Tod nach 26 Stunden

    • Tod nach 26 Stunden

      Ich bin schockiert und unendlich traurig. Mein kleiner Ziegenbock Fritzi ist tot. Aber was war geschehen? Ich hatte drei Ziegen. Mamma Lotte, Tante Lisa und Fritzi, der Sproß von Lotte. Wenn ich den Stall saubermache (morgens und nachmittags), lasse ich die Tiere für ein paar Stunden raus. Außerhalb unseres Gartens gibt es ein Feld, welches von Büschen und Bäumen umsäumt ist. Dort halten sie sich auf und wenn sie genug haben, warten sie an der Gartentür, um wieder in ihren geliebten Stall zu kommen, wo die Leckerlies warten und ihr Heu. So war es auch samstags am späten Nachmittag. Als es wieder so weit war, in den Stall zurückzukehren, stürmten alle drei an mir vorbei. Aber plötzlich hielt Fritzi inne, hustete, schüttelte immer wieder sein Köpfchen und blieb an meiner Seite. Er wollte dann auch nichts fressen. Der Husten war vorbei, aber er hyperventilierte durch die Nase. Diese gesteigerte Atmung hielt an. Ich rief sofort den Dorftierarzt an. Aber der meinte, er wäre im Urlaub. Der nächste Tierarzt für Kleintiere ist 20 km entfernt und war nicht mehr zu erreichen. Ich schrieb ihm eine SMS - aber er antwortete nicht. Ansonsten gibt es keinen Tierarzt in unserer Gegend - auch keinen Notdienst und keine Tierklinik. Also wartete ich bis Sonntag früh. Fritzi ging es schlechter. Er lag, wollte nicht aus dem Stall, fraß und trank nicht. Sonntag früh hat eine kleine Tierklinik, die 37 km entfernt liegt, für eine Stunde geöffnet. Sie sind natürlich spezialisiert auf Hund und Katzen. Es war schon etwas merkwürdig, als ich mit meiner Ziege das Wartezimmer betrat und zwischen Hunden und Katzen auf Hilfe wartete. Fritze wurde abgehorcht und das wars. Kein Fieber messen, keine Blutentnahme oder sonstige Untersuchungen. Die Ärztin stellte eine Lungenentzündung fest und gab ihm Antibiotika. Sie drückte mir noch einen Beutel mit Pulver in die Hand, was ich ihm täglich mit Wasser angerührt geben sollte. Dies war für den Pansen. Zurück nach Hause ging es ihm immer schlechter. Er speichelte, atmete jetzt verstärkt durch Maul und Nase und wurde immer schwächer. Mein Mann und ich trugen ihn nach nebenan in die Futterkammer. Dort lagert das Heu. Ich blieb bei ihm. Lotto und Lisa spürten wohl was los war. Sie tobten durch den Stall und riefen laut. Auch Fritze antworte noch ein paar mal. Er lag in meinem Schoß und schlief dann ein für immer. Seit seinem Husten waren 26 Stunden vergangen. Er wurde nur 5 Monate alt.
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    • Tamlicha schrieb:

      Er wurde nur 5 Monate alt.
      Es ist mir nicht möglich zu erraten, woran sich Fritze/Fritzi auf dem Nachbargrundstück vergiftet hat. Das konnte die Tierärztin
      sicher auch nicht.
      Auf dem Foto sind vier Ziegen zu erkennen.
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      Um die Gegenwart zu verstehen und zu verbessern, müssen wir aus der nahen und weiteren Vergangenheit lernen, bei einer kranken Ziege die bisherigen und jetzigen Haltungsbedingungen analysieren - profund und schonungslos wie Dr. House. Das Wohl des Tiers steht über der Selbstgerechtigkeit ahnungsloser Halter.
    • Liebe Tamlicha,
      dir wollte ich auch noch sagen, dass ich mitfühle. Da kommen mir die Tränen, wenn ich lese, was dir passiert ist. Ich habs ja auch grad wieder hinter mir. Mein Mann sagt dann immer: wenn man keine Tiere hat, können einem auch keine sterben. Stimmt, es gehört dazu, und beim Steak auf dem Grill denkt man meist auch nicht da dran. Aber wenn man sich eines Tieres angenommen hat, schaut die Welt einfach anders aus.Ich renne ständig gegen dieses Gefühl von Unwissenheit und Machtlosigkeit an. Grade bei sehr kranken Ziegen schreien einen die Symptome richtiggehend an, und dann weiß keiner sie vollständig zu interpretieren. Bei den Ziegen, die wir nach langem Kampf verloren haben und die wir obduzieren liessen, kamen jedesmal völlig unerwartete Sachen zu Tage.
    • Vielen Dank für Eure Anteilnahme. Alle Tiere wurden im Juni geimpft und entwurmt. Das Feld, auf das die Ziegen gehen, gehört mir und wurde kürzlich als Futterwiese/Heuwiese angelegt. Da gibt es keine Pestizide oder sonstiges Gift. Der Tierarzt, bei dem wir heute waren zum Katzenimpfen meinte, es sähe ganz nach einer Vergiftung aus. Aber es wird ein Rätsel bleiben.
      Auf dem Bild ist Mamma "Lotte" die Grau-Weiße, ihre älteste Tochter Lisa (schwarz) und Fritzi neben seiner Mutter. Etwas versteckt sieht man noch seine Schwester, die lebt jetzt ein paar Grundstücke weiter. Wenn man sehr viele Tiere hat, vielleicht fällt dann so ein Einzelschicksal nicht so ins Gewicht. Aber wir sind keine Bauern, tragen immer noch die Emotionen eines Stadtmenschen in uns. Da sind auch Nutztiere = Haustiere. Fritzi hätte nicht bei uns bleiben können, nur kastriert. Und alle redeten auf mich ein, ihn schlachten zu lassen. Es war total schwierig für einen jungen Bock einen guten Platz zu finden. Hier in Ungarn werden teilweise Ziegen sogar im Stall an der Kette gehalten. Das Problem war, ich musste am Montag nach Deutschland abreisen. Am Samstag vormittag haben sich gleich drei Interessenten gefunden, die ihn nicht verwerten wollten. Ich hatte mich für einen entschieden, der seine 10 Ziegen tagsüber draußen hatte. Am Sonntag wollte ich Fritzi schweren Herzens dorthin bringen.
    • Tamlicha schrieb:

      ein Feld, welches von Büschen und Bäumen umsäumt ist. [....] hielt Fritzi inne, hustete, schüttelte immer wieder sein Köpfchen und blieb an meiner Seite.[...] Der Husten war vorbei, aber er hyperventilierte durch die Nase. Diese gesteigerte Atmung hielt an. [...] Zurück nach Hause ging es ihm immer schlechter. Er speichelte, atmete jetzt verstärkt durch Maul und Nase und wurde immer schwächer.

      Piroschka schrieb:

      Es ist mir nicht möglich zu erraten, woran sich Fritze/Fritzi auf dem Nachbargrundstück vergiftet hat.

      Tamlicha schrieb:

      Der Tierarzt[...] meinte, es sähe ganz nach einer Vergiftung aus.
      Dann sind wir ja schon zwei. Speicheln und Hyperventilation ist bei Fressen von Digitalis typisch. Aber auch am Feldrand gibt es für Äser
      durchaus giftige Pflanzen, Büsche...
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      Um die Gegenwart zu verstehen und zu verbessern, müssen wir aus der nahen und weiteren Vergangenheit lernen, bei einer kranken Ziege die bisherigen und jetzigen Haltungsbedingungen analysieren - profund und schonungslos wie Dr. House. Das Wohl des Tiers steht über der Selbstgerechtigkeit ahnungsloser Halter.
    • Und was ist mit der von der TÄ festgestellten Lungenentzündung?
      Meines Wissens können Lungenwürmer massive Entzündungsprozesse hervorrufen. Aber Du weißt, Piri, dass ich medizinisch nicht versiert genug bin und mich immer gerne eines Besseren belehren lasse.

      Und es wäre auch prima, wenn Tamlicha einfach einmal Fotos von besagtem Feld macht ( Fotos der Pflanzen)...und diese hier einstellt.

      Allein, um ihre anderen Ziegen zu schützen...

      LG Elli


      Not being vegan is a mistake. ^^

      Gut zu wissen...
    • ElliBesch schrieb:

      Und was ist mit der von der TÄ festgestellten Lungenentzündung?
      Wir hatten hier schon Fälle, bei denen 4 Tierärzte Metastasen von "Krebs" in den Augen fehldiagnostiziert und bestätigt haben.
      Traubenkörner? und milchiges Auge
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    • Das ist richtig und es gibt sicher oftmals eine Duplizität der Fälle.

      Aber 3 Ziegen halten sich meist in der kleinen Gruppe zusammen auf ( so meine Erfahrung), was ihnen Sicherheit verschafft und von daher ist die Vergiftungstheorie sehr interessant, da die anderen beiden Ziegen das so schnell tödlich wirkende 'Kraut XY' dann definitiv nicht angerührt haben können.

      Mysteriös. Schweben die beiden anderen jetzt in Lebensgefahr?

      Lg Elli


      Not being vegan is a mistake. ^^

      Gut zu wissen...
    • Guck Dir die Videos von Marco1 an - erheblich weit auseinander äsen da, ständig weiterlaufend, die großen Ziegen.

      Sollte in Ungarn das Lamm ständig plärren: "Ich komm da nich ran"!?
      Es nahm, was es bekam.
      Und damit war es dran.
      Für kleines Lamm reichte auch geringere Dosis, falls sogar die großen Tiere vom gleichen Gift nahmen.
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      Um die Gegenwart zu verstehen und zu verbessern, müssen wir aus der nahen und weiteren Vergangenheit lernen, bei einer kranken Ziege die bisherigen und jetzigen Haltungsbedingungen analysieren - profund und schonungslos wie Dr. House. Das Wohl des Tiers steht über der Selbstgerechtigkeit ahnungsloser Halter.