spazieren, wandern - wie wird 's was?

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    • die_Alex schrieb:

      Freiwillig wälzen sich Ziegen nicht über den Rücken.
      Kann ich so nicht sagen. Meine rollen sich sogar vom Misthaufen runter oder einfach so auf der Wiese. Dachte zuerst das machen nur die Esel, aber auch junge Ziegen wollen offenbar Fliegen oder sonstiges Getier so loswerden (oder machen es einfach den anderen nach?). Mit dem Alter kehrt aber meist auch die Gemütlichkeit ein.
      Being a vegan is a missed steak
    • Hallo,
      Also ich glaub nicht, dass es groß schädlich ist. Ich lasse es ihn ja nicht jeden Tag 10 Mal machen. Außerdem, meine Ziegen kann ich des öfteren dabei beobachten wie sich gerade im Sommer wegen den Fliegen etc. wälzen.

      Ja ich gehe meist die gleichen / ähnlichen Runden. Ich bin in meinem Umkreis schon so gut wie alle möglichen Wege gelaufen.

      LG Michi
    • Michi28_07 schrieb:

      Also ich glaub nicht, dass es groß schädlich ist.
      Eine lockere Art, Bedenken wegzuwischen.
      In einer Zeit, in der sich viele bemühen, die Zirkusmätzchen aus dem Mittelalter und vergangenen Jahrhunderten den nachwachsenden Generationen in Schulen und anderen pädagogischen als tierethisch nicht nur fragwürdig, sondern als klar abzulehnen zu erklären, will ich hier keine Diskussion lostreten.
      Es mag ja sein, daß die eine oder die andere Ziege mal freiwillig überrollt. Das dient dann sicher der Körperpflege, der Hautdurchblutung. Es dürfte äußerst selten sein.
      Der Körperbau einer Ziege - Becken, Hüften, Rücken - sind rein anatomisch dafür ungeeignet. Wer sich nicht daran hält, schadet der Ziege.
      Ein Schaf-, Pferde-, Hunderücken sieht völlig anders aus. Das schlägt sich allein auch darin nieder, daß Menschen, die die Mode der "Packziegen" unwiderstehlich finden, ohne daß ein existenzielle Notwendigkeit dafür besteht, zu den absonderlichsten Hilfsgestellen auf dem Ziegnrücken greifen müssen (auch wenn ihnen die anatomischen Kenntnisse für die Geräteanpassung fehlen).

      Sie sehen sich selbst dabei als furchtbar originell in diesem Trend (etwa vergleichbar den Massen, die den Kilimandscharo oder den Mount Everest erklimmen, oder jenen, die die Jakobswege nach Santiago de Compostela weiter austrampeln).

      Es sollte aber jedem zu denken geben, daß nicht mal Fainting Goats überrollen.

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      Wenn sie nicht wissen, wie Osmose abläuft, wie will man da erwarten, daß sie den French Kiss, den bacio fiorentino, den Zungenkuß beherrschen?
    • @Piroschka
      Danke für die aufklärenden Worte, dann werde ich in Zukunft diesen Trick weglassen. ;)
      Die Tricks sollen doch weitgehend in den natürlichen Bewegungsabläufen vorzufinden sein, so wie eben das Knien oder auch das Steigen, oder? Daran versuche ich mich zu halten, dass es das "Überrollen" nicht betrifft, war mir nicht bewusst.
      Liebe Grüße Michi ^^
    • Das ehrt Dich, wenn ich es mal so ausdrücken darf. Man soll ja Ziegen auch beim Klauenschneiden nicht in die bei Schafen übliche Position bringen.
      Selbstverständlich ist jedem selbst überlassen und unkontrollierbar, wie er mit den Tieren umgeht.
      Bei der sogenannten "Dressur" der Pferde mit allen Spielarten ("barockes Reiten" usw) wird meist vergessen, daß alles auf militärische Zwecke zurückgeht. Pferde waren Geräte (nicht vergessen: im 2. Weltkrieg sind 25.000.000 Pferde umgekommen - die Einzelheiten erspare ich uns).
      Selbstverständlich hat man die natürlichen Bewegungen studiert und ihre Verwendung verstärkt.

      Nie würde aber ein Pferd, das sich außer auf der Flucht langsam fressend fortbewegt, frißt, ruht, schläft, sich einfallen lassen, Strecken wie beim Distanzritt zurückzulegen. Heute mieten Pferdebesitzer junge leichtgewichtige Mädchen als Jockey und reisen mit ihren Pferden bis Marokko zu Wettbewerben, weil dort die Kontrollen quasi inexistent sind. Und dann 160 km nonstop. Die Reiterinnen steigen nicht mal zum Wasserlassen ab.
      Auch die berühmte, hier im Form hochgefeierte TELLINGTON bestritt in jüngeren Jahren lange Distanzritt-Wettbewerbe. Ihre Einstellung änderte sie nach dem Kennenlernen der Deutschen Ursula Bruns (Reken), die heute hochbetagt in Portugal lebt.
      Die Figuren der sogenannten Hofreitschulen sollen ja angeblich natürliche Bewegungen (Sprünge, Steigen) der Pferde dressurmäßig perfektionieren.
      Inwieweit dabei Qual vorliegt, kann ich nicht beurteilen.
      Auf jeden Fall waren Pferde Verschleißartikel. Das konnten sich nur Herrscher leisten, deren Verhältnis zum Tier sicher dem zu ihren Leibeigenen entsprach. Sie hatten dafür ihre nachgeordneten Domestiken.
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      Wenn sie nicht wissen, wie Osmose abläuft, wie will man da erwarten, daß sie den French Kiss, den bacio fiorentino, den Zungenkuß beherrschen?
    • Hallo Piroschka,
      das war jetzt aber eine weite Brücke von einer Ziege die auf positiven (!) Reiz eine Bewegung ausführt, zu Pferden im 2. Weltkrieg und Dressur...
      Der Unterschied zu Zirkustieren ist so groß, das kann man doch gar nicht vergleichen. Ich denke, Michis Ziegen geht es ganz gut und ein bisschen Hirnjogging ist gut für Tiere, das kann Dir jeder Ethologe erzählen. Das hat aber nichts mit Gewalt am Tier zu tun! Soweit mein Senf.
    • Piroschka schrieb:

      Selbstverständlich ist jedem selbst überlassen und unkontrollierbar, wie er mit den Tieren umgeht.
      So schrieb ich und will Leuten, die diesen Weg gewählt haben, nicht in den Arm fallen, jedoch klärende Worte an andere richten.

      Wer vom "positiven Reiz" spricht, könnte erarbeiten, daß es begrifflich auf das OPERANTE KONDITIONIEREN Skinners zurückgeht.
      Neuere Verhaltensforscher und in ihrer Folge die Lawine der Laien verbrämen das (begrifflich).

      Skinner wurde in den 40er Jahren enorm in der Forschung gefördert, letztlich Kriegforschung. Am Ende kam Guantanamo heraus. Womit ich nicht sagen will, daß, was hier mit Tieren geschieht, ein Tier-Guantanomo ist.

      Man kann aber Tieren einen Aberglauben anerziehen!

      ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtu…ed__chtn__s/seminar_6.pdf

      Wie gesagt, ich werde niemand ändern.

      Jeder kann jedoch im Denken so weit kommt, daß er anerkennt, daß auch jedes Tier ein Individuum ist. Insofern wischen dann stereotype (halt wie beim Militär) monotone Reize ("positive") die Individualität beiseite. Was manche als "Hirnjogging" bezeichnen, sieht der Gefangene (etwa beim "Waterboarding") anders.
      Und das geliebte Tier, vor allem weil es funktioniert, und zwar nicht zu seiner Sicherheit, sondern aus Jux und Dollerei zum Spaß (Beruf oder Freizeit) seines Halters, verliert seine Individualität, wird entpersönlicht. Bis es zur Revolte kommt im Zirkus, im Zoo, im Kuhstall.

      Mag jeder sehen, wie er will.
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      Wenn sie nicht wissen, wie Osmose abläuft, wie will man da erwarten, daß sie den French Kiss, den bacio fiorentino, den Zungenkuß beherrschen?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Piroschka ()

    • Es ist ja nicht so, dass ich nicht erkenne, dass Sie sehr ehrenwerte Ziele verfolgen! Ich finde nur, dass eine Ziege und Waterboarding nichts miteinander zu tun haben und Sie drastische, hier einfach auch nicht stimmige Argumente bringen. Mensch, Krieg, 40er-Jahre-Forschung, moderne Foltermethoden. Das hat nichts mit Ziegen zu tun und schon gar nichts mit aktueller Ethologie an Nutztieren. Natürlich richtig ist, dass mancher mit Euphemismen Bedenken wegwischt. Das sehen wir ja jeden Tag und das ist natürlich nicht in Ordnung. Aber Äpfel mit Birnen zu vergleichen, bringt nun auch keinen weiter.
    • Faule Äpfel und faule Birnen sind letztlich dasselbe - eine gärende (sagen wir es wissenschaftlich: fermentierende) Masse.

      Ironischerweise hat andere Kriegsforschung (Deutschland, Goldstein 1934, an hirngeschädigten Soldaten des 1. WK) schon ergeben, daß es keine isolierten Reiz-Reaktions-Vorgänge (im Körper) gibt.

      Der Organismus reagiert immer als Ganzes.

      Dennoch erlebten die Behavioristen noch zur Zeit des Vietnamkriegs ihre hohe Zeit.

      Von der Psyche der Tiere ist nirgends die Rede. Es geht nur um vorhersagbares Verhalten. Wir wissen mehr über das Atom als darüber, was im Tier vor sich geht.
      Es ging immer um die Suche nach Möglichkeiten zum Manipulieren menschlichen Verhaltens.

      Mit Ethologie (diesen Insider-Begriff dürfen wir nicht auf die obigen Konditionierungsmechanismen übertragen) hat das Ganze nichts zu tun.
      Im Behaviorismus interessiert nur das Meßbare, die gehorsame Reaktion, während Ethologen auf Beobachtung abzielen.
      Aber: dabei übertragen sie unser Fühlen und Denken auf die Tiere.

      Empört sind insbesondere junge Forumsmitglieder, wenn man sie auf diesen Sachirrtum aufmerksam macht.

      fr.wikipedia.org/wiki/Fichier:…turally_approached_1a.jpg
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      Wenn sie nicht wissen, wie Osmose abläuft, wie will man da erwarten, daß sie den French Kiss, den bacio fiorentino, den Zungenkuß beherrschen?
    • Sorry, aber mir ist das auch zu viel Fachchinesisch, das nach wie vor völlig am eigentlichen Diskussion-Objekt vorbeigeht. Solltest Du so weit in die Materie vorgedrungen sein, solltest Du auch wissen, dass wir nicht mehr über die Gefühle der Tiere wissen können (!), da unsere Warhnehmung nun mal dort eine Grenze hat - die deutschen Philosophen geben darüber zu genüge Aufschluss. Der Begriff Ethologie wurde meines Erachtens ganz korrekt verwendet.