freilebende Wölfe....

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    • freilebende Wölfe....

      ....da ich hier im Wendland in einer AG-Wolf mitarbeite kam mir die Idee, das Thema mal in unser Forum zu stellen. Inzwischen haben wir ja recht internationale Mitglieder, die vielleicht auch in Wolfsgebieten wohnen. Mich würde einmal interessieren, wie dort die Interessen der Ziegenhalter gewahrt werden, wie sie sich schützen , wie die Akzeptanz aussieht...Auch wir werden bei uns mit dem Wolf wieder leben lernen müssen...ein heiss in den Jagdkreisen diskutiertes Thema... :) Christa
    • Re: freilebende Wölfe....

      allerdings ist das ein heisses thema ;)

      vor allem hier in der schweiz #heul# #heul# #heul#

      hier ist der wolf zum abschuss frei gegeben, da die schäfer ihre interessen gut durchsetzen können.

      ich bin der meinung, er gehört hier in die berge !!!!

      aber da hier schäfer und zieger ( ich eingeschlossen ) die tiere den sommer über in die berge treiben, ist der wolf wohl fehl am platz :evil:

      aber ziegen sind hier auch noch nie vom wolf angegriffen worden......sondern die schafe.
      und die werden in fetzen gerissen vom wolf.....nicht nur um seinen hunger zu stillen.....sondern er reisst dann bis zu ca. 15 stück.

      gruss

      dirk
      Die Dinge Singen, Hör Ich So Gern
    • Re: freilebende Wölfe....

      Hallo,
      ich bin ja auch ein Befürworter der Idee, das sich unsere heimischen Bambis Reißzähne wachsen lassen sollten.
      Im Ernst, die Jäger jammern doch immer so viel wegen Wildverbiß und nehmen dies als Vorwand der gezielten "Bambi-Hege", da sollten die doch erleichtert sein, wenn der Wolf da ein bischen hilft.
      Zugegeben, den Schäfern müßte finanziell bei Verlust vielleicht geholfen werden. Hier bei uns gibt es keine Wanderschäfer, vielleicht könnte man dann die Zäune optimieren.

      Klar gehe ich gerne mit meinen Hunden in den Wald (jaja, angeleint), aber ich würde auch darauf verzichten wenn ich wüßte, ich müßte Angst um meine Hunde haben (vermutlich aber hat der Wolf mehr Angst vor uns als wir vor ihm). Ich darf halt keine rote Kappe beim Gassigehen tragen :D
      Ich würd mir vor Angst in die Hosen machen, aber von mir aus darf hier auch der Bär rumstromern. Wir haben viel zu sehr in die Natur eingegriffen, es ist rechtens, wenn die Natur sich ein paar Gebiete zurückholt. Dann hört auch das Pilzgesammel und durch das Wald gerufe und gestampfe auf (wir würden dann damit auch aufhören).

      Aber wir brauchen uns ja wegen der Wölfe sowieso keine Gedanken machen, solange noch Jäger rumlaufen, die Wölfe mit Schäferhunden verwechseln (Bärbel!). Oder meinen, das Tier ist an der Pfote (?) so verletzt, da muß das Tier aber sofort von seinen Leiden erlöst werden (dieses Jahr in .... Sachsen?...). Fein, dass da jetzt ein Muttertier alleine mit den beiden Rackern rumläuft und zusehen muß, wie sie ihre Bande alleine satt kriegt, da nachweislich der Vater erschossen wurde.

      LG
      Silke
    • Re: freilebende Wölfe....

      ....hallo Silke, zu dem Muttertier hat sich jetzt anscheinend ein männliches Tier gesellt...evtl. hat er vorher schon geholfen die Jungen zu versorgen, sie leben alle.... zum "pfotenverletzten":..gezielt von Jägern lahmgeschossen....dann versucht ihn zu töten, wobei der Schuss ihn querschnittslähmte....dann hat ein dritter, der ihm in den Kopf schoss...und er war immer noch nicht tot...!!!! ein Prozessauftakt, bei dem es von Experten nur so wimmelte...mindestens zwei Wölfe auf der anderen Seite der Elbe, bei Lübtheen geschossen und eingebudelt, nach dem Motto der drei S: schiessen, scharren, schweigen....dann Jäger, die ihn sich unbedingt wieder wünschen, damit wir ein natürlicheres Miteinander haben....es ist ein heisses Thema, hier bei uns...
      Ich denke auch, dass die Tierhalter auf keinen fall alleingelassen werden dürfen, wenn wir Wölfe tatsächlich wieder wollen. Angefangen bei der Zahlung von Entschädigungen, bei der Hilfe und finanzieller Hilfe bei der Beschaffung spezieller Zäune.
      Aufklärungsarbeit, damit das Rotkäppchendenken aus unseren Köpfen verschwinden kann. Es werden bestimmte Formen der Weidemöglichkeiten nicht mehr sein können, wie z.Bsp. das im Süden verbreitete Antüdern am Waldrand. Ausgebildete Hütehunde und nachts das Verbleiben in gesicherten Einzäunungen wird nötig sein....alles überhaupt nicht einfach...
      Dirk, weißt Du wieviel Wölfe es noch in der Schweiz gibt?...und wann für den Abschuss abgestimmt wurde?....lieben Gruss, Christa
    • Re: freilebende Wölfe....

      Hallo Christa,

      ich habe mich in den Sommermonaten auch mal mit dem Thema befasst, bin aber zu dem Schluss gekommen, dass alles noch nicht so heiß gegessen wird, wie gekocht.

      Hatte Kontakt mit der Gesellschaft zum Erhalt der Wölfe, die ja auch das Projekt in Sachsen betreuen und habe mich mit Herdenschutzhundausbildern unterhalten (denn nicht ein Hüte(!)hund, sondern ein Herdenschutz()hund muss dann mitlaufen).

      Grundtenor:

      in den Anfangsjahren kann/wird eine optimierte Einzäunung ausreichen = IMMER stromführend, IMMER die Bodenlitze gegen Anheben gesichert, IMMER hoch genug gegen Überspringen (die 106/108er Hütenetze für Ziegen werden da teils schon als ausreichend betrachtet, ansonsten Erhöhung auf 1,20 mittels Weidezaunpfählen und Flatterband).

      Begründung: es wird Jahre dauern, bis sich Rudel etablieren, erst mal wandern Einzeltiere ein, und bis diese Rudel erfahren genug sind, sich an eingezäunte Herden zu wagen, wird es ebenfalls dauern.

      Was NICHT passieren darf (und das spielt sich wohl teilweise in Sachsen und auch in der Schweiz ab), sind ungesicherte Herden oder Einzeltiere, schlampig aufgebaute Zäune, nicht genug Strom auf den Zäunen, etc. die den Wölfen ein durch Jagderfolg gesichertes Lernerlebnis bieten.

      Es bestehen übrigens schon entsprechende Vorgaben von seiten der Länderregierungen, Schaf- und Ziegenhalter bei der "Aufrüstung" zu unterstützen (Zaunmaterial, Herdenschutzhunde) und auch Verluste auszugleichen (aber nur, wenn die Tiere fachgerecht gehütet wurden) und hier im Landkreis gab es schon Infoveranstaltungen zur Wiedereinwanderung von Wölfen.

      Herdenschutzhunde "lohnen" sich wohl auch erst ab einer bestimmten Wolfsdichte, da die Hunde sonst wohl mangels Wolfkontakt/schützende Aktionen zum einen Fehlverhalten entwickeln können (verlassen der Herde, streunen), zum anderen dann über Jahre keine Erfahrungen sammeln können und bei später stattfindenden Wolfkontakten keinen "Plan" zum Schutz der Herde haben (da ja jahrelang nichts in dieser Richtung passiert ist).

      Zur Überbrückung stünde dann die Maremanno-"Eingreiftruppe" aus der Schweiz zur Verfügung bzw. gäbe es mittlerweile wohl genug zur Zucht einsatzbare HSH mit Herdentauglichkeit, um kurzfristig dann einen guten Hund zu erhalten.

      Für mich hat sich aus den Gesprächen ergeben, dass ich erstmal noch ganz unpanisch abwarten werde, ob es ein Einzelwolf überhaupt bis in den Vogelsberg schafft (sind ja nicht gerade wenige Autobahnen und Bahnlinien rundherum) und dann sehe ich weiter.

      Nach Auskunft der Ges.f.d.E. der Wölfe hätten Ziegenherden mit guten Wehrverhalten mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr gute Chancen, Einzel- und unerfahrene Wölfe allein durch "Wagenburgbildung" und das weniger panische Fluchtverhalten in grösseren Gruppen abzuwehren.
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Re: freilebende Wölfe....

      In Portugal gibt es nur noch in den Bergen im äußersten Nordosten stabilere Wolfsbestände. Im angrenzenden Galizien ist der Wolf häufiger und weiter verbreitet. Bereits seit 1905 gibt es in Portugal die "Grupo Lobo" für den Schutz des Wolfes und seines Lebensraumes. Noch im 19.Jahrhundert war der Wolf in Portugal mit seinen vielen Schafen und Ziegen weit verbreitet. Deshalb existieren hier vorzügliche Herdenschutzhundrassen wie der Rafeiro do Alentejo und der Cão da Serra da Estrela.

      Grüße aus Portugal!

      Richard
    • Re: freilebende Wölfe....

      Die aktuellen Zahlen über den Wolfsbestand in Deutschland belaufen sich auf etwa 50 Tiere, aufgeteilt über fünf Wolfsrudel, ein Wolfspaar und einige Einzelgänger.

      Die Bestandszahlen der Wölfe in Europa (Stand Oktober 2008):

      Karpaten 5.000 Tiere
      Dinarischer Balkan 5.000 Tiere
      Polen mind. 550 Wölfe in 110 Rudeln
      Westalpen 130-160 Tiere
      Iberien 2.400 Tiere
      Italienische Halbinsel 500-800 Tiere
      Schweiz Einzeltiere
      Finnland, Estland, Lettland 750 Tiere
      Baltikum 3.600 Tiere
      Norwegen und Schweden 130-150 Tiere

      Grüße aus Portugal!

      Richard
    • Re: freilebende Wölfe....

      Wölfe zählen zu meinen absoluten Favoriten unter den Wildtieren.

      Ein interessantes Interview mit dem renommierten russischen Wolfskenner und Wolfsschützer Vladimir Bolagov über Wölfe in Rußland hier:

      <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.canis.info/interviews/bologovtverrussland.htm">http://www.canis.info/interviews/bologo ... ssland.htm</a><!-- m -->

      Grüße aus Portugal!

      Richard
    • Re: freilebende Wölfe....

      Bilder von der "Winterreise 2009" zu den Wölfen von Vladimir Bolagov.

      [attachment=2]<!-- ia2 -->1-5342.jpg<!-- ia2 -->[/attachment][attachment=1]<!-- ia1 -->5473.jpg<!-- ia1 -->[/attachment][attachment=0]<!-- ia0 -->guy5693.jpg<!-- ia0 -->[/attachment]

      Alle von der Seite: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.wolfshilfe.de/Winterreise2009.html">http://www.wolfshilfe.de/Winterreise2009.html</a><!-- m -->

      Grüße aus Portugal!

      Richard
      Bilder
      • 1-5342.jpg

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    • Re: freilebende Wölfe....

      "Alewirts" schrieb:

      es hatte schon seine gründe warum unsre vorfahren ihn vertrieben haben .gruß Andy


      Hallo,

      unsere Vorfahren haben den Wolf nicht vertrieben, sondern ausgerottet. Aufgrund von Vorurteilen, Unwahrheiten, Aberglaube, Konkurrenzdenken (der herrschaftlichen Jäger) und Profilierungssucht.

      Früher gingen mit den Herden Hirten raus, um Angriffe durch Raubtiere zu verhindern. Die heutige Koppelhütehaltung ist das Problem, nicht die Raubtiere.

      Und ja, ich möchte auch keine Kadaver finden, aber ich werde deswegen nicht gegen die Wiederansiedlung arbeiten, sondern für den Schutz meiner Tiere durch entsprechende Maßnahmen der heutigen, modernen, aufgeklärten Welt (die sich nicht mehr vor dem Wolf fürchten sollte, weil er kleine Kinder frisst).
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Re: freilebende Wölfe....

      "Alewirts" schrieb:

      ... es hatte schon seine gründe warum unsre vorfahren ihn vertrieben haben .


      Ja...wie z.B. Fehlwissen um ein natürliches Gefüge, Ignoranz und verlogene Schauermärchen!

      Der Wolf ist ein Tier, das in unsere Gegend gehört und das von dummen Bauern, die Angst um ihre Schafe hatten, ausgerottet wurde. Dadurch wurde ein komplettes System durcheinandergebraucht...hüppske, woher kommen denn plötzlich die vielen Häschen, die den Salat aus dem Garten klauen?

      Wir teilen uns mit den Tieren ein Areal und haben null Anrecht darauf, zu entscheiden, welche Tierart dort zum Vorteil unserer Bedürfnisse und Wünsche ausgemerzt werden muss.
      Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss schließlich auch mit jedem Ar*** klar kommen!
      _________________________________________________________________________________

      Die meisten Tiere haben Besitzer - Ziegen haben Personal!
      _________________________________________________________________________________

      Nehmt Euch mal die Zeit!!!
      veg-tv.info/Earthlings
    • Re: freilebende Wölfe....

      "sanhestar" schrieb:

      unsere Vorfahren haben den Wolf nicht vertrieben, sondern ausgerottet. Aufgrund von Vorurteilen, Unwahrheiten, Aberglaube, Konkurrenzdenken (der herrschaftlichen Jäger) und Profilierungssucht.


      "Locura" schrieb:

      Der Wolf ist ein Tier, das in unsere Gegend gehört und das von dummen Bauern, die Angst um ihre Schafe hatten, ausgerottet wurde.


      Persönlich liegt mir das Schicksal des Wolfes sehr am Herzen. Deshalb ein Hinweis: Ein ganz wichtiger Punkt, wenn es darum geht, zu einem tragbaren Verhältnis zwischen Mensch und Wolf und damit zu einer echten Chance für dessen Wiedereinbürgerung gerade in vom Menschen weitgehend denaturierten Räumen zu gelangen, ist es, auch die Sorgen von (nicht nur hobbymäßigen) Hirten und Bauern in diesem Zusammenhang ernstzunehmen. Nur so kann überhaupt Verständnis entsehen - zugunsten des Überlebens des Wolfes. Selbstgerechtigkeit ist dabei alles andere als hilfreich. Ebensowenig wie ein moralisierendes Betrachten der Geschichte, das völlig andere Zeiten und ganz andere Umstände aus der Sicht von uns Heutigen wertet. Jedenfalls ist die rasante Naturzerstörung und die rapide Ausrottung von Arten weltweit eine traurige Erscheinung der Neuzeit und nicht das Werk von "dummen Bauern" vorindustrieller Zeiten.
      Ob ein für das Überleben des Wolfes unabdingbar notwendiges Verständnis seitens der Landwirtschaft dadurch erreicht werden kann, daß man - womöglich gar als Städter - die geschichtliche Herkunft dieses Standes als von "dummen Bauern" bezeichnet, wage ich sehr zu bezweifeln. Die Angst, welche jene "dummen Bauern" in früheren Zeiten um ihre Schafe hatten, war eine sehr konkrete Angst dieser gerade nach dem verheerenden Dreißigjährigen Krieg zumeist bettelarm und in unvorstellbarer Not lebenden Menschen um ihren einzigen Besitz - und damit um die Lebensgrundlage für ihre Familien.
      Naturschutz und Naturverständnis gehören zu den wichtigsten Dingen überhaupt. Für mich sind es die allerwichtigsten. Gerade dort, wo infolge von Überbesiedelung der Naturerhalt ein besonders brennendes Problem ist, dort ist es für den Naturschützer auch in besonderem Maße geboten, die Bedürfnisse von Tier und Mensch gleichermaßen im Blickfeld zu haben, um bei letzterem, wo Vorbehalte bestehen, Verständnis herbeiführen zu können.

      Grüße aus Portugal!

      Richard
    • Re: freilebende Wölfe....

      Hallo zusammen,
      also ich bin der Meinung, dass wir in Deutschland keinen Platz mehr haben für so große Raubtiere wie Wolf oder Bär. Es gibt viel zu viele Leute überall. Ich glaube, dass diejenigen, die es sich romantisch vorstellen, wenn wieder Wölfe in den Wäldern heulen, ganz schnell anderer Meinung sind, wenn ihre eigenen Tiere Opfer werden oder sie sich selbst mal bedroht fühlen. Was da los ist, hat man ja bei Bruno gesehen.
      Liebe Grüße
      Barbara
    • Re: freilebende Wölfe....

      Hallo Barbara,

      es eignen sich nur wenige Regionen in Deutschland überhaupt noch als Wolfs"refugium", in den meisten Gegenden ist die Besiedlungsdichte schon viel zu hoch.

      Aber, mal ehrlich, spürst Du die Wölfe in Sachsen (ist ja auch Deutschland) schon am Bodensee?
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Re: freilebende Wölfe....

      "sanhestar" schrieb:


      Aber, mal ehrlich, spürst Du die Wölfe in Sachsen (ist ja auch Deutschland) schon am Bodensee?

      Hallo Sabine,
      ich glaube, dass es den Sachsen genauso wenig gefallen würde wie mir, wenn ihnen ihre Tiere vom Wolf in Stücke gerissen würden. Ich persönlich hätte kein gutes Gefühl beim Waldspaziergang, wenn ich damit rechnen müßte, einem Wolfsrudel zu begegnen. Dass die Gebiete in Sachsen oder Bayern größenmäßig ausreichen, um Wölfe dauerhaft anzusiedeln ohne dass es zu Problemen mit Menschen kommt, kann ich mir nicht vorstellen. Ich denke, dass da die Waldgebiete z.B. in Skandinavien viel besser geeignet sind.
      Gruß
      Barbara
    • Re: freilebende Wölfe....

      Da die Wölfe nun mal bei uns schon eine Weile wieder da sind, muss ich doch meinen Senf dazu geben.

      Mein Vaddi wohnt ca. 20 km Luftlinie von der Stelle entfernt, wo der letzte Wolf von einem Auto überfahren wurde. :evil:
      Er hatte bis letztes Jahr auch den Hof voller Viehcher und den einzigen Feind den er da hatte war der Fuchs. Es ist richtig, dass die Bevölkerungsdichte sehr hoch ist, im Vergleich zu den Jahren als der Wolf noch "normal" war in D. Auch dass viele Schäfer dort die Schnauze voll habe und den Wolf gern zum Teufel jagen möchten. Aber es gibt auch Schäfer welche das nicht so verbissen sehen. (ha...Wortwitz *oops* )

      Der Wolf jagt nicht, wie das Wildschwein, im Garten. Er reißt die Schafe und meistens, so seh ich das, wird ihm das auch ziemlich leicht gemacht. Wenn ich weiß, dass der Wolf sich da rumtreibt, kann ich doch nicht nur 2 Drähte ziehen und hoffen die halten den Wolf ab.

      Ich habe Netze gespannt und hatte Strom drauf, trotzdem haben die Wildschweine 7 Stäbe rausgezogen. Und da häng ich manchmal schon dran wie ein Schluck Wasser, an einem! Ich konnte mir nur annähernd ausmalen was passiert wäre, hätte ich die Ziegen und Lämmer draußen gelassen. So waren die Schafe in der Nachbarwiese und die haben wohl nicht viel mitbekommen.

      Die Wälder in denen sich der Wolf niedergelassen hat, sind sooo langweilig, da geht man nicht spazieren. Die ganze Gegend ist so was von öde, also nur wenn dein Mann dich loswerden will, fährt er mit dir in die Ecke der Lausitz und geht mit dir dort "spazieren"...nimm auf jeden Fall ein Handy mit, falls dort Empfang ist. ;)

      Fakt ist aber, der Wolf ist nun mal da und er soll auch bleiben... so lange sich manche Menschen benehmen als wären sie "wilde Tiere" hat der Wolf seine Daseinsberechtigung schon laaange erhalten :P

      LG
      Jeannette
      Der Mensch hat die Atombombe erfunden; ...käme eine Maus auf die Idee, eine Mausefalle zu konstruieren...
    • Re: freilebende Wölfe....

      Grüß Dich Barbara

      Trotz der Überbesiedelung in den Ballungsgebieten sowie überhaupt gibt es in Deutschland durchaus noch Gebiete, die Platz bieten für Wolf, Luchs und sogar den Bären. Die Sache mit Bruno war durch einen zudem noch in die Zeit des sogenannten Sommerlochs fallenden Sensationsjournalismus gepaart mit unfähigem Bürokratismus und geschürter Hysterie zur Irrationalität aufgeblasen worden. Er ist kein Maßstab für Wiedereinbürgerung.
      Vor längerer Zeit lebte ich in nördlichen Breitengraden außerhalb Europas in einem Gebiet mit großer Bärendichte. In all diesen Jahren wurde dort nur ein Fall bekannt, daß ein Bär einen Menschen angefallen hat - aber nicht getötet. Mit einem Tritt gegen die Schnauze wurde er in die Flucht geschlagen.
      Bären sind faszinierende Geschöpfe. Selbst wenn man ihn nicht sieht, spürt man seine Gegenwart mit einer kaum zu beschreibenden Intensität. Nicht umsonst gilt er vielen Indianerstämmen als wichtiges spirituelles Krafttier.
      Selbst wo Wölfe oder auch Bären frei leben, ist die Angst vor Angriffen auf den Menschen in aller Regel unbegründet. Bezüglich Bären sieht es anders aus, wo diese in stark frequentierten Nationalparks die natürliche Scheu vor dem Menschen verloren haben. Ansonsten sind sie und auch Wölfe eben Wildtiere, deren Scheu vor dem Menschen auch nicht viel anders ist als die etwa eines Rehes oder Elches.
      Ich stimme Dir aber zu, wenn Du der Meinung bist, daß solche Wiederansiedlungsprogramme oftmals zu idealisiert und vereinfacht angesehen werden. Eine momentane Zunahme, das heißt die Einwanderung oder das Durchstreifen von Wölfen ist vor allem keineswegs ein Hinweis auf eine grundsätzliche Verbesserung der ökologischen Gesamtsituation. Im Gegenteil ist diese gerade in Deutschland vermutlich bereits jetzt auf unabsehbare Zeit unumkehrbar geschädigt, so daß eine Wiederansiedlung von Wölfen lediglich ein zwar sehr interessantes, aber nichtsdestotrotz nur ein Feigenblatt über der Tatsache des durch menschlichen Eingriff in dramatischem Ausmaß zerstörten Gefüges der Natur darstellte.

      Grüße aus Portugal!

      Richard
    • Re: freilebende Wölfe....

      Hallo Barbara,

      Lausitz, Brandenburg, Sachsen leben nun schon seit Jahren mit Wolfsrudeln, teilweise seit Mitte der 90er Jahre (das sind mittlerweile über 10 Jahre Wölfe in Deutschland!).

      Es gibt Konfliktpotential aber ich bin mir sicher, dass über's Jahr und deutschlandweit gesehen Attacken von Hunde auf Schafe und/oder Ziegen sicherlich in ähnlicher Häufigkeit vorkommen (nur werden diese nicht medienwirksam ausgeschlachtet).

      Mir wird mit Sicherheit ein Schauder über den Rücken laufen, sollte mir irgendwann mal abends im Wald oder auf den Weiden Wolfsgeheul entgegenschallen. Warum auch nicht, als Primat(abkömmling) waren meine Vorfahren vor langer Zeit (sagen wir mal 2 Mill. Jahre) Beute auch für Wolfsrudel und das genetische Gedächtnis ist noch da (warum wohl lösen Raubtiere so enorm emotionale Reaktionen aus, wohingegen die Gefahr z.B. des Autofahrens als "normal" betrachtet wird). Aber danach wird sich doch hoffentlich mein Verstand einschalten, der mich davon abhält, mich wie ein Beutetier zu verhalten.

      Überleg' Dir mal bitte Deine Gedankengänge: Du fürchtest, von einem Rudel scheuer Beutegreifer, die jahrhundertelang vom Menschen verfolgt wurden und nur durch meiden des Menschen überlebt haben, angegriffen zu werden aber wagst Dich täglich in den Strassenverkehr, der nachgewiesenermassen Tausende von Menschen, Haustieren und Wildtieren jährlich das Leben kostet.
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Re: freilebende Wölfe....

      "sanhestar" schrieb:

      Es gibt Konfliktpotential aber ich bin mir sicher, dass über's Jahr und deutschlandweit gesehen Attacken von Hunde auf Schafe und/oder Ziegen sicherlich in ähnlicher Häufigkeit vorkommen (nur werden diese nicht medienwirksam ausgeschlachtet).


      Genauso ist es. Im nordwestspanischen Galizien mit einem wieder recht guten Wolfsbestand werden die Hirten für jedes von einem Wolf gerissene Tier entschädigt. Da versteht es sich von selbst, daß auch die sicher nicht wenigen von Hunden gerissenen Schafe von den Hirten unter "Wolf" verbucht werden und sich entsprechend in der Statistik niederschlagen. Nicht nur in Galizien, sondern überall, wo es Wölfe gibt und Entschädigung für von ihm - aber nicht von Hunden gerissene Haustiere.

      Mir wird mit Sicherheit ein Schauder über den Rücken laufen, sollte mir irgendwann mal abends im Wald oder auf den Weiden Wolfsgeheul entgegenschallen. ... wohingegen die Gefahr z.B. des Autofahrens als "normal" betrachtet wird). ... aber wagst Dich täglich in den Strassenverkehr, der nachgewiesenermassen Tausende von Menschen, Haustieren und Wildtieren jährlich das Leben kostet.


      Wolfsgeheul, so schaurig und überraschend es klingt, wenn man es zum ersten Mal in freier Wildbahn - "ohne Zaun dazwischen" - hört, hat mir noch keinen Schauder verursacht, sondern mich immer nur unheimlich fasziniert. Dagegen muß ich sagen, daß es schon ein sehr eigentümliches Gefühl ist, allein inmitten eines einsamen nordischen Urwaldes zu sein und einen Bären zwar nicht zu hören und zu sehen, aber durch seine nicht näher zu beschreibende immense Präsenz doch ganz deutlich in der Nähe zu wissen. Das verursachte mir zwar keine Angst als solche, aber es war eben doch ein ganz eigenartiges Gefühl.
      Daß die Menschen sich weit sorgloser in die viel größere Gefahr des Straßenverkehrs wagen als in ein von Bären und Wölfen bewohntes Gebiet, liegt auch deshalb in der menschlichen Psyche begründet, daß man unbewußt davon ausgeht, daß es bei einer derartigen Menge von Verkehrsteilnehmern schon nicht einen selber "erwischen" wird - mit dem Bär im Wald ist es eine "Eins-zu-Eins-Situation". Noch dazu eine solche mit einer gegebenenfalls ganz klaren Opferzuordnung.

      Grüße aus Portugal!

      Richard