Verhindern des Aufhängens von Ziegen im Wildzaun

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Verhindern des Aufhängens von Ziegen im Wildzaun

      Hallo,

      gestern abend hat sich leider eine meiner Ziegen im Zaun erhängt. ;( Ich kann mir nicht erklären, wie das passieren konnte, da sie eigentlich nie die Kandiatin für Ausbrechversuche war bzw. besonders neugierig zu besuchern hingegangen wäre. Der Winter Auslauf, indem sie noch abends/nachts drin waren, ist mit einem Wildzaun ca. 150 hoch eingezäunt. Die Maschen sind nicht groß genug, dass eine Ziege ihren Kopf durch stecken kann. Jedenfalls hatte sie eines ihrer Hörner auf komische art und weise in diesen Zaun "eingeflochten". An der Schnauze wurde ihr durch die Drähte komplett die Luft abgeschnürt, worauf sie vermutlich erstickt ist. Einen Genickbruch konnte ich nicht feststellen.
      Die einzige Erklärung hierfür wäre, dass irgendein Turi trotz ausdrücklichen Verbots die Ziege mit irgendwelchem Zeug locken wollte, die versuchte, ihren Kopf so weit wie möglich raus zu strecken, sich dann mit den Hörnern verfangen und Panik bekommen hat. Der Turi hat dann vermutlich Bammel bekommen und ist schnell abgehauen. Was mich tierisch aufregt, ist, dass alle halbe Minute Wanderer an meinem Stall vorbei laufen. Gerade Freitag abends bei schönem Wetter ist viel los. Wenn die Ziege im Zaun hängt und man sieht das, dann befreit man das leidende Tier doch! Ich wohne nicht direkt am Stall und wurde erst angerufen, als mein schönes Pfauenziegen Mädchen schon tot war. Aber dieser prozess geht ja nicht innerhalb von einem Augenblick, das dauert ja ein bisschen, bis die stirbt. Außerdem konnte man die Stelle, an der sie im Zaun hing, super vom Waldrestaurant, was neben dran liegt, sehen. Es saßen auch Leute draußen, die das ganze ja beobachtet haben! So was macht mich echt wütend X( sind diese Leute zu feige um ein Tier mit Hörnern mal anzupacken und zu entwirren? Man hätte ja wenigstens mit einer Zange den Zaun zerschneiden können, wenn man das Tier nicht anfassen will!
      Jedenfalls habe ich jetzt natürlich Angst um meine anderen beiden Ziegen, die auch Hörner haben. Ich werde auf jeden Fall noch mehr Schilder aufhängen, aber was den Zaun betrifft bin ich ratlos. Meine Ziegen büchsen überall aus, das ist der einzige zaun, der sie bisher über längere Zeit im Schach halten konnte.
      Ich bin gerade auch am überlegen eine herden ergänzung zu kaufen, da zwei tiere ja eigentlich keine Herde sind. Selbst bei drei war es ja schon kritisch. Würdet ihr mir da hornlose Ziegen empfehlen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass mir so ein mist nochmal passiert?
      Ich bin echt verzweifelt #heul# den Geissen ging es super, wunderschöne Tiere, handzahm, wanderbegeistert, top gesundheit... Und dann passiert so etwas! Ich hatte immer Angst, dass sie vergiftet werden oder ein Hund sie jagt. Aber nein, so etwas passiert.

      Ich würde mich über Ratschläge freuen
    • Danke,
      es wurde gesehen, denn die Wanderer haben es dann ja letzendlich den Besitzern vom Waldrestaurant gesagt, welche mich dann angerufen haben. An meinem Stall ist immer was los.
      Für die Weiden habe ich auch einen Schafszaun, der unter strom steht. Hast du eine extra Litze nochmal davor gespannt?
    • Hallo Clara, so ärgerlich und traurig das ist, es sind nur Mutmaßungen, dass gesehen wurde, wie Deine Ziege im Zaun verendet ist! Und ja, das strangulieren kann sehr schnell gehen! Das ist einfach ein doofer Unfall gewesen aus dem Du aber lernen kannst, ohne die Schuld bei anderen zu suchen. Ich würde Dir dringend zu einem vollständigem Stromzaun raten. Wenn Du eh Ärger hast mit Wanderern und Co, dann erst recht. Einen halben Meter oder mehr innen davor gebaut hält Mensch und Tier auseinander. Und die Ziegen kommen auch nicht mit ihren Hörnern in Richtung Wildzaun. Solltest Du mit "Schafzaun" Netze meinen, dann rate ich auch von denen ab. Dort können Hörnertragende Ziegen auch hängen bleiben. Einfache, vierfach übereinander gespannte Litze und gut ist. Den Rand musst Du dann eventuell gelegentlich ausmähen. Und Strom sollte mindestens 4000 Volt betragen. Bei bereits ausgebrochenen Ziegen das doppelte.
      VG Jassi
    • Ohje, das tut mir leid mit deiner Ziege...

      Ich würde vor den Zaun noch zwei Litzen mit Strom ziehen, dann gehen die Ziegen nicht mehr so sehr an den Zaun und stecken erst recht nicht mehr ihren Kopf durch. Falls nötig würde ich auf beiden Seiten des Zauns zwei Litzen ziehen. Das hält auch ungebetene Gäste fern. Dazu würde ich dann Abstandshalter-Isolatoren nutzen.

      LG Michi
    • ClarasZiegen schrieb:


      Ich bin gerade auch am überlegen eine herden ergänzung zu kaufen, da zwei tiere ja eigentlich keine Herde sind. Selbst bei drei war es ja schon kritisch. Würdet ihr mir da hornlose Ziegen empfehlen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass mir so ein mist nochmal passiert?
      Hallo Clara, das tut mir richtig leid! Wir hatten früher auch solche Zäune und Opa hatte in weiser Voraussicht damals nur hornlose Ziegen angeschafft. Damit hatten wir dann nie Probleme- außer, dass sie dann locker über den Zaun steigen konnten.

      Mit 5er Litze und ordentlich Wumms drauf haben wir beste Erfahrungen gemacht. Die sogenannten Wildzäune können selbst für Schafe zum Problem werden. Erst heute morgen hing ein armes, dickes Schaf auf Nachbars Grundstück mit dem Kopf drinnen, es konnte den "vollbewollten" Schädel nicht mehr zurückziehen und konnte nur mühsam befreit werden. Also mein Tipp: Litze mit Strom.

      Lg Elli
    • moin,

      wir haben für unsere walliser die kleinen stecker (9o cm hoch) -
      mit 7 x litze, 11000 volt und 6 jule, die lütten machen,
      je nach entwicklung in den ersten 7 - 10 lebenstagen ihre erfahrungen,
      die sich in geschrei und salto rückwärts bemerkbar machen.
      wir hatten schon lütte, die die erfahrung 2 - 3 x hintereinander machen wollten -
      seit dem tage, respektieren alle tiere den zaun und halten mind. 30 cm abstand.
      direkt dahinter ist ein 1 m hoher festzaun mit 1 litze drüber, für die nachbarn ... :D
      Ich bin, wie ich bin - das, wird sich wohl auch nicht mehr ändern.
    • Hallo,

      danke für die lieben Antworten erstmal.
      Es wäre ein ausnahmefall wenn es niemand gesehen hätte, denn bei uns wimmelt es echt nur so von Turis, als ich gestern abend hoch bin sind auch unglaublich viele vorbei gekommen. Allerdings weiß ich ja eben nicht, wie schnell das ging, falls es schnell ging, ist es möglich, dass auch die Wanderer zu spät gekommen wären. Ich habe leider keine Ahnung.

      Fünf mal Litze habe ich schon probiert, allerdings Bänder, ich hab gehört, dass die nicht gut leiten. Und mehr Strom muss auch auf den Zaun. Vor den Wildzaun werde ich definitiv noch zwei drei Litzen für den Abstand spannen
    • ClarasZiegen schrieb:

      Man hätte ja wenigstens mit einer Zange den Zaun zerschneiden können, wenn man das Tier nicht anfassen will!
      Nicht jeder hat neben seinem Kuchenteller ein Rettungsbesteck mit Zange aus dem Outdoor-Shop liegen.
      Auch Deine Behauptung

      ClarasZiegen schrieb:

      Außerdem konnte man die Stelle, an der sie im Zaun hing, super vom Waldrestaurant, was neben dran liegt, sehen. Es saßen auch Leute draußen, die das ganze ja beobachtet haben!
      ist doch für den Zeitpunkt der Strangulation gar nicht gesichert.

      Bei einem Zaun mit sowohl 10er, 15er als auch 20er Maschen, dem normalen Wildzaun also, ist ein solches Vorkommnis auch nur eine Frage der Zeit.

      Wenn man selbst trainiert, nicht zu atmen, kommt man locker auf 3 bis 4 Minuten. Jemanden bis zur Bewußtlosigkeit zu strangulieren, dauert auch über 2 Minuten bei Gegenwehr, bis zum Eintreten des Todes länger.
      Da Du Dich mehr mit dem Schuldabwälzen auf Touristen befaßt als mit genaueren Angaben (von exakter Beschreibung bis hin zu einem Auffinde-Photo), kann man nur noch ergänzen:
      - Da Ziegen auch über die Nasenhöhlen atmen, ist ein Abschnüren der Maulpartie allein kaum Ursache
      - Es ist zu erwägen beim Versuch der Ziege, sich wieder zu befreien, ein Bruch des Zungenbeins mit seinen komplizierten Nebenpartien (Kehlkopfarterie, Muskeln, Speiseröhre, Kehlkopfdeckel, Luftröhre) oder
      ein Verstopfen mit panisch oder reflexartig Hochgewürgtem, das nicht mehr abgeschluckt werden konnte.
      Die Folge wäre dann ein Ersticken, da dem nicht abgeholfen wurde. Der Tod ist ein Erstickungstod, eingetreten über Sauerstoffmangel im Hirn und Versagen der normalen Körperfunktionen.
      Menschen, die an Schlafapnoen leiden, schrecken noch nach mehr als 2 Minuten hoch und atmen weiter, weil ein Kontrollzentrum in Hirn sie weckt.
      _______________

      Wenn sie nicht wissen, wie Osmose abläuft, wie will man da erwarten, daß sie den French Kiss, den bacio fiorentino, den Zungenkuß beherrschen?
    • ClarasZiegen schrieb:

      Fünf mal Litze habe ich schon probiert, allerdings Bänder, ich hab gehört, dass die nicht gut leiten. Und mehr Strom muss auch auf den Zaun. Vor den Wildzaun werde ich definitiv noch zwei drei Litzen für den Abstand spannen

      da wir diese extreme zaunspannung haben, nehmen wir auschließlich die 12 mm breitbandlitze -
      vollkommen ausreichend, die lütten haben nach berührung mit der nase brandblasen -
      ist zwar schmerzhaft, aber auch sehr lehrreich - ausserdem opische abgrenzung.

      wir nutzen die spannung ebenso für unsere fohlen (eine berührung = lebenslang respekt),
      pferde und auch die schafe - bei uns ist noch nie ein tier durch / über den stromzaun ausgebüchst.
      Ich bin, wie ich bin - das, wird sich wohl auch nicht mehr ändern.
    • Das ist sehr traurig mit Deiner Ziege und es kann einen schon sehr wütend machen, wenn Menschen da wirklich zugesehen haben sollten. Ich habe auch zwei Stromlitzen oberhalb am Zaun, damit sie nicht drüberspringen, funktioniert gut. Wenn Du Holzpfähle hast, die den Zaun halten, kannst Du davor Bretter nageln, wie Bonanzazaun, sodass die Ziegen mit dem Kopf nicht mehr dadurch kommen. Kannst auch Schwartenholz nehmen. Geht auch. Da ein Tier verendet ist, kann sich das durchaus wiederholen.

      Ich wünsche Dir viel Kraft.

      Grüsse
      HenryvonderWeide
    • Piroschka schrieb:

      Nicht jeder hat neben seinem Kuchenteller ein Rettungsbesteck mit Zange aus dem Outdoor-Shop liegen
      Nein, das ist mir klar, aber das Waldrestaurant liegt zwanzig Meter daneben. Da fragt man nach und erhält eine Zange. Wenn man das denn tut.

      Piroschka schrieb:

      ist doch für den Zeitpunkt der Strangulation gar nicht gesichert.
      Naja, da draußen immer Leute sitzen und der Stall von diesem "Biergarten" sehr gut zu sehen. Die stelle, an der die Ziege hing liegt direkt am Eingang. Die Chance, dass es nicht gesehen wurde ist verschwindend gering. Du hast selbst gesagt, wie "lange" es braucht bis man bewusstlos wird. Innerhalb von zwei Minuten kommen an einem Freitag abend mindestens vier Wanderer gruppen vorbei. Naja, man kann ja nichts dran ändern. Allerdings werde ich ein Schild machen, auf dem steht, was zu tun ist, falls eine Ziege im Zaun hängt.
      Es war auch nicht nur die Maulpartie zugeschnürt sondern die Atemwege, also der vorderste Teil. Ich weiß nicht wie ein Zungenbeinbruch zu diagnostizieren ist. Allerdings war ihr Kiefer blockiert, als ich sie auffand. Woran könnte das liegen?
      Ein Auffindefoto habe ich nicht.

      HenryvonderWeide schrieb:

      Ich habe auch zwei Stromlitzen oberhalb am Zaun, damit sie nicht drüberspringen, funktioniert gut. Wenn Du Holzpfähle hast, die den Zaun halten, kannst Du davor Bretter nageln
      Drüberspringen ist bei mir nicht das problem. Einen Holzzaun habe ich mir auch überlegt, allerings sind 600qm eingezäunt, ganz billig wird das also nicht. Mit was könnte ich so circa rechnen?
      Ich werde auf jeden Fall nochmal drei Litzen vor den Zaun machen, damit sie abstand halten.

      Vielen Dank für den Trost, sie fehlt mir und der Herde sehr.
    • ClarasZiegen schrieb:

      irgendein Turi trotz ausdrücklichen Verbots die Ziege mit irgendwelchem Zeug locken wollte, die versuchte, ihren Kopf so weit wie möglich raus zu strecken, sich dann mit den Hörnern verfangen und Panik bekommen hat. Der Turi hat dann vermutlich Bammel bekommen und ist schnell abgehauen.
      Das waren sicher zwei Frauen mit übertriebenem Hegewunsch und Pflegezwang

      ClarasZiegen schrieb:

      An der Schnauze wurde ihr durch die Drähte komplett die Luft abgeschnürt,

      ClarasZiegen schrieb:

      Es war auch nicht nur die Maulpartie zugeschnürt sondern die Atemwege, also der vorderste Teil.
      Also auch Hals.

      ClarasZiegen schrieb:

      Ich weiß nicht, wie ein Zungenbeinbruch zu diagnostizieren ist.
      Obduktion. Das Zungenbein besteht aus hartknorpeligem Gewebe, ist nicht direkt wie Gelenke mit dem übrigen Skelett verbunden, sondern über ein Fülle von Muskeln und Bändern.

      ClarasZiegen schrieb:

      Allerdings war ihr Kiefer blockiert, als ich sie auffand. Woran könnte das liegen?
      Leichenstarre, ausgehängter Kiefer, viele Ödeme? Sie ist eben als Fluchttier in Dauerpanik durch Strangulation erstickt.
      _______________

      Wenn sie nicht wissen, wie Osmose abläuft, wie will man da erwarten, daß sie den French Kiss, den bacio fiorentino, den Zungenkuß beherrschen?
    • Piroschka schrieb:

      Leichenstarre, ausgehängter Kiefer, viele Ödeme? Sie ist eben als Fluchttier in Dauerpanik durch Strangulation erstickt.
      Starr war sie noch nicht als ich kam, daran kann es nicht liegen. Ödem ist möglich. Nach ausgehängtem Kiefer sah es weniger aus.


      Piroschka schrieb:

      Das waren sicher zwei Frauen mit übertriebenem Hegewunsch und Pflegezwang
      Kann ich mir auch vorstellen. Habe oft sowas mitbekommen, während ich am Stall war, musste denen dann sagen, dass sie das bitte sofort unterbinden sollen. Wurde immer nur blöd angesehen... Obwohl ein schild da hängt.