Lämmer aus Milchbetrieb aufnehmen?

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    • Lämmer aus Milchbetrieb aufnehmen?

      Hallo!

      Ich überlege derzeit, ob ich zwei Lämmer (BDE) aus einem Mlichbetrieb aufnehme. Die Kleinen sind 1-2 Wochen alt. Wir haben bereits WDE-Burenmixe. Kenne mich also grundsätzlich mit Ziegen aus. Allerdings hatte ich noch nie Flaschenlämmer. Was ist zu beachten? Stimmt es, das sie nur 2 x täglich Milch brauchen? Können die Kleinen in den Stall, oder müsste ich sie im Haus unterbringen? Was schwierig wäre, wegen unserer Hunde. Im Gästezimmer habe ich derzeit schon Bruteier im Brüte und demnächst Küken. Freue mich über hilfreiche Antworten.


      Nini
    • wenn Du Dir Kümmerlinge heranziehen willst, fütterst Du nur 1-2x täglich. In diesem Alter sollten die Kleinen mindestens 4x pro Tag, besser 6x eine Mahlzeit erhalten.

      Je grösser die Milchmenge pro Fütterung, umso höher das Risiko, dass Milch in den Pansen zurückstaut und somit die Entwicklung einer gesunden Pansenflora behindert. Auch Clostridien-Infektionen sind bei zu hohen Milchmengen wahrscheinlicher (wenn nicht dagegen geimpft wird).

      Wie leben die Lämmer jetzt? Kaltstall, Offenstall, Warmstall? Wir werden die nächsten Wochen ja evtl. nochmal einen Kälteeinbruch haben, da brauchen die Kleinen auf jeden Fall mehr Schutz.

      Hast Du ein Abteil mit Lämmerschlupf im Stall?

      Hausunterbringung: sind Deine Hunde nicht gut genug trainiert, dass sie Jungtiere in Ruhe lassen? Die Lämmer gewöhnen sich bei ruhigen Hunden in kurzer Zeit ein. Ein abgetrennter Bereich (Kinderschutzgitter, etc.) hilft da - Ziegen werden enorm schnell stubenrein.

      Was wirst Du als Milch anbieten? Warum willst Du Flaschenlämmer?
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Die Info wegen der zweimal täglichen Milchgabe, stammt von dem Betrieb, der die Lämmer abgibt.Wie und wo sie dort leben weiß ich leider nicht. Ins Haus können sie auf keinen Fall. Einige meiner Hunde sind Raubzeugscharf. Witzigerweise nicht die Terrier, sondern eher die großen Hunde. Egal. Ich halte sie strikt getrennt von unseren Katzen, Ziegen, Federviechern usw.
      Ich habe keinen Lämmerschlupf. Dafür gemauerte Ställe (unsere Ziegen leben zusammen mit Pferden und Ponys), in denen ich eine Wärmelampe aufhängen könnte. Warum ich die Lämmer nehmen möchte?
      Weil ich eine unverbesserliche Weltverbesserin bin ;) Ich möchte den Tieren helfen und sie vor dem Schlachter bewahren. Bei uns darf alles alt werden und wird garantiert nicht gegessen.
      Zurück zu den Zwergen. Wie oft sollen sie denn die Flasche bekommen? Rund um die Uhr nehme ich an, oder? Welche Milch? Weiß ich noch nicht, da muss ich mich auch noch schlau machen. Ist bisher auch nur eine Idee und noch nichts Konkretes. Mein Mann muss da auch mit einverstanden sein.
    • Du beobachtest sie und legst einen Toilettenbereich an.

      Pinkeln geht sehr schnell - einmal beobachten, Lappen unterlegen, auf den sie dann drauf pinkeln und diesen Lappen dann nutzen, um sie Richtung Toilettenbereich zu "lotsen".

      Bzw. schon dort tränken - anfangs - wo sie nur noch ein paar Schritte vom Toilettenbereich entfernt sind. Oft lösen sie sich nämlich nach dem Tränken/direkt nach dem Aufstehen vom Ruhen.

      Kot absetzen dauert etwas länger, aber auch das geht. Für Kotkontrolle brauchst Du auch Lob/Kraulen, etc., Urin gezielt absetzen lernen sie schneller.
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Nachtrag: wenn Du sie länger im Haus halten willst/sie evtl. später häufiger in geschlossenen Bereichen unterwegs sein sollen - Thema "Therapie-Tier", dann kannst Du auch anfangen, ihnen zu erklären, wie sie DIR signalisieren können, dass sie sich lösen müssen.

      Das würde aber das Thema hier vermutlich erstmal sprengen. Aber prinzipiell gehst Du vor wie bei einem Hundewelpen, der Stubenreinheit lernen soll: nach jedem fressen, schlafen, spielen beobachten und zum Lösebereich bringen und das Lösen belohnen/loben.
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • WOW, ich hätte nie gedacht, daß das möglich ist, weil sie draußen (also, die erwachsenen Tiere) ja auch pinkeln und köddeln wo sie gerade gehen und stehen. Auch im Liegen setzen sie gern Kot ab. Bei Hunden ist es ja schon deshalb einfacher, weil sie von Natur aus ihr Nest nicht beschmutzen. Auch Kaninchen haben einen festen Platz für das große Geschäft, so daß man sie stubenrein bekommt.

      Danke für die Erklärung. :thumbup: Sollte ich noch einmal ein Flaschenlamm ins Haus nehmen müssen, werde ich das so probieren.
    • Ich würde einfach darauf achten, dass sie möglichst schon an die Flasche angewöhnt sind.
      Es gibt auch Betriebe, die lassen sie 1, 2 Wochen bei der Mutter und geben sie dann ab, solche Lämmer sind dann sehr schwer auf Handaufzucht umzugewöhnen.
      Hier in der Schweiz werden sie meist direkt ans "Becki" gewöhnt, also trinken aus der Schale. Auch wenn das der natürlichen Milchaufnahme völlig widerspricht, funktioniert das erstaunlicherweise recht gut.
      Jedenfalls würde ich so weitermachen, wie sie es im Betrieb schon kennen.
      Mehr und kleinere Mahlzeiten sind natürlich schon möglich aber dieselbe Verabreichungsart (Schoppen oder Becken) und möglichst auch bei derselben Milch bleiben (falls sie jetzt MAT bekommen, kauf doch gleich einen Sack mit).
    • sanhestar schrieb: Ziegen werden enorm schnell stubenrein.

      Bei meinen habe ich im Lauf der Jahre den Eindruck gewonnen, dass Ziegen von Natur "rudimentär stubenrein" sind, die köddeln am liebsten im Freien ab, und wenn das Wetter schlecht ist, nehmen sie immer die gleichen Ecken im Stall. 1/4 des Stalles halte ich als nackten Betonboden einstreufrei , damit die sich die Klauen abschleifen können, der Bereich ist morgens zwar mit Heu und Stroh versehen aber ausnahmslos trocken (!) und nur sehr selten Köddel.
      Das erstaunt mich immer wieder, gerade, weil ich jobmäßig mit Rindern arbeite, da plascht und plätschert es wo immer die stehen, laufen oder liegen.
      Meine Vermutung: Ziegen genetisch häufig Bergbewohner (Höhlen) Rinder Ebenenbewohner (ständig unterwegs). Hat einer Hintergrundwissen dazu?
    • Ava schrieb:

      1/4 des Stalles halte ich als nackten Betonboden einstreufrei , damit die sich die Klauen abschleifen können, der Bereich ist morgens zwar mit Heu und Stroh versehen aber ausnahmslos trocken (!) und nur sehr selten Köddel.
      von nacktem Boden spritzt es hoch.

      Rinder stammen aus Sumpfwäldern. Unsere natürlich nicht mehr.
      _______________

      Tierliebe: Sie knuddeln, knutschen, streicheln, schlecken sie ab, ihre Samtpfoten, Fellnasen, Bidülchen, "Familienmitglieder", Seelenverwandten, heulen Rotz und Wasser im Fall von Krankheit und Tod, lassen einäschern und verwahren Urne und Foto auf dem Sideboard.
      Dann stehen sie an der Fleischtheke und sagen: "800 gr Gulasch, bitte, gut abgehangen."
    • Unsere 4 Zwergziegen kötteln ausnahmslos überall, egal wo sie gerade stehen, gehen, liegen. Hatte mich schon gefragt, ob sie den Kotabsatz überhaupt 'willentlich' steuern können, oder ob das einfach 'rauspurzelt', wenn die nächste Portion nachschiebt.
      Urin setzen sie tatsächlich bevorzugt in der Wiese bzw Einstreu ab, auf 'weichem' Untergrund.
    • Piroschka schrieb:

      von nacktem Boden spritzt es hoch.
      bei Kühen - JA - und landet im Gesicht des Melkers bis gut auf 4 m Entfernung X( diese Tiere haben verdammt viel Druck
      hier geht es um Ziegen, und die Holzpellett-ähnlichen Teile fallen zu Boden, egal, ob sie vorher hochprallen

      Spaß beiseite, mich interessiert es wirklich, ob die Ziegen (zumindest, die von Bergbewohnern abstammen) die Entsorgung anders handhaben, als die Wanderer
    • Urin spritzt mehr, wenn der Strahl auf harten / nackten Boden trifft... war wohl gemeint. Würde zumindest zu meiner Beobachtung passen, dass eben Kot scheinbar wahllos fallengelassen wird, während sie zum Pieseln weichen Untergrund suchen.