Schädlingsbekämpfung mit Ziegen?

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    • Schädlingsbekämpfung mit Ziegen?

      Die
      nicht gerade idyllische Stadt BREMERTON liegt am Pazifik, recht
      nördlich, gegenüber Seattle, WA, und hat angeblich ein
      Rattenproblem. Von Wilhelm Bremer, einem Deutschen,
      am
      Anfang des 19. Jhdts. gegründet, hat sie Höhen und Tiefen gekannt;
      die Bevölkerung hat sich mal halbiert, dann wieder verdoppelt,
      abhängig vom wirtschaftlichen Auf und Ab.
      Vergleichbar
      mit New York, wie es sich auch kaum einer vorstellen mag,
      dokumentiert in folgender Fotostrecke:
      BREMERTON
      war und ist eine Werftstadt und sehr von der Marine abhängig. Heute
      hat sie teilweise sehr arme und runtergekommene Bezirke, allerdings
      auch Lichtblicke und eine motivierte Stadtverwaltung.
      Inwieweit
      das Gerücht mit der Rattenplage überhaupt zutrifft, kann ich noch
      nicht beurteilen. Ich kenne nur Presseberichte:
      also
      die Behauptung einzelner Bewohner, Ratten hätten Kabel und
      Kunststoffteile ihrer Autos zernagt (erinnert mich fatal an die oft
      unbewiesenen Behauptungen in D., der Wolf sei der Täter).
      Es
      gibt den Vorschlag, Ziegen zur « Bekämpfung »
      einzusetzen:
      Der
      Gedanke dahinter ist, die Ziegen könnten vor allem im Uferbereich
      und in Gebieten von Industriebrache umweltfreundlich ohne Einsatz von
      Maschinen und Gift das Gelände effizient säubern und so den
      angeblich wirkenden Nagern die Versteckmöglichkeiten vermiesen.
      Eine
      zunächst gute Idee, zumal man hier sehr auf ökologisch-giftfreie
      Lösungen abfährt.
      Gleichzeitig
      gibt es administrative Hindernisse: Solche Tierhaltung, sei es auch
      nur für kurze Zeit, ist in der Stadt untersagt (selbst ein Schwung
      Küken dürfte nicht verbracht werden).
      Auch
      im Umfeld von Bremerton gibt es Ziegenhaltung (für manche vielleicht
      mal interessant zu sehen):
      Freunde,
      die ich vom Offshore-Racing hier an der Pazifikküste kenne, denn
      hier wird gesegelt, etwa
      haben
      mich nun gefragt, was ich von dem Ziegenprojekt halte. Bisher haben
      sie sicher innerlich immer über mich gelächelt, wenn ich mal Ziegen
      erwähnte. nun, aufgrund ihrer guten Kontakte zur Stadtverwaltung,
      schaut das anders aus.
      Ich
      habe zu erwägen gegeben, daß es sich auch, solange nicht das
      Gegenteil bewiesen ist, um kletternde Zwergkaninchen (gibt es hier in
      Oregon), Opossums (die allerdings gegen viele Gifte immun sind),
      Marder, Waschbären oder die Pazifische Ratte handeln könne, die
      eingeschleppt worden ist.
      Natürlich
      aber auch um die uns bekannte Wanderratte. Zunächst habe ich das
      Aufstellen von Lebendfallen empfohlen.
      Wir
      haben uns sowohl Industriebrache als auch die Uferregionen (die
      eigentlich auch dazu gehören) angeschaut.
      Auch
      wenn ich mit der hier heimischen Fauna und Flora nicht vollends
      vertraut bin, vom Bewuchs her würde ich sagen: absolut
      ziegengeeignet.
      Büsche,
      Bäumchen, diverse Gräser, Brombeergestrüpp, Beifuß, halt alles,
      was gern und gut auf Brache wächst. Dabei praktisch keine Plastik-
      oder Metallabfälle, wie man sie aus Europa kennt.
      Und:
      wie es so manchmal geschieht, kommen einem/r die besten Einfälle
      blitzartig, nachts, man möchte sich an die Stirn schlagen.
      Warum
      habe ich wohl dennoch davon abgeraten, Ziegen einzusetzen?
      Wegen
      der wahrscheinlich hohen Verseuchung durch « Altlasten »,
      von den Industriebetrieben ebenso wie von den Werften, zumal es
      Aufschüttungen gibt.
      Gifte,
      die die Pflanzen durchaus aufnehmen können, würden beim
      Verstoffwechseln im Ziegenorganismus in der Leber, dem Fettgewebe
      usw. gespeichert.
      Also
      lautete mein Rat: Motorsense und Hammer und Sichel!
      Viele
      Grüße
      Piroschka
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      Wenn sie nicht wissen, wie Osmose abläuft, wie will man da erwarten, daß sie den French Kiss, den bacio fiorentino, den Zungenkuß beherrschen?
    • Thema Altlasten auf Brache

      Wie gut Pflanzen wachsen, sieht man in folgendem Video. Es handelt sich um die "Geisterstadt", "Phantom-Stadt" JOUTEL nördlich von Québec (Canada), wo früher eine Kupfermine betrieben wurde, eine kleine Minen-Stadt aus dem Boden gestampft und in den 90er Jahren aufgeben wurde (Mine unrentabel, Häuser abgebaut). Wieviel Kupferstaub dort liegt, kann man ahnen. Pat Coleby hätte ihre Freude.
      Dennoch würden die Ziegen dort begeistert weiden und sicher an einer Kupfervergiftung eingehen. Das Video ist kurz.

      youtube.com/watch?v=ktYJvbvCNWw


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      Wenn sie nicht wissen, wie Osmose abläuft, wie will man da erwarten, daß sie den French Kiss, den bacio fiorentino, den Zungenkuß beherrschen?
    • Wahrscheinlich wird Tammy DUNAKIN den Auftrag bekommen.
      Er betreibt eine Firma, die in Deutschland unter "Landschaftspflege" laufen würde. Ich mag Begriffe wie "Pflege" und "Betreuung" nicht, weil sie unterschlagen, wie ausgeliefert die "Gepflegten" und "Betreuten" sind. In den USA spricht man eher von vegetation oder landscape "maintenance", "management", "clearing". Das hört sich weniger wertend an.
      Auf den folgenden Seiten kann man im Video sehen, welchen hervorragenden Transporter er (DUNAKIN) für seine Ziegen hat:

      Rent-A-Ruminant LLC - Home


      Er untersucht die Flächen vorher auf Machbarkeit, giftige Pflanzen und schläft während eines mehrtägigen Einsatzes vor Ort; pro Tag werden bei ca 60 eingesetzten Ziegen ca 700 $ fällig. Unter anderem hat er in Seattle Gelände unter einer Brücke gesäubert:

      In the News - Rent-A-Ruminant LLC

      Auf die Bilder klicken.

      Hiring a Herd - Rent-A-Ruminant LLC

      Alte Ziegen, die nicht mehr einsatzfähig sind, kommen ins Ziegenaltersheim:

      Old Goats Home - Rent-A-Ruminant LLC


      In der feuchten Jahreszeit (SEATTLE und Umgebung) brauchen sie Decken, wofûr er Spenden sammelt.
      Ich kann natürlich nicht alles überprüfen.

      Eine Bremerton-Ratte habe ich immer noch nicht gesehen.

      Viele Grüße
      Pi.
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    • In der Seattle Presse gefunden nach Diskussion über Zecken:

      Don't Trust The Goats; Their Ticks Could Make You Sick | KPLU News for Seattle and the Northwest

      relativ frisch entdeckt Anaplasma capra - kann der Ziege als Zwischenwirt nicht viel anhaben (heißt es), aber dem Menschen.
      Hätte eigentlich besser ins Thema "Plädoyer für die Rohmilch" gehört, aber nach nochmaliger Lektüre der Beiträge der Unbelehrbaren dort
      stelle ich es hier wegen der geographischen Affinität rein.
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    • spiegel.de/wissenschaft/natur/…-vertilgen-a-1093379.html
      Den link sollte nur öffnen, wer nicht von mehr als fünf Zeilen (Tagespensum) überfordert wird.
      Hochinteressant.
      Im Text ein weiterer link Greengoats, schöne Tiere, also für Leute, die vielleicht nur Bilder anschauen mögen.
      Auch Brooklyn ist sicher hochverseucht.
      Auf der Greengoat-Seite ist ein Bericht, wie dem Halter nach einem Brand andere geholfen haben.

      Ich setz den link zu der Firma hier noch einmal getrennt rein, falls die SPON-Seite das später nicht mehr hergibt.
      green-goats.com/
      Leider ist die Ostküste der USA besonders borrelien-verseucht, weil ja dort auf Plum-Island seinerzeit die Versuche unternommen wurden.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Piroschka ()

    • Vielen Dank für diese Infos, Piri! :)

      Was mich sehr verwundert, ist die ' Speisekarte' der Ziegen. Zum Giftsumch schreibt Botanikus: "
      Tiergiftig:
      Der Giftsumach ist giftig für Pferde und tödlich
      giftig für Hasen und Kaninchen, Hamster und Meerschweinchen. Sicher auch
      für Hunde und Katzen, möglicherweise auch für Vögel. Eine Vergiftung
      zeigt sich durch Entzündungen vom Maul, Übelkeit, Magen- und
      Darmbeschwerden mit Entzündungen, blutiger Durchfall, Entzündungen der
      Augen und Eingeschränktes Sehvermögen, sofern der Pflanzensaft in die
      Augen gerät. Für kleiner Tiere kann eine Vergiftung tödlich verlaufen."

      Dass Ziegen hier keinen Schaden nehmen, ist wahrscheinlich ihrem selektiven Fressverhalten zu verdanken. Mal hier...mal da...und wieder woanders....

      Aber 'Unkraut' bis zu den Wurzeln abfressen- das habe ich bei meinen Ziegen noch nie erlebt. Tun sie dies in Ermangelung an Heu oder ist das ein Recherche-Fehler?

      Wie dem auch sei- für mich in jedem Fall hochinteressant zu lesen!

      Und der über 2 Meter hohe Zaun könnte für einige Forianer als gutes Beispiel dienen. ;)

      Lg Elli
    • Ich könnte jetzt mehrere Artikel verlinken, empfehle aber

      boston poison ivy goats

      bei Google einzugeben. Dort finden Interessierte Fotos von aktiven Ziegen und Artikel zum Verzehr dieser invasiven Pflanzen im Osten der USA (sie kommen wohl aus Asien). Es gibt davon Unterarten, wir wollen das nicht komplizieren.

      Zum Runterfressen bis auf "die Wurzel": das ist sicher ein Ignoranzproblem bei der artikelschreibenden Person. De facto dürfte es der Ermüdungseffekt sein, immer wieder abzufressen bei Neuaustrieb. Dann geht die Pflanze durch Erschöpfung ein.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Piroschka () aus folgendem Grund: Einige kleine Schreibfehler berichtigt.

    • Hier sieht man gut, daß Ziegen Äser sind (kennt man ja aus Afrika, wo sie auf Bäume klettern) und kein Gras wollen. Insofern sind die hiesigen Rasengrundstücke im Grunde Folter für Ziegen.
      tagesspiegel.de/weltspiegel/us…ngebiet-her/22880254.html

      Goat takeover Der Tagesspiegel titelt natürlich "Überfall". Das spielt im Bundesstaat Idaho
      eastidahonews.com/2018/08/herd…aaaaaaad-goat-puns-ensue/
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