Unbegrenzter Freigang für meine Kaschmirziegen

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    • Unbegrenzter Freigang für meine Kaschmirziegen

      Hallo,
      ich bin Neuling mit meinen fünf Kaschmirziegenböcken die erst elf Wochen bei mir sind. Da ich ein risikofreudiger Mensch bin, und die Ziegen sich in unmittelbarer Hausnähe befinden, öffne ich jeden morgen um 8.00 Uhr den Weidezaun, und stelle den Strom ab. Die Ziegen haben dann bis 18.00 Uhr die Möglichkeit ohne Begrenzung alles was lecker ist in der näheren und weiteren Umgebung aufzuspühren. Eine Gefahr durch Hunde, Sparziergänger und Autos gibt es keine. Allerdings ist das Gelände offen und ziemlich verwildert und teilweise waldähnlich. Nachdem ich immer wieder hier im Forum gelesen habe das Ziegen nicht standorttreu sind, und immer eine sehr gute Umzäunung benötigen, bin ich nun sehr verwundert, dass sie sich abends nach kurzem Rufen wieder am Stall einfinden. Manchmal sind sie auch ohne Rufen am Stall.
      Die Ziegen finden auf unseren steilen Hanggelände zur Zeit alles was lecker ist, ohne das ich etwas zufüttere. Wenn ich Heu in die Raufe gebe, wird es in der Regel nur vom 3 jährigen Bock angerührt. Die junge Böcke haben gar kein Interesse daran.

      Ich bin total begeistert von dem Verhalten meiner Kaschmirböcke und hätte mal gerne Eure Meinung, warum die Ziegen sich nicht unkontrolliert entfernen?
      Natürlich weiß ich auch, dass sie ihr Verhalten einmal ändern können.

      Nobbi
    • ist sicherlich rassebedingt die standorttreue unsere walliser bleiben auch ohne strom auf ihrer weide.

      deine böcke sind es nur so lange, bis sie den duft einer netten "dame" in die nase bekommen -
      dann kannst du rufen bis du schwarz wirst .... :whistling:
    • Ich denke, diese Standorttreue hat vorallem etwas mit dem Futterangebot zu tun. Du schreibst ja selber, zur Zeit haben sie alles, was sie brauchen. Büsche, Hecken, Wald. Und das in unmittelbarer Nähe zum Stall. Dann ist Ziege glücklich und braucht sich nicht aufzumachen, um sich abwechslungsreiche Nahrung zu suchen.


      Jassi
    • Standorttreu sind Ziegen doch auf jeden Fall. Das sie über Zäune springen, ist eine andere Sache. Dann gehen sie aber entweder dorthin, wo sie immer sonst standen "ich will auf meine alte Wiese zurück, auch wenn sie ziemlich langweilig ist" (Standorttreu!), oder sie bleiben außerhalb der Umzäunung in der Nähe der Weide und entfernen sich nicht (Standorttreu!).
      ... es sei denn, woanders lebt ein lecker riechender Bock und man ist brünstig. Dann marschiert man schon mal durchs Dorf. Oder wie 2 Beiträge höher beschrieben, woanders leben brünstige Ziegen und es der Bock geht auf Tour.
      Prima, wie es bei dir funktioniert. So ungestört würde ich manchmal auch gerne wohnen wollen.

      Silke
      Es ist nur verständlich, dass die Wölfe die Abrüstung der Schafe verlangen, denn deren Wolle setzt dem Biss einen gewissen Widerstand entgegen.
      (Gilbert Keith Chesterton)
    • Nobbi555 schrieb:

      hätte mal gerne Eure Meinung, warum die Ziegen sich nicht unkontrolliert entfernen?
      Diese Wahrnehmung der Dinge entspringt menschlichem Denken. Hätten sie eine Höhle am Hang, würden sie vielleicht diese vorziehen. Uns wurde mal im Forum von einem Ziegenbock berichtet, der keinen Anschluß mehr an Menschen hatte. Er genoß als Einzeltier seine Freiheit und übernachtete mal in einer Höhle, mal in einer Eisenbahnunterführung. Vielleicht findet jemand das Thema wieder?
      Eine andere Geschichte habe ich auch parat: eine durch Tieflieger oder niedrig fliegenden Hubschrauber zur Flucht getriebene Teilherde, die dann im waldreichen Nachbardorf gesehen wurde, erst nach Tagen der Verselbständigung und häufiger Wahrnehmung durch Menschen unter ständigem Ortswechsel ein tolles Leben führte und nicht etwa weinend und greinend: "Ich will heim zu Mama" rief, sondern lustvoll ausschreitend äste und mit den Eigentümern fremdelte, als sie wieder zurückgeholt werden sollte.
      Und - wie oben einer schrieb - wenn erst die Lust und das sexuelle Begehren ins Spiel kommen: "Hmmm, da sind ein paar Kilometer gar nichts" und der heimatliche Stall vergessen.
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      Tierliebe: Sie knuddeln, knutschen, streicheln, schlecken sie ab, ihre Samtpfoten, Fellnasen, Bidülchen, "Familienmitglieder", Seelenverwandten, heulen Rotz und Wasser im Fall von Krankheit und Tod, lassen einäschern und verwahren Urne und Foto auf dem Sideboard.
      Dann stehen sie an der Fleischtheke und sagen: "800 gr Gulasch, bitte, gut abgehangen."
    • Jassi schrieb:

      Ich denke, diese Standorttreue hat vorallem etwas mit dem Futterangebot zu tun. Du schreibst ja selber, zur Zeit haben sie alles, was sie brauchen. Büsche, Hecken, Wald. Und das in unmittelbarer Nähe zum Stall. Dann ist Ziege glücklich und braucht sich nicht aufzumachen, um sich abwechslungsreiche Nahrung zu suchen.


      Jassi
      So sehe ich das auch! Die Ziegenböcke sind erst 11 Wochen bei Dir, Nobbi- sie haben derzeit wirklich noch alles, was sie brauchen. Wozu also weglaufen? Im tiefen Winter werden sie sehr gerne rund um den Stall bleiben, sofern es dort leckeres Heu zu fressen gibt. Und sie werden nur in den Wald ziehen, wenn sie dort herrliches Tannengrün in Fresshöhe finden.

      ...ja und der Duft der Frauen... der wird sie definitiv mal auf Exkursionen schicken...

      ...schmunzelnde Grüße!

      Elli