genetisch hornlose Ziegen

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    • genetisch hornlose Ziegen

      Hallo zusammen,

      mich interessiert das Thema zunehmend und ich spiele mit den Gedanken, in meiner Burenherde genet.-hornlose Böcke einzusetzen. Habe leider immer wieder Probleme mit Verletzungen bei den Tieren untereinander durch Stoßen. Wie snd da eure Züchter-Erfahrungen mit hornlosen Ziegen auch im Hinblick auf PIS/Zwitter. Wer züchtet bereits mit Pp-Böcken?

      Grüße
      Christian
    • Unsere Buren haben alle Hörner, daher kann ich zu hornlosen nicht viel sagen. Ein befreundeter Züchter hat mir aber gesagt, dass man behornte und unbehornte Tiere nicht in einer Herde halten sollte, da sich letztere nicht mehr wehren können.

      Unsere rangeln zwar auch mal, aber gab nie Verletztungen. Die haben mehrere Futterstellen für Heu, Möhren usw so das sie sich aus dem Weg gehen können und wenn eine bei ist die wirklich von allen gemobbt wird (hatten wir einmal) dann gebe ich die Ziege ab. Dann war bei uns wieder Ruhe.

      Was für Verletzungen meinst du denn genau? Können sie sich aus dem Weg gehen? Boxen alle?

      LG Bea
    • Hallo,
      wir hatten letztes Jahr einen Zwitter von hornlosen Elterntieren. Bei der Geburt hab ich das Zicklein für ein Mädchen gehalten und mich schon gefreut, aber dann hab ich das kirschkerngroße Teilchen an der Scheide entdeckt und hab auch gesehen, dass es so spritzt beim biseln. Es hatte keinen Pimmel und keine sichtbaren Hoden.

      Mit 4 Monaten hat es angefangen, zu stinken wie ein Bock und war dauernd sexuell aktiv und unter Spannung, hat Unruhe in die Herde gebracht. Wir mussten es dann schlachten, da wurden Hoden im Bauch entdeckt und das Fleisch schmeckte nach Bock. Ich würde empfehlen, so einen Zwitter vor der Geschlechtsreife zu schlachten.

      Ich denke auch, dass man nur gehörnte oder nur hornlose Tiere halten sollte. Die hornlosen haben sonst immer einen blutigen Kopf vom kämpfen mit den gehörnten.

      LG Susanne
    • Hallo,

      ja zusammen halten kann man behörnte und unbehörnte nicht.
      Bei uns ist es so, dass fast alle Ziegen sich boxen. Habe die Erfahrung gemacht, dass - sobal die boxende dominante Ziege separat steht - sofort eine neue aus der Herde nachrückt und genauso pöbelt wie die erste. Selbst bei Mutter und Tochter haben wir die Erfahrung gemacht - nur bei Zwillingen geht es bei uns.

      Unsere Tiere haben große Laufställe mit mehreren Siloraufen und Kraftfuttertrögen. Aber wirklich Ruhe ist nur, wenn max. Zwillinge zusammen in einem Stall sind. Das führt dazu, dass der ganze Stall mit Boxen durchzogen ist, was die tägl. Arbeit nicht gerade erleichtert.

      Bei den Verletzungen hatten wir bis dato zwei Fehlgeburten, die ursächlich mit Stoßen zu tun hatten und auch schon des öfteren humpelnde Ziegen, was sich aber nach ein paar Tagen wiede gelegt hat.

      Habt ihr Erfahrungen mit Enthornen bei Ziegen? In Studienzeiten hatte ich das mal in Göttingen an der Uni gesehen, die haben eine große Burenherde mit enthornten Ziegen. Da war eigentlich immer Ruhe im Stall.

      LG
      Christian
    • hallo

      auch unbehornte ziegen können sich schwer verletzen - nur sieht man hier die verletzungen weniger....die haben einen harten schädel, der selbst eine waffe ist :D

      schon mal überlegt die gegebenheiten zu ändern, damit (annähernd) ruhe herrscht?

      ich (ICH) persönlich finde es nicht richtig einem tier sein kommunikationsinstrument zu nehmen #freunde#
      Herrchen unser, der du bist am Hofe; geheiligt werde deine weide; das astwerk komme, unser Wille geschehe, wie im stall so auch auf der Weide; Uns're täglichen Kräuter gib uns heute; Und vergib uns unsere Schuld, wenn wir hopsen auf nachbars Weide; führ uns also nicht in Versuchung, sondern Erlöse uns von dem Astwerkmangel....so is'es .[img]http://www.smilies.4-user.de/include/Tiere/smilie_tier_217.gif[/img]
    • wie gesagt, Gegebenheiten ändern heisst, dass die Tiere mehr oder weniger nur Sichtkontakt durchs Gitter haben und ansonsten in Einzelboxen stehen müssten. Das kann es meiner Ansicht nach aber auch nicht sein. Im Sommer auf der Weide sind alle ein Herz und eine Seele...da reicht ein Viehwagen wo sich alle zusammen unterstellen.
    • Cbeuerm schrieb:

      Im Sommer auf der Weide sind alle ein Herz und eine Seele...


      #freunde# eben

      wie cbr geschrieben hat...warum haben sie keine zugänge nach draussen - um die fläche zu vergrössern?
      das war unter gegebenheiten ändern gemeint

      eine unruhige herde braucht platz, um sich aus dem weg gehen zu können
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    • Habt ihr Erfahrungen mit Enthornen bei Ziegen? In Studienzeiten hatte
      ich das mal in Göttingen an der Uni gesehen, die haben eine große
      Burenherde mit enthornten Ziegen. Da war eigentlich immer Ruhe im Stall.

      Ich hab das mit dem zitieren nicht so richtig hingekriegt.

      Also, das Enthornen von Tieren, Kühen oder Ziegen ist ein so schlimmer Eingriff, den ich keinem Tier zumuten wollte. Man muss bedenken, dass die Hörner direkt mit Schädel und Wirbelsäule verbunden sind.
      Es gibt auch Untersuchungen bei enthornten Rindern, die beweisen, dass sich die Milchqualität verschlechtert.

      LG Susanne
    • Wir hatten auch schon hornlose Ziegen mit in der Herde und es gab keine Probleme, klar werden sie nicht unbedingt der Chef sein (was aber nicht ausgeschlossen ist).

      Ich denke aber auch das , dass Problem bei dir in der Herde wo anders liegt. Wie meinst du das , der Stall ist in Boxen unterteilt? Werden die Tiere , da immer in kleinere Gruppen unterteilt?
      Klar sind de Spannungen im Winter immer etwas größer, aber wie schon gesagt ,kann man da mit der Möglichkeit, denn Tieren einen Padok oder eine Außenkoppel zu bieten, gegen wirken. Und jetzt bei dem schönen Wetter können sie doch Tags über draußen bleiben!

      LG Steffi
      Quäle nie ein Tier zum Scherz, denn es spürt wie du den Schmerz!

      Das mir der Hund das Liebste ist, sagst du "oh" Mensch sei Sünde, der Hund blieb mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde!
    • Vorne wegen: ich halte keine Buren- dafür andere Ziegen.

      Hornlose/gehörnte Ziegen nicht in einer Herde
      Entschuldigt die Ausdrucksweise, doch das ist ein absoluter Witz!
      Ich habe gehörnte, sowohl als auch genetisch hornlose Ziegen in einer Herde. Jeweils rund 20-25 Stammziegen plus Nachzucht. Dabei ist Beides vertreten. Leitziege war nun 6.5 Jahre lang eine hornlose Ziege! Jetzt mit zunehmendem Alter musste sie einer jüngeren, gehörnten Ziege Platz machen.

      Mit einer gemischten Herde ist es in etwa wie mit gehörnten Kühen und die Zauberwörter heissen: Platz und Struktur!
      Du brauchst def. mehr Fläche. Dies gilt aber auch bei rein gehörnten Ziegen. Und Du musst bereit sein den Stall gut zu strukturieren. Sei dies mit Abtrennungen, erhöhten Flächen, usw.. Im Winter, wo die Fläche begrenzt ist, heisst es die Ziegen zu beschäfftigen.
      Bei mehreren Ziegen, hierbei spielt es meiner Erfahrung nach keine Rolle ob gehörnt oder nicht, empfiehlt es sich sie beim Fressen zu fixieren.

      Wiedereinmal muss ich Bunny zustimmen (wir entwickeln Gemeinsamkeiten :) ) auch ungehörnte können sehr heftige, gar tödliche Verletzungen zufügen. Meist sind es Verletzungen innerer Organe bei heftigen Stössen in den Bauchraum. Auch Knochenbrüche kommen vor.
      Dagegen sind es bei gehörnten Tieren wiederum mehr Löcher, Risswunden, etc...

      Was ich auch für extrem wichtig halte ist, sogenannte Charakterschweine auzumerzen. Im Mindesten nicht für Nachzucht zu verwenden.

      Ziegen gezielt enthornen
      Davon halte ich persönlich gar nichts!

      Auswirkungen genetisch Hornlos
      Zwitter hatte ich bis anhin in der eigenen Nachzucht noch nie. Allerdings scheint eine zugekaufte, hornlose Ziege unfruchtbar zu sein. Wir werden es im nächsten Frühling sehen.
      Mit Vorteil setzt man bei genetisch Hornlosen, Böcke mit Horn ein. So kann man das Risiko verringern. Zu lange rein genetisch hornlos ist (noch) zu risikoreich.
      grüsse von strahli
    • wir halten die Ziegen in einer größeren Halle (10m x 20m), leider lässt sich da kein padock oder eine angrenzende winterkoppel realisieren. Eine ganzjährige aussenhaltung der züchtenen Ziegen mit lammung im januar und februar kommt für uns nicht in frage - nicht zuletzt da die betreuung der ziegen nicht immer nur bei tageslicht erfolgen kann.
      habe noch ein kälberfangfressgitter mit 20 plätzen - das werden wir mal probieren mit fixierung während des fressens. Stuktur im Stall haben wir durch erhöhungen mit strohquaderballen, was die tiere gerne annehmen. Aber die meisten "zwischenfälle" ergeben sich ohnehin beim fressen, so das ich mir vom fixieren noch das meiste verspreche.
    • hallo

      wieviele tiere hast du denn auf dieser fläche?
      bzw. wieviele fressplätze sind derzeit vorhanden?
      ...und noch eine ganz wichtige frage....wann hattest du den letzten zugang eines herdfremden tieres?
      Herrchen unser, der du bist am Hofe; geheiligt werde deine weide; das astwerk komme, unser Wille geschehe, wie im stall so auch auf der Weide; Uns're täglichen Kräuter gib uns heute; Und vergib uns unsere Schuld, wenn wir hopsen auf nachbars Weide; führ uns also nicht in Versuchung, sondern Erlöse uns von dem Astwerkmangel....so is'es .[img]http://www.smilies.4-user.de/include/Tiere/smilie_tier_217.gif[/img]
    • das letzte Herdenfremde tier war unse neuer zuchtbock im mai - der hat aber sein eigenes abteil mit seinem jüngeren "kollegen". die beiden verstehen sich erstaunlich gut.
      wir halten zur zeit 40 ziegen in drei gruppen. meist haben wir ein fressplatzverhältnis von 1:1,5 beim kraftfutter. Rauhfutterplätze sind mehr vorhanden.
    • hallo

      nicht gerade viel platz für die fellpiranjas .... aber voll im gesetzlichem bereich

      ich geh mal davon aus, das die tiere nur oder überwiegend bei kraftfuttergabe unruhig bis neidig werden

      wenn du die tiere nicht melkst (buren sind ja fleischziegen) wirst du um ein fressfanggitter nicht drumrum kommen
      selbst ein sichtschutz zwischen den fressplätzen wird vermutlich nicht viel abhilfe schaffen (wäre zwar einen versuch wert - ist aber nur in bestimmten fällen abhilfe schaffend)
      auseinander ziehen der fressplätze wird vermutlich auch nicht gehen? wenn die tiere nicht dicht an dicht stehen, kann dies zu einer beruhigung der herde führen

      solltest du die tiere auch melken, würd ich kraftfutter erst am melkstand dem jeweiligen tier geben...dezimiert auseinandersetzungen gewaltig
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    • wir melken unsere ziegen nicht sondern machen landschaftspflege und vermarkten die lämmer über die regionale gastronomie.

      ja stres ist meist nur, wenn sie kraftfutter bekommen, so dass ich dir recht geben muss. ich werd sehen, dass wir fanggitter anbringen müssen. leider lassen sich die fresplätze nicht bei so vielen ziegen auseinander ziehen. hatte das mal probiert mit einzelnen futterschalen aber das war das chaos in der herde. ständiges hin und her rennen und stoßen. das ging gar nicht.
    • Wieder viel dazu gelernt. Das mit den hornlosen Tieren wusste ich so auch noch nicht.

      Bei unseren Buren haben wir KF komplett abgesetzt. Seitdem sind diese auch viel ruhiger. Wir haben am Stall einen Padok. Heu, Tannen und Möhren bieten wir an 3 Stellen an so klappt das ganz gut. Nur unsere Leitziege stänkert etwas.

      Ein befreundeter Züchter hat 60 Buren und der Sperrt die Tiere zur Lammung auch in Einzelbuchten. " Wochen vor der Lammung bis 3 Wochen nach der Lammung und dann gehen sie in kleine Gruppen. Er meint auch immer das ist besser für die Tiere. Wir haben ja nur 7 und die laufen immer problemlos zusammen, aber kurz vor der Lammung teilen wir sie auch ab. Lassen sie aber schon nach einer Woche wieder raus.

      Sperrt ihr eure zur Lammung extra oder nicht? Wenn ja wie lange? War mir da auch immer unsicher.

      Lg Bea
    • Cbeuerm schrieb:


      ja stres ist meist nur, wenn sie kraftfutter bekommen,


      dann lass es doch einfach weg

      ziegen ohne leistung brauchen es nicht

      da du deine tiere in der landschaftspflege hast würd ich getreidefütterung als sehr nachteilig einstufen
      der pansen muss sich pausenlos auf andere (nicht artengerechte) nahrung umstellen (futterumstellung zerstört unter umständen ein gesundes pansenklima)

      ausserdem vermute ich mal dass deine tiere über den sommer (landschaftspflege) ordentlich speck ansetzen :D ...rollst du sie zurück? #jubel#
      reserven sind also ausreichend vorhanden bzw. durch gutes heu aufrecht erhalten
      Herrchen unser, der du bist am Hofe; geheiligt werde deine weide; das astwerk komme, unser Wille geschehe, wie im stall so auch auf der Weide; Uns're täglichen Kräuter gib uns heute; Und vergib uns unsere Schuld, wenn wir hopsen auf nachbars Weide; führ uns also nicht in Versuchung, sondern Erlöse uns von dem Astwerkmangel....so is'es .[img]http://www.smilies.4-user.de/include/Tiere/smilie_tier_217.gif[/img]
    • na ja ganz auf getreide wollen wir nicht verzichten, da unsere im sommer keinen speck ansetzen. sie fleischen zwar auf aber haben nur minimalen fettansatz. wir fangen 6 wochen vor dem lammen mit kraftfutter an und geben dan bis zum absetzen bzw bis zum austrieb getreide. wir haben recht viele drillingsgeburten und haben mit dieser fütterung die besten erfahrungen gemacht. Unsere ziegen bekommen heulage ad libitum- heu füttern wir nicht. das bekommen die Pferde...
      wir sperren die ziegen ca. 2 wochen vor dem ca. lammtermin separat bis ca. 2 wochen nach dem lammen- danach je nach sympathie untereinander in kleine gruppen. alle tiere haben aber sichtkontakt zueinander- arbeiten mit trenngittern, wo auch die lämmer kontakt zueinander haben können.
    • Wir haben das Getreide auch abgesetzt weil hier im Forum schon oft darauf hingewiesen wurde, dass viele Tiere davon einfach nur Fett werden und das es für das Pansenklima alles andere als optimal ist. Heute hat Opa seinen Milchziegenkastraten geschlachtet (und er füttert immer KF) und was soll ich sagen: ganze 10,2 Kg pures Fett nur im Bauchraum, dazu noch Fettschichten zwischen den Muskeln. Hab das jetzt alles abgeschnitten und für die Hunde eingefrohren.

      Aber wenn man nur etwas zufüttert zB bei den Drillingen, dann kann es für die Ziege doch auch nicht soooo schlimm sein oder etwa doch??? Sie muss ja dann ordentlich Milch produzieren und zu sehr abfleischen sollen sie ja auch nicht. Oder klappt das auch ohne KF gut? Würde mich jetzt auch interessieren.