das Gras ab und schneidet es nicht dadurch wird es in seiner Erholung negativ beeinträchtigt. Besser geeignet wäre ein Messerbalken oder ein optimal eingestelltes Scheibenmähwerk.

      4.Aus Betriebswirtschaftlicher sicht scheidet Mulchen für mich ebenfalls aus.
      Grund: erhöhter Kraftstoffbedarf beim Mulchen im Vergleich zum Mähen zudem muss ich ein Gerät vorhalten das ich sonst nicht nutzen kann, das Mähwerk hingegen ist am Betrieb vorhanden. Die billigste Pflegemaßnahme ist ein dem Standort angepasstes Weidemanagment dann kann man sich das alles sparen.


      So nun zum Thema Weidemanagment:

      Haarriss schrieb:

      die Tiere fressen doch gar nicht alles sauber leer, außer man reizt es total aus.

      Zuerst müssen wir uns die Frage stellen warum fressen die Tiere die Weide nicht sauber leer?

      1.Schmackhaftigkeit des Futters nicht gegeben.
      Grund: Sauergräser, Schadkräuter Brennesseln,Ampfer und No Go Kräuter JKK,Herbstzeitlose haben erhebliche Bestandsanteile ich muss für mich persönlich eine Schadschwelle festlegen ab wann ich aktiv werden will. Bei den No Go Kräutern liegt die Schadschwelle bei 1.

      2. Der Aufwuchs auf der Weide ist zum Beweidungstermin zu alt.
      Grund: Schlechte Weideeinteilung kein angepasster Viehbesatz. Dies ist vor allem im Frühjahr/Frühsommer ein Problem dort ist noch ein starkes Pflanzenwachstum zu verzeichnen. Abhilfe schafft ein früherer Weideauftrieb und eine Schnittnutzung einzelner Flächen.

      3. Gailstellen in der Fläche.
      Grund: Weidewagen immer an der gleichen Stelle, zu kurze Wartezeit zwischen den Beweidungen. Dadurch höherer Futterrest.

      4.usw......


      Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Problemen zu begegnen diese müssen jedoch Standortbezogen erkannt, analysiert und abgearbeitet werden.
      Ich werde demnächst mal ein paar Weidesituationen in Bildern Nachreichen.

      Ich hoffe ich konnte meinen Standpunkt verständlich erläutern.
    • Haarriss schrieb:



      Viecher is hier übrigens auch ein gängiger Begriff für die Tiere und nicht negativ oder ab wertet gemeint...
      Bei uns ist Viecher auch ein gängiger Begriff aber eben sehr abwertend. Der begriff Vieh hingegen ist bei uns postitiv Belegt. Ich wollte damit auch niemanden angreifen scheint aber wohl Regional sehr unterschiedlich zu sein. ;)
    • Nee abwertend is das hier gar nicht gemeint.
      Danke für deine ausführliche Antwort.
      Das mit der Schnitthöhe sehe ich auf jeden Fall auch als Problem! Das was sie nicht fressen sind zb Dornen und eben die stellen wo sie hin gemacht haben, bzw zum Teil auch stellen, wo sie sich viel aufhalten. Außerdem versuchen wir eben die weide nicht so auszureizen, damit gute futteraufnahme gewährleistet ist. Ich hab das Gefühl, dass das Futter nach dem mulchen besser wächst, aber Vll müsste man da einfach mal n Vergleich machen
      Viele Grüße
      Haarriss