Problematische Flaschenaufzucht

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    • Problematische Flaschenaufzucht

      Hallo ihr Lieben,

      ich habe noch weitere Fragen zu meinem Sorgenlamm (fragte in einem anderen Beitrag nach Selen).

      Die Kleine wird stärker, aber sehr langsam.
      Sie trinkt aus der Flasche, aber wenig und unter Protest (ich kriege vll 25-30ml/Stunde rein).
      Wir haben sie gestern mehrmals an die Mutter angehalten, da hat sie mit Gusto getrunken, aber heute weigert sich die Mutter.

      Ganz allgemein: Was sind Tips und Tricks, die ich noch versuchen kann?
      Spezieller: Kann ich ihr die Flasche schmackhafter machen?
      Ich benutze die Anti-Vac Lämmerflasche von Kerbl, Habe gestern eingefrorenes Kolostrum gefüttert, heute abgemolkene Ziegenmilch von der Mutter.
      Ich massiere sie immer vorher ein bisschen, um den Kreislauf anzuregen und in 50% der Fälle versucht sie dann zu nuckeln, dann nimmt sie die Flasche auch ‘fast’ willig.

      Geburt war Freitag abend, ca 2200.
      Wir haben sie ein paar Mal an die Mutter angehalten und sie hat auch getrunken, hat also ihr erstes Kolostrum von der Mutter bekommen.
      Um 0200 am Samstag haben wir sie reingeholt, weil sie nicht stehen konnte.
      Selen + Vit E 1ml IM und erst mal 2-stündig die Flasche mit eingefrorenem Kolostrum vom letzten Jahr gegeben.
      Das hat sie wie gesagt getrunken, aber mehr so nach ‘der Hunger treibt’s rein’-Facon.

      Gewicht gestern 2,8 kg, heute 3,0 kg, Temperatur 39,6
    • jeabeuse schrieb:

      Wir haben sie gestern mehrmals an die Mutter angehalten, da hat sie mit Gusto getrunken, aber heute weigert sich die Mutter.
      Dann müßt Ihr die Mutter (besser) fixieren.

      jeabeuse schrieb:

      Das hat sie wie gesagt getrunken, aber mehr so nach ‘der Hunger treibt’s rein’-Facon.
      Das sollte auch die einzige Façon sein wie bei jeder Ernährung.

      jeabeuse schrieb:

      Ich massiere sie immer vorher ein bisschen, um den Kreislauf anzuregen
      Das bringt nichts, Kreislauf funktioniert von allein, sonst läge sie platt wie ein überfahrener Frosch. Während sie trinkt, ist der Schwanz hin und her zu bewegen, damit die Peristaltik angeregt wird.

      jeabeuse schrieb:

      Sie trinkt aus der Flasche, aber wenig und unter Protest (ich kriege vll 25-30ml/Stunde rein).
      Offensichtlich sind die Abstände zu kurz, dadurch die Menge geringer aufgrund geringeren Hungers.

      jeabeuse schrieb:

      Ganz allgemein: Was sind Tips und Tricks, die ich noch versuchen kann?
      Spezieller: Kann ich ihr die Flasche schmackhafter machen?
      Man braucht keine Tricks und es gibt für ein Lamm nichts Schmackhafteres als Milch von der Mutter.
      Das sieht mir sehr nach der früh einsetzenden Leckerli-Schiene und den sich daraufhin einstellenden Problemen aus.
      _______________
    • 1st of all:
      Man muss scheinbar nur hier im Forum posten, dann erhören einen die Götter! Die kleine Ziege hat gerade zum ersten Mal die 50 ml ganz ausgetrunken!

      Dann zu den Kommentaren (für welche ich dankbar bin):
      - Mutter besser fixieren
      werd ich versuchen, hatte sie ja auch zum Abmelken auf dem Melkstand, da kann ich ja auch da das Kleine ansetzen.
      -Abstände zu klein
      Ich war von den angepinnten 50ml/ Stunde ausgegangen und habe mir riesige Sorgen gemacht, als ich gemerkt habe, dass sie weniger als die Hälfte nimmt.
      -Kreislauf anregen unnötig
      Ich habe mit dieser Ziege die Erfahrung gemacht, dass sie ruht/dämmert zwischen den Mahlzeiten. Wenn ich sie ein bisschen streichle und abrubbele, dann wird sie wacher und versucht auch, bei mir an Kinn oder Händen zu nuckeln.
      Die Schwanzregion massiere ich beim Füttern.
      -Leckerliproblem
      Ich versuche gerade nur auf Deubel komm raus, das Kleine durchzubringen.
      Und da sie die Flasche _wesentlich_ weniger mag als die Zitze, suchte ich eben nach einer Möglichkeit, einem Trick, ihr die Flasche angenehmer zu machen. Dabei meinte ich die Form der Flasche etc., nicht den inhalt.
      Das Kleine ist noch keine 48h alt, niemals käme ich auf die Idee, da was anderes rein zu tun als Milch!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von jeabeuse ()

    • mach dich doch nicht selbst verrückt ...

      wenn das lütte alle 2 - 3 stunden bei mama trinkt,
      ist das voll in ordnung und absolut ausreichend !

      die trinkmengen sind in den ersten tagen eh nicht so hoch -
      der körper muß sich erst entwickeln !

      wenn es alle 3 stunden trinkt und dabei wedelt, ist alles gut.
      Ich bin, wie ich bin - das, wird sich wohl auch nicht mehr ändern.
    • Noch mal ich mit weiteren speziellen Fragen:
      Milchaufnahme funktioniert inzwischen, sogar im Stehen. Ich muss die Flasche zwar noch mit sanfter Gewalt ‘andocken’, aber dann nuckelt sie selbständig daran und in 5,6 Portionen sind die 100ml leer.
      Jetzt habe ich kurzfristig keine frische Ziegenmilch für zwei Tage.
      Ich habe MAT gekauft, aber hier in der Gegend gibt’s den nur für Schafe und ich habe gelesen, dass einige von euch Bedenken gegen Schaf-MAT geäußert haben.
      Als Alternative hätte ich noch Kuhmilch direkt vom Bauern ohne Weiterverarbeitung.
      Welches Übel ist wohl das geringere?
      Die Ziege kann inzwischen relativ gut stehen, nur hat sie immer noch nicht genug Kraft, um auf glatten Boden (Flickenteppich) ihre Hinterbeine am seitlichen Wegrutschen zu hindern. Ist jetzt bald 72 Stunden alt.
      Ist diese Entwicklung akzeptabel?
      Sorry for neediness, aber dies ist meine erste Flaschenaufzucht und ich entwickele von Stunde zu Stunde mehr Bindung zu der Ziege. Bin echt anxious.
    • OK, Kuh-Rohmilch wurde gerne angenomnen, der MAT nicht als Nahrung gewertet. Damit ist die Sache klar und ich habe einen Riesen-Eimer Schaf-MAT hier herumstehen, von dem ich sage und schreibe eine (!) 200ml Dosis benutzt habe. Dämliche Panikkäufe!
      Heute morgen fand ich, dass meine beiden Mutterziegen aus dem Ablammstall ausgebrochen waren und mit ihren Kleinen den Garten erkundeten.
      Das habe ich zum Anlass genommen, das schwache Flaschenlamm auch dazuzusetzen und zu schauen, wie die alle so interagieren.
      Das Lämmchen, das inzwischen auf nicht-glattem Boden recht gut stehen und laufen kann, hat sich mit seiner Schwester und seinen Cousinen ein wenig abgeschnuppert, beide Muttertiere haben es abgeschnuppert, ihm aber nicht erlaubt, zu trinken.
      Ich habe Rahja (die Mutter) dann auf den Melkstand gebracht und die Hinterbeine fixiert, das Kleine angehalten. Das ging dann (unter Protest). Auch ist das Kleine nicht besonders geschickt darin, die Zitze zu erwischen und brauchte etwas Hilfe.
      So hat sie zumindestens ein wenig richtig frische warme Muttermilch bekommen.
      Ich habe dann noch eine kleine Portion abgemolken, um sie später mit der Flasche zu verfüttern.
      Danach habe ich sie alle zusammen noch eine Weile im
      Sonnenschein im Garten herumlaufen lassen. Es ist zwar saukalt hier (-8), aber ich denke mir, dass die Sonne der Kleinen gut tun wird, besonders auch, um Vitamin D zu bilden.
      Es ist deutlich zu sehen, dass das Kleine in der Entwicklung ihrer Schwester gegenüber zurück ist, sie verhält sich jetzt eher wie ein 24h altes Lamm (sie ist jetzt 3,5 Tage alt).
      Sie steht mehr herum als die andere, läuft staksig und zögerlich.
      Deswegen habe ich sie nach einer Stunde auch wieder ins Haus geholt, ich habe Angst, dass sie es sonst nicht bis zum Baby-Kuschelhaufen schafft und sich so im Stall unterkühlt.
      Im Stall habe ich eine Wärmelampe hängen, aber auch die schafft es nicht, die Temperatur über den Gefrierpunkt zu heben, also sind die Ziegen darauf angewiesen, dass der eigene Kreislauf genug Wärme produziert bzw., dass sie durch Haufenbildung eine kleinere Oberfläche, also weniger Angriffsfläche für die Kälte schaffen.
      Habe dann, zurück im Haus, das Kleine noch mal mit der Flasche gefüttert und es hat jetzt sich selbsttätig den Sauger geholt (vorher musste ich ihr den ins Mäulchen stopfen) und mehr als 150 ml auf einmal weggesuppelt.
      Was meint ihr, bestehen noch Chancen, dass Rahja ihre Tochter wieder annimmt, wenn diese etwas stärker georden ist?
    • bzgl. Kälteschutz: Lämmer nehmen sehr gerne Hundeiglus o.ö. an - wir haben auch schon Lämmerunterschlüpfe aus ausgedienten 1000l-Kunststoff-Fässern gebastelt = Loch für Tür reingeschnitten.

      Oder mit Strohballen ein U-förmiges Abteil bauen.

      Lamm annehmen: vermutlich nicht. Eher wird sich, sofern Du einen mitlaufen hast, der Bock als Onkel etablieren.
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Wenn sie das Lamm nicht mehr annimmt, muss ich es wohl auf jeden Fall im Haus behalten, bis es festen Kot hat, oder?
      Sehr nette side note: Einer meiner Hunde hat sich zur Nanny erklärt, passt auf das Kleine auf, leckt es ab und leckt auch immer wieder den After sauber.
      Sehr nett für mich, der klebrige Milchkot ist nämlich echt schwer ordentlich abzuwischen!

      Bis jetzt habe ich keine Lämmerschlupfe eingebaut, nur echt dick Stroh eingestreut.
      Ich habe im Stall Kletterbretter an den Wänden so auf ca 60 cm Höhe, darunter kuscheln sich alle gerne.
    • Ballen im "U" aufstellen, ggfs. zwei Reihen hoch - wir reden hier übrigens von Kleinballen, nicht Rundballen oder Quaderballen.

      Als "Dach" Bretter oder Dachlatten quer drüber, entweder auch nochmal Ballen drauf oder eine Decke. Wenn Decke, dann auf einen stabilen Unterbau achten.
      Sabine M.H.
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