Heu: Verschwendung vermeiden

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    • Heu: Verschwendung vermeiden

      In der Oktober-Ausgabe der Fachzeitschrift des BGK (Beratungs- und Gesundheitsdienst für Kleinwiederkäuer) findet sich unter dem Titel "Mit den Fütterungsempfehlungen für Ziegen Futterverschwendung vermeiden" ein Artikel, dessen Fazit ich sehr interessant finde:

      "Durch Verlesen des Futters erhöhen die Ziegen die Energiegehalte der [Heu-]Ration um 1.8 bis 4.8% und die Rohproteingehalte um 1.8 bis 4.7%. Diese Konzentration ist umgekehrt proportional zur vorgelegten Futtermenge. Je grösser die Ration war, umso geringer war die Energiekonzentration der verzehrten Ration. Die Tatsache, Futter in reichlichen Mengen zur Verfügung zu haben, reduziert das selektive Fressverhalten der Tiere. Folglich sind die Gehalte der tatsächlich von den Ziegen verzehrten Rationen höher, wenn die Tiere das Futter verlesen. [...] Bei Befolgung der gültigen Fütterungsnormen, welche Reste in der Grössenordnung von 10-20% erlauben, liess sich feststellen, dass die zusätzliche Futtergabe die Leistungen des Tieres nicht beeinflusste (Gewicht und Milchproduktion). Ausserdem verlesen die Tiere bei umfangreicheren Rationen, auch wenn sie mehr Futter fressen, ihre Ration weniger gut und lassen Reste mit beachtlichen Nährstoffgehalten zurück. Mit anderen Worten: Wenn man zu viel Futter gibt, wird die Ration nicht mit derselben Effizienz verwertet und es wird Futter verschwendet."

      Ich habe den eigenen Versuch unter dem Motto "Weniger ist mehr" gestern gestartet und bin gespannt, ob sich die astronomische Verschwendungssucht meiner Ziegen dadurch tatsächlich reduzieren lässt... :rolleyes:

      Gruss!

      Abra
    • Mecker Fredy schrieb:

      ich mische meine heurationen mit gutem stroh, dadurch haben sie länger was zu tun und lesen wirklich besser aus.


      Hallo Meckerfreddy,

      ich hoffe, mit gutem Stroh meinst du unbehandeltes- ohne Glyphosat...

      Es ist erschreckend, was in Deutschland alles unternommen wird, um eine bessere Getreideernte zu erzielen.

      LG Elli
    • Hallo zusammen

      Also meine sauen auch mit dem Futter rum.
      Liegt zum einen an der suboptimalen Futterraufe. Und zum anderen am Futterangebot.
      Ich füttere auch schon seit einigen Wochen Stroh zu. Wobei ich feststellen muss, dass Haferstroh ungern gefressen wird obwohl wesentlich längerer Halm und auch Unkrautanteile mit drin sind. (Unkraut deshalb, weil mein "Lieferant" gar nichts gegen das Unkraut tut wegen der Kosteneinsparung)
      Gerstenstroh wird fast genauso gern gefressen wie Heu. und wenn sie anfangen großartig rumzusauen, gibts zur nächsten Mahlzeit einfach nur die Hälfte und wenn es ganz schlimm ist dann nur Stroh und gar kein Heu.
      So sind meine Erfahrungen. Auch ganz ohne Studie. Reine Beobachtungen.

      Gruß
      Micha
    • Mecker Fredy schrieb:

      ich mische meine heurationen mit gutem stroh, dadurch haben sie länger was zu tun und lesen wirklich besser aus.

      Gute Idee. Ich mische derzeit grobes Heu mit feinem Emd, das hat vermutlich denselben Effekt: Durchmischung fördert die Selektion.

      Stroh frisst meine Bande nicht -- abgesehen vom Reisstroh neuer Besen. X(

      Was verstehst du unter "gutes Stroh"?
    • Also wenn ihr mal was ausprobieren wollt, denn stopft eure Raufe unten mit Stroh voll. Also so knapp 10 cm am Boden der Raufe. Dadurch fällt das kurze Heu, also die Reste, nicht durch die Raufe auf den Boden. Funktioniert bei mir ganz gut. Meine Bande neigt nämlich auch dazu erst alles aus der Raufe zu ziehen und sich denn drauf zu legen. ;)
    • Hallo,

      ich habe diese Wintersaison nun ein Experiment begonnen. Ich habe Texas Trading Elemente aus der Pferdehaltung über, und die habe ich in den Ziegenstall eingebaut, um der "Verschwendung" Herr zu werden. Erstens ist die Konstruktion sehr luftig und die Ziegen müssen nun durch das Gitter im Futtergang fressen. Und siehe da: nachdem sie erst einen Tag lang nicht fraßen (ist ja auch gefährlich den Hals durch die Stangen zustecken... :D hat man ja sonst NIE gemacht... :D ) ist nun der Erfolg sichtbar. Das Heu bleibt auf dem Futtergang, wird nicht in den Stall hineingezogen. Ich kann weniger füttern und bin für´s erste zufrieden. Ich hoffe, dass die ersten 14 Tage keine Ausnahme bleiben, aber es sieht nicht so aus.Denn dann kämen meine Ziegen in den Genuss des von Abra beschriebenen Fressverhaltens. Und das wär ja gut!

      Gruß Marion
      Wenn dieZiege nicht spricht, so liegt es daran, dass sie nicht sprechen will.
      Afrikanisches Sprichwort
    • der obige Versuch wurde im Hinblick auf Energie- und Rohproteinauswertung durchgeführt. Was nicht betrachtet wurde - oder es steht nicht in der Zusammenfassung - ist der Rauhfasergehalt und Auswirkungen auf die Pansenflora, wenn die Ziegen weniger, jedoch hochwertigeres (somit mit geringerem Rauhfasergehalt) Heu selektieren.

      Ja, diese Beobachtungen sind wichtig für gewerbliche Ziegenhalter, da Futterkosten einen erheblichen Kostenpunkt darstellen, aber mir fehlt die Betrachtung der Gesamtgesundheit der Ziegen.
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • sanhestar schrieb:

      der obige Versuch wurde im Hinblick auf Energie- und Rohproteinauswertung durchgeführt. Was nicht betrachtet wurde - oder es steht nicht in der Zusammenfassung - ist der Rauhfasergehalt und Auswirkungen auf die Pansenflora, wenn die Ziegen weniger, jedoch hochwertigeres (somit mit geringerem Rauhfasergehalt) Heu selektieren.

      Ja, diese Beobachtungen sind wichtig für gewerbliche Ziegenhalter, da Futterkosten einen erheblichen Kostenpunkt darstellen, aber mir fehlt die Betrachtung der Gesamtgesundheit der Ziegen.

      Es ist genau so, wie SABINE es schreibt!

      Wenn es in dem Artikel heisst: "wird die Ration nicht mit derselben Effizienz verwertet und es wird Futter verschwendet."

      dann muss man sehen, dass Effizienz immer auf etwas gerichtet ist, hier: kurzfristige Profitsteigerung, erreicht durch Kostenminderung.
      Alle anderen Beiträge gehen nicht auf das Wesentliche ein oder verkennen sogar dessen Stossrichtung.

      Eigentlich traurig.
      Liebe Grüsse
      Piroschka
      _______________

      Wenn sie nicht wissen, wie Osmose abläuft, wie will man da erwarten, daß sie den French Kiss, den bacio fiorentino, den Zungenkuß beherrschen?
    • Hallo Moritz, danke für deinen freundlichen Rundumschlag! Dies war mein letzter Beitrag für dies Forum! Meine Sachkenntnis scheint nicht gefragt! Ich verabschiede mich! Grüß Gott wenn ihr ihn seht seht ihr Zwei haltet Einen fest für Eure Ziegen

      Herzliche Grüße Marion
      Wenn dieZiege nicht spricht, so liegt es daran, dass sie nicht sprechen will.
      Afrikanisches Sprichwort
    • :D seit doch nicht ewig kindisch eingschnappt #schlafen#

      ich halte auch nix vom firlefanz der verlesung ....... meine bekommen gutes heu, was herunterfällt wird als einstreu verwendet - bin ich schnell genug damit die tierchen nicht draufsteigen, wird das meiste sogar noch gemampft.....und habe 0% verschwendung.....wenn auch die einstreu einige cent teurer wird (spielt bei meiner miniherde keine rolle)

      wäre ich großherdenhalter und müsste davon leben, würd ich mir bestimmt etwas mehr sorgen machen und mir abra's beitrag mal durch den kopf gehen lassen #freunde#
      Herrchen unser, der du bist am Hofe; geheiligt werde deine weide; das astwerk komme, unser Wille geschehe, wie im stall so auch auf der Weide; Uns're täglichen Kräuter gib uns heute; Und vergib uns unsere Schuld, wenn wir hopsen auf nachbars Weide; führ uns also nicht in Versuchung, sondern Erlöse uns von dem Astwerkmangel....so is'es .[img]http://www.smilies.4-user.de/include/Tiere/smilie_tier_217.gif[/img]
    • Hallo!

      Es ging um VERSCHWENDUNG VERMEIDEN!!!

      Ein verantwortungsvoller Ziegenhalter , der seinen Tieren das selektieren ermöglicht, muss aber nicht zwingend gut finden, wenn Heu, dass SAUBER als gut befunden würde, auf dem Stallboden landet und damit "verbrannt" ist.

      LG Ulli
      Leben ist gefährlich und endet immer tödlich
    • Pascal V schrieb:

      Also wenn ihr mal was ausprobieren wollt, denn stopft eure Raufe unten mit Stroh voll. Also so knapp 10 cm am Boden der Raufe. Dadurch fällt das kurze Heu, also die Reste, nicht durch die Raufe auf den Boden. Funktioniert bei mir ganz gut. Meine Bande neigt nämlich auch dazu erst alles aus der Raufe zu ziehen und sich denn drauf zu legen. ;)

      Müsste man bzw. frau mal ausprobieren... danke für den Tipp. :)

      Ich konzentriere mich nun aber erst mal auf die Reduzierung der Heurationen und versuche diesbezüglich zu optimieren, weitere Experimente kommen in die Warteschlaufe. ;)
    • Hallo Marion

      Solch eine Konstruktion mit Futtergang würd ich mir auch wünschen, ist in meinem Stall aber leider nicht zu verwirklichen.

      Ich wünsch dir nachhaltigen Erfolg mit deinem Experiment!

      Herzlich

      Abra

      p.s. Ich hab schon mehrere Götter für mich und meine Ziegen gepachtet... lohnt sich alleweil! ;) Und manchmal lohnt es sich auch, gewisse Leute zu ignorieren...
    • Im Grunde ist doch, was da steht, eine Banalität:

      "Je grösser die Ration war, umso geringer war die Energiekonzentration
      der verzehrten Ration. Die Tatsache, Futter in reichlichen Mengen zur
      Verfügung zu haben, reduziert das selektive Fressverhalten der Tiere.
      Folglich sind die Gehalte der tatsächlich von den Ziegen verzehrten
      Rationen höher, wenn die Tiere das Futter verlesen. [...] Bei Befolgung
      der gültigen Fütterungsnormen, welche Reste in der Grössenordnung von
      10-20% erlauben, liess sich feststellen, dass die zusätzliche Futtergabe
      die Leistungen des Tieres nicht beeinflusste (Gewicht und
      Milchproduktion). Ausserdem verlesen die Tiere bei umfangreicheren
      Rationen, auch wenn sie mehr Futter fressen, ihre Ration weniger gut und
      lassen Reste mit beachtlichen Nährstoffgehalten zurück. Mit anderen
      Worten: Wenn man zu viel Futter gibt, wird die Ration nicht mit
      derselben Effizienz verwertet und es wird Futter verschwendet."

      Es wird unterschieden zwischen
      -gegebener Ration und
      - verzehrter Ration

      Es wird gesprochen von "gültigen Fütterungsnormen" (wer stellt die auf?)
      zulässigen Verlusten von bis zu 20 % - nicht gerade wenig, Menge oder Gehalt wird nicht unterschieden.

      Was der Mensch als "Vergeudung" bezeichnet, erfasst er visuell, es ist also die Menge.

      Muss das Tier nicht "verlesen" - sich unter Dauerstress das herausholen, was die erwartete, abgemolkene Leistung erfordert, - geht es ihm besser, es kann seinem Pansen mehr Ballast zuführen und die Pansen-Flora jubeln lassen - des Halters Blick sollte sich nicht trüben, sondern erfreuen, wenn trockene Brombeerstrünke, Blätter gefressen werden und das "reine Eiweiss" liegen bleibt.

      Der Begriff der Verschwendung ist hier sicher falsch gewählt.

      Keine Astronautenkost für Ziegen!

      Ach so! Und noch eines: wenn da steht "ließ sich feststellen", frage ich uns: vom wem, in einer wie umfangreichen Studie, wie homogen war das Heu, was wurde anschliessend wie, womit, wo, wann, an wieviel Tieren usw. gemessen?

      Wie gesagt: eine Banalität, die letztlich vorher feststeht, oder aus dem Ärmel geschüttelt - so meine
      Erfahrungen mit "Studien".
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      Wenn sie nicht wissen, wie Osmose abläuft, wie will man da erwarten, daß sie den French Kiss, den bacio fiorentino, den Zungenkuß beherrschen?
    • Bunnypark schrieb:

      meine bekommen gutes heu, was herunterfällt wird als einstreu verwendet

      Mach ich auch so, ziehe Stroh als Einstreu dem Heu aber bei weitem vor bzw. ich will nebst gutem Futter auch gute Einstreu. 8)

      Bunnypark schrieb:

      wäre ich großherdenhalter und müsste davon leben, würd ich mir bestimmt etwas mehr sorgen machen und mir abra's beitrag mal durch den kopf gehen lassen #freunde#

      Ich bin weder Grossherdenhalter noch muss ich davon leben, aber ein schmales Budget in Kombination mit astronomischer Verschwendungssucht verlangt nach Verbesserungen. ;)
    • Also ich mach's wie Bunny.

      Heu ad libitum, Heu, was fällt, nutze ich als Einstreu. Mir war von vornherein klar, dass Ziegen sehr stark selektieren- was der Mensch für Verschwendungssucht hält. Ich kann damit leben.

      Ziegen haben außergewöhnlich sensible 'Riechkolben', um es mal ganz profan auszudrücken. Damit sie eben die für ihren Organismus gerade wichtigen und richtigen Stoffe aufnehmen können. Ich denke, dass das von der Evolution so gewollt war.

      Wer sich das Heu nicht mehr leisten kann, sollte entweder seinen Ziegenbestand reduzieren oder ganz damit aufhören.

      Danke Sabine, danke Piroschka- ich bin ganz bei Euch! :)

      LG Elli
    • Abra K. schrieb:

      ein schmales Budget in Kombination mit astronomischer Verschwendungssucht verlangt nach Verbesserungen.
      Jetzt sind wir schon bei "Sucht", damit, bitte, bei anderen, oft neuen Lesern/innen nichts Falsches hängen bleibt:


      Dieses spezielle Suchtverhalten der "Verschwendungssucht" kommt nur bei Menschen vor, etwa bei bipolaren Persönlichkeiten, Manisch-Depressiven. Therapie sehr schwierig.

      Bei Ziegen existiert dieses Bild nicht. Sie betreiben nur keine Vorratswirtschaft.
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      Wenn sie nicht wissen, wie Osmose abläuft, wie will man da erwarten, daß sie den French Kiss, den bacio fiorentino, den Zungenkuß beherrschen?