Lautstarke Ziegen

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    • Lautstarke Ziegen

      Hallo in die Runde,

      das Thema schreiende Ziegen ist in dem Forum sicher nicht neu. Dennoch wollte ich mir als Ziegen- und Forums-Neuling, losgelöst von älteren Beiträgen, einfach noch mal Rat holen.

      Seit Ende März sind bei uns zwei Zwergziegen eingezogen. Nach anfänglicher Unruhe während der Eingewöhnung haben sie sich das Schreien eigentlich schnell abgewöhnt. (Außer das Böckchen ab und an, in der Hoffnung es gibt ein paar extra Futterrationen)
      Seit kurzem übe ich mit ihnen das an der Leine gehen. Am Wochenende habe ich einen längeren Ausflug gemacht und mich am Ende einfach zu den beiden mit in den Schatten gesetzt. Obwohl sie sich eigentlich nicht so gern streicheln lassen haben sich beide zu mir gelegt und genüsslich kraulen lassen. Als sie dann aber wieder allein waren, ging das Theater los. Lautes und eindringliches Schreien. Habew natürlich geschaut, was das Problem ist und schon waren sie ruhig. Als ich wieder ging, fingen sie wieder an. Es hat wirklich recht lange gedauert, bis sie sich wieder beruhigt haben.
      Jetzt habe ich natürlich Bedenken, dass das wieder los geht, sobald ich mich länger mit ihnen beschäftige.

      Vielleicht kann ich mir ja ein paar Tipps einholen.
    • Danke!

      Du hast Jungziegen, eigentlich noch Lämmer, die in der Natur noch überhaupt nicht alleine überleben könnten. Dennoch hälst Du sie ohne weitere Tiere.

      Es gibt Studien an Schafen, die zeigen, dass sich Schafe erst ab einer Gruppengrösse von mindestens 3 Tieren sicher genug fühlen, um keinen latenten Stress zu haben. John Mionczynski - ein Wildtierbiologe - nannte eine Gruppengrösse von fünf Tieren bei Ziegen und Wildschafen als die kleinste, funktionierende soziale Gruppe.

      Du bist mit zwei Ziegen also weit entfernt von a) Mindestgruppengrösse für Sicherheit und b) Mindestgruppengrösse für eine gesund funktionierende Gruppe.

      Dann hast Du Jungtiere, deren Umwelterfahrung altersbedingt noch sehr gering ist.

      Als nächstes solltest Du definieren, warum DU Dir die Ziegen angeschafft hast. Wenn Du kein Interesse an sozialer Interaktion und einer engen Beziehung hast (dann frage ich mich allerdings, warum man sich Tiere als Hobbyhalter anschafft.....), dann solltest Du die Interaktion mit ihnen auf das allernötigste beschränken. Der Nachteil hier ist, dass Umgang und Handling bei Wurmkuren, Klauenpflege, etc. deutlich erschwert wird.

      Ein Streichelgehege lässt ausserdem die Vermutung zu, dass ihr Rufen von den Bewohnern des Seniorenheimes mit irgendeiner Form von Aufmerksamkeit (Ansprache, Steicheln, Füttern) beantwortet wurde, so dass die Ziegen Menschen bereits als Sozialpartner verstehen.

      Deine Ziegen haben Angst und äussern Kontaktrufe auf der Suche nach Herden-/Artgenossen/Sozialpartnern.
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Zunächst danke für die Antwort.

      Allerdings verstehe ich nicht, dass herausgelesen werden kann, dass ich kein Interesse an Interaktion hätte. Habe ja geschrieben, dass ich mich mit den beiden beschäftigen möchte und auch bereits habe. Tierarztbehandlung oder ähnliches funktioniert.

      Demnächst sollen sie mit andern Tieren (Lamas) auf die Weide. Stehen zur Zeit nur nebeneinander um sich erst mal zu beschnuppern.
    • Zwergis schrieb:

      Hallo in die Runde,

      das Thema schreiende Ziegen ist in dem Forum sicher nicht neu. Dennoch wollte ich mir als Ziegen- und Forums-Neuling, losgelöst von älteren Beiträgen, einfach noch mal Rat holen.

      Seit Ende März sind bei uns zwei Zwergziegen eingezogen.


      Das heißt, Du hast sie erst ca. 10 Wochen.



      Nach anfänglicher Unruhe während der Eingewöhnung haben sie sich das Schreien eigentlich schnell abgewöhnt. (Außer das Böckchen ab und an, in der Hoffnung es gibt ein paar extra Futterrationen) Die Futterrationen, was verstehst Du darunter? Extra Leckerchen in Form von?...
      Zwergziegen sind extrem verfressen. Das Füttern mit 'Leckerchen' aus der Hand sorgt für aufdringliche, später verfettete Zwerge. Das ist lästig und für alle Beteiligten ungesund.

      Das junge Alter und die Zweierkonstellation ist selbstverständlich auch der Grund für dieses Schreiverhalten. Das schrieb Sanhestar ja schon schön ausführlich.

      Ich habe anfangs auch den Fehler gemacht und über Leckerchengabe versucht, das Vertrauen zu gewinnen. Das Ende vom Lied war: Sobald mich die Bande sah, fing kollektives Wehklagen an. :-o

      Nur das konsequente Ignorieren sorgte dann für Ruhe. Und sobald sie ruhig waren, kamen Streicheleinheiten.

      Dies nur so nebenbei erwähnt. Ich hoffe, Ihr habt Platz genug für 2-3 neue Zwergis, dann wird die Gruppe eh ruhiger...

      LG Elli
    • Ja ca. 9 Wochen.

      Ich habe die beiden mit Möhren Stückchen an die Leine gewöhnt und auch, dass sie die Beine anheben lassen. Habe das aber auch sehr schnell reduziert. Geht jetzt mit Geduld ohne Möhre, zur Not ein Blatt Löwenzahn. Dennoch muss ich aufpassen, mich nicht doch hinreißen zu lassen, noch mal frisches Heu oder ein paar Zweige zusätzlich zu geben, wenn sie mich eindringlich anschauen. Vielleicht möchte er ja auch eher Aufmerksamkeit statt Futter.

      An weitere Ziegen dachte ich auch schon. Aber ob sie sich dann mehr an ihre Artgenossen orientieren auch wenn ich jeden Tag da bin? Und sollten es dann erwachsene und erfahrenere Ziegen sein? Geschlecht?
    • Neu

      Zwergis schrieb:

      Zunächst danke für die Antwort.

      Allerdings verstehe ich nicht, dass herausgelesen werden kann, dass ich kein Interesse an Interaktion hätte. Habe ja geschrieben, dass ich mich mit den beiden beschäftigen möchte und auch bereits habe. Tierarztbehandlung oder ähnliches funktioniert.
      Du stellst im ersten Beitrag die Frage, ob Du Dich überhaupt mit ihnen beschäftigen kannst/sollst, wenn sie danach nach Dir rufen......

      Entweder bietest Du eine artgerechtere Gruppenzusammenstellung, um eine zu extreme Bindung an Dich zu vermeiden (was NICHT heisst, dass Ziegen als Herde nicht menschenbezogen sein können/werden); behälst die Anzahl bei (nicht ideal) und ignorierst sie mehr oder beschäftigst Dich mit ihnen mit dem erhöhten Risiko, dass sie weiterhin vermehrt rufen, wenn Du nicht zur Verfügung stehst.

      Eine neue Gruppe zusammenzustellen ist nicht einfach. Die beste Lösung wären Tiere aus der Herkunftsherde, sofern diese grösser ist (aus Deinem Beitrag geht nicht hervor, wie viele Tiere dort gehalten werden).

      Fremdziegen miteinander zu vergesellschaften kann zu länger andauernder Unruhe und Rangstreitigkeiten führen und es gibt keine Garantie, dass sich diese wild zusammengewürfelten Tiere irgendwann gut verstehen.
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Neu

      Zwergis schrieb:

      Demnächst sollen sie mit andern Tieren (Lamas) auf die Weide. Stehen zur Zeit nur nebeneinander um sich erst mal zu beschnuppern.
      Dann scheint Ihr ja recht viel Platz zu haben! Das ist prima. Ich habe allerdings mal gelesen, dass Lamas und Ziegen zusammen auf einer Weide wohl nicht so optimal sind, weil Ziegen grundsätzlich überall hinkötteln und Lamas wohl wesentlich reinlicher sind und sich extra Kotplätze anlegen.

      Ob das stimmt, können sicher Lamahalter hier im Forum beantworten...


      Zwergis schrieb:

      An weitere Ziegen dachte ich auch schon. Aber ob sie sich dann mehr an ihre Artgenossen orientieren auch wenn ich jeden Tag da bin? Und sollten es dann erwachsene und erfahrenere Ziegen sein? Geschlecht?
      In jedem Fall wird sich eine Gruppe bilden, die natürlich Dich als Oberhaupt (hoffentlich) anerkennt und in der Gruppe selbst wird natürlich eine gewisse Hierarchie herrschen.

      Von der Konstellation her hast du viele Optionen. Es gibt hier glückliche, reine Kastratengruppen oder reine Mädelsherden, wenn Ihr nicht vermehren möchtet, ebenso gemischte Kastratengruppen mit Mädels. Vom Alter her würde ich mittlerweile ähnlich alte Gruppen bevorzugen.

      Hättet Ihr vorher Alttiere dabei, würde ich dann zu Youngsters raten, damit diese von den Alten lernen können.

      Ja, sie werden sich an ihren Artgenossen orientieren, wenn es eine größere Gruppe ist (ab 5 aufwärts)

      So meine Erfahrung.

      Lg Elli
    • Neu

      Hallo,

      ich habe lange überlegt ob ich hier etwas schreiben sollte. Nun mache ich es und es ist nur eine kleine Anregung wie mir es ergangen ist. Ich hatte mir auch zwei Zwergziegen Geschwisterchen gekauft, der kleine Mann war auch schon kastriert. Sie hatte Hörner und er nicht (ist schon mal eine dumme kombination), damals wußte ich es noch nicht besser. Auch sie schrie sehr oft und sehr eindringlich, mit der Zeit legte es sich und sie brüllte nur noch wenn sie einen Bock wollte. Sie wirkten sehr unglücklich, sofort machten wir ihr neues zuhause fertig damit sie richtig toben konnten. Ihr Bruder war eher sehr zurückhaltend und wollte nicht so spielen wie sie. Dann habe ich hier öfter gelesen das es eine kleine Gruppe sein sollte und man sollte auch daran denken was ist wenn ein Tier verstarb? Dann wäre nur noch eine Ziege da *oops* , das leuchtete mir ein. Warum ich vorher nicht darauf gekommen bin ?( ? Keine Ahnung vieleicht hatte ich ein Brett vor dem Kopf gehabt. Nun sollten einige dazu kommen, war nicht so einfach eine Gruppe junger Ziegen hier in meiner Gegend zu bekommen. Dann hatte ich sie gefunden, 5 junge Böcke. Wir haben sie gleich neben unseren beiden untergebracht damit sie sich beschnüffeln konnten. Zuerst mußten sie ja noch kastriert werden, ehe sie zu den beiden kamen. Wurde auch gemacht und leider ist das eingetreten wovor manche hier warnen (und sie meinen es hier nur gut mit den Ziegen). Das Brüderchen ist von einem Tag zum anderen Verstorben (Ursache wurde gefunden ist ein anderes Thema), mit nicht mal 2 Jahren. Sie vermisste ihren Bruder und seine Nähe so doll und sie stand nur noch bei den anderen am Zaun. Sofort haben wir mit dem TA gesprochen und der sagte nur macht den Zaun auf. Sie haben sich alle super verstanden nach dem es mit den Hörnern geklärt war. Denke bitte daran, egal wie jung ein Tier ist, es kann immer mal was passieren auch wenn sofort der TA da ist. Ach so noch was, denke bitte daran ob du welche mit oder ohne Hörner hast, beides zusammen geht oft in die Hose.

      So nun habe ich euch genug gelangweilt ;)

      LG Petra
      Lebe heute, du weist nicht was morgen ist!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nikoma ()

    • Neu

      sanhestar schrieb:

      Du stellst im ersten Beitrag die Frage, ob Du Dich überhaupt mit ihnen beschäftigen kannst/sollst, wenn sie danach nach Dir rufen......
      Ich habe nicht die Frage gestellt, ob ich mich mit ihnen beschäftigen soll. Ich wollte mir Tipps abholen, wie ich mich mit Ihnen beschäftigen kann und die beiden dann trotzdem klar kommen, wenn ich wieder weg bin.

      ElliBesch schrieb:


      Dann scheint Ihr ja recht viel Platz zu haben! Das ist prima. Ich habe allerdings mal gelesen, dass Lamas und Ziegen zusammen auf einer Weide wohl nicht so optimal sind, weil Ziegen grundsätzlich überall hinkötteln und Lamas wohl wesentlich reinlicher sind und sich extra Kotplätze anlegen.


      Ob das stimmt, können sicher Lamahalter hier im Forum beantworten...
      Ja das stimmt. Aber die Lamas standen schon mal mit Kammerunschafen zusammen und das hat prima geklappt und kennen das Zusammenleben mit anderen Tieren.

      Ich werde mich einfach mal informieren, ob/wo es passende Zusatzziegen gibt. Gerade der Gedanke mit einer verbleibenden Ziege, falls etwas passiert, ist einleuchtend.
    • Neu

      Zwergis schrieb:

      sanhestar schrieb:

      Du stellst im ersten Beitrag die Frage, ob Du Dich überhaupt mit ihnen beschäftigen kannst/sollst, wenn sie danach nach Dir rufen......
      Ich habe nicht die Frage gestellt, ob ich mich mit ihnen beschäftigen soll. Ich wollte mir Tipps abholen, wie ich mich mit Ihnen beschäftigen kann und die beiden dann trotzdem klar kommen, wenn ich wieder weg bin.

      ElliBesch schrieb:

      Dann scheint Ihr ja recht viel Platz zu haben! Das ist prima. Ich habe allerdings mal gelesen, dass Lamas und Ziegen zusammen auf einer Weide wohl nicht so optimal sind, weil Ziegen grundsätzlich überall hinkötteln und Lamas wohl wesentlich reinlicher sind und sich extra Kotplätze anlegen.


      Ob das stimmt, können sicher Lamahalter hier im Forum beantworten...
      Ja das stimmt. Aber die Lamas standen schon mal mit Kammerunschafen zusammen und das hat prima geklappt und kennen das Zusammenleben mit anderen Tieren.
      Ich werde mich einfach mal informieren, ob/wo es passende Zusatzziegen gibt. Gerade der Gedanke mit einer verbleibenden Ziege, falls etwas passiert, ist einleuchtend.



      Super, das finde ich klasse! Und der Hinweis von Nikoma wegen der Hornlosen& Gehörnten ist ebenfalls sehr wichtig. Wie schön, dass Ihr so viel Platz zu haben scheint. So steht einem bald glücklichen Ziegenleben bei (hoffentlich) karger, artgerechter Ernährung nichts mehr im Wege. Möhrchen müssen übrigens auch nicht sein. Tolle Leckerchen (so sie denn sein müssen: Weißdornzweige, Brombeerranken, ungespritzte Obstbaumzweige (ohne Obst dran!), im Winter bevorzugt Nadelgehölze ( ohne Thuja und Taxus) ... etc..( gerne mal die Suchfunktion nutzen)


      Viel Spaß und viel (und schnellen) Erfolg bei der Suche nach den passenden Ziegen!

      LG Elli