Zwergziegen kreischen immer

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    • Zwergziegen kreischen immer

      Wir besitzen 3 Zwergziegen (1m + 2w) Sie haben ein Häusschen wo sie Futter bekommen und ein grosses Gehege mit Steinen und Baumstämmen. Leider haben wir das Problem, dass sich die Nachbarn am dem kreischen störren. Sie kreischen jeweils 30min vor dem Futter geben, obwohl sie noch Futter haben. Auch kreischen sie oft, wenn Menschen am Gehege vorbeigehen. Ich fürchte mit Ignorieren kommen wir nicht weit, da die Nachbarn diese Geduld nicht haben werden. Habt Ihr Erfahrungen und Tipps?
    • Hallo Nigge,

      wie lange habt ihr die Ziegen schon? War das mit dem Geschrei von Anfang an so, oder hat es sich mit der Zeit verschlimmert? Schreien alle drei gleich viel, oder mehr die Mädels? Warum ich das frage: Zwergziegen-Weibchen werden alle 3 Wochen brünstig, und manche verlangen da sehr lautstark nach einem Bock. Da lässt sich auch mit „Erziehung“ kaum was gegen machen. Euer Bock ist kastriert, nehme ich an?

      Eine schnelle Lösung (außer die Tiere umzusiedeln) wüsste ich aber so oder so nicht. Das Schreien abgewöhnen geht, wenn überhaupt, meiner Ansicht nach nur mit Geduld und Konsequenz. Den Knopf zum Abschalten gibt es leider nicht. Das ist ein „Umlernprozess“, und der braucht seine Zeit.

      Was und wie oft füttert ihr? Bekommen sie von den Leuten, die ans Gehege kommen auch Futter zugesteckt? Beschäftigt ihr euch mit den Ziegen, um sie „auszulasten“ (spazierengehen, Clickertraining o.ä.)?.

      Wie reagiert ihr, wenn sie schreien?
    • Sie bekommen Heu.
      Am Morgen um 7Uhr läuft der Stallarbeiter an den Ziegen durch. Um 7.10 gebe ich den Ziegen dass Heu. Um 18.00 gehe ich zu den Pferden, von da an sind sie unruhig und zwischen 19.00-19.30 bekommen sie nomachmals Heu. Danach ist dann auch Ruhe. Nur schreien sie manchmal vor dem Füttern obwohl es noch Heu hätte. In der 1-2Wochen haben sie noch nicht geschrien. Am Anfang war es immer nur eine Ziege und mittlerweile hat sie die zweite Angesteckt.
    • Sie bekommen keine Leckerlis, was wir auch den Nachbarn kommuniziert haben. Wir haben sie Fangs seit 1Monat und haben dafür extra eine grosse Weide eingezäunt. Sie haben Steine und Baumstämme um sich zu Beschäftigen. Naja am Anfang war es nur ein Weibchen welches schrieb, mehr oder weniger die Chefin. Nun macht aber auch das zweite Weibchen mit. Der Männliche ist kastriert. Ein normales Mähh wäre ja noch akzeptabel. Wir haben bis jetzt das Geschrei ignoriert. Wenn es so weitergeht müssen die süssen wohl oder übel wieder zurück. Da unsere Nachbarn ca 50m entfernt nicht um 7Uhr geweckt werden möchten
    • die einzige Möglichkeit, das meckern VOR der Fütterung zu verringern, ist, die Fütterungszeiten unregelmässiger zu machen.

      Tiere lernen sehr schnell regelmässige Abläufe vorherzusagen. Und wenn so punktgenau gefüttert wird, jeden Tag, ist das das beste Rezept für sog. abergläubisches Verhalten = die Ziegen sind der Meinung, dass sie durch das Meckern die Fütterung auslösen können.

      ABER! in der Umgewöhnungsphase wird es vermehrt zu Meckern und Rufen kommen.

      Ach ja, ihr habt das Geschrei nicht ignoriert - glaubt ihr zwar, aber dadurch, dass das Meckern IMMER von der Fütterung gefolgt wird, ist es nun ein hoch verstärktes Verhalten geworden.
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Hallo Nigge_98,

      vielen Dank für die Beschreibung des Tagesablaufs.

      Ziegen sind ja nicht nur verfressen, sie sind sehr intelligent und recht schnell gelangweilt.
      Diesen Tagesablauf gilt es, zu durchbrechen.

      Die Idee, das Heu unregelmäßig zu geben, ist prima. Dazu würde ich- so es nicht schon geschieht, auch während des Tages mal zu den Ziegen (ohne Futter!) zu unregelmäßigen Zeiten gehen um sich mit ihnen zu beschäftigen.

      Ganz ehrlich? Für mich hört es sich so an als seien die 3 Ziegen nur zu Dekorationszwecken angeschafft. Sie brauchen auch die Nähe zum Halter, das Streicheln, Kraulen, Beschmusen lieben sie!

      Die Baumstämme zum Klettern sind sicher prima aber auch das ist schnell mal langweilig.

      Schneidet große Äste- unbehandelte Obstbäume ( ohne Obst!), Tannenzweige etc... damit sie über den ganzen Tag über etwas Gesundes zu knabbern haben.

      Last but not least, was ist ein 'großes Gehege'?

      Nigge_98 schrieb:

      Sie bekommen Heu.
      Am Morgen um 7Uhr läuft der Stallarbeiter an den Ziegen durch. Um 7.10 gebe ich den Ziegen dass Heu. Um 18.00 gehe ich zu den Pferden, von da an sind sie unruhig und zwischen 19.00-19.30 bekommen sie nomachmals Heu. Danach ist dann auch Ruhe. Nur schreien sie manchmal vor dem Füttern obwohl es noch Heu hätte. In der 1-2Wochen haben sie noch nicht geschrien. Am Anfang war es immer nur eine Ziege und mittlerweile hat sie die zweite Angesteckt.
      ...und das Rufen/ Trompeten/ Schreien nach den Böcken wird ca. alle 3 Wochen die Regel sein. Auch das sollten die Nachbarn wissen.

      Ja- manche Nachbarn sind halt etwas schwierig. Ist es denn ein reines Wohngebiet? Dann hättet Ihr leider schlechte Karten wegen der Ziegenhaltung.

      Bevor ich mich auf einen Dauerkrieg mit Nachbarn einlasse, würde ich die Ziegen versuchen, in gute Hände abzugeben. Denn die Nachbarn hat man , so man Pech ( oder Glück) hat, oft ein Leben lang. Die Ziegen ca. 15 Jahre...

      Sorry für die harten Worte.

      LG Elli
    • Ich schreibe das ungern, weil Tiere, die einmal abgegeben wurden, weil sie Probleme machen, schnell einen schlechten Ruf weghaben und nicht selten als „Wanderpokale“ enden, oder beim Schlachter.

      Aber ich denke auch, wenn die Ziegen auf einen guten Platz kommen würden, könnte die Abgabe hier für alle Beteiligten eine zufriedenstellende Lösung sein. Dann würde ich diesen Schritt aber bald machen, bevor die Tiere zu euch (und ihr zu ihnen) eine noch engere Bindung aufbauen.


      Wenn ihr es weiter mit den Ziegen versuchen wollt, seh ich leider auch keinen anderen Weg, als die Nachbarn um Verständnis und Geduld zu bitten und dann konsequent und mit viel Durchhaltevermögen am Verhalten der Tiere zu „arbeiten“. Oder ihr ringt euch zu der Einstellung durch, dass die Nachbarn sich eben abfinden müssen mit dem Geschrei. Ich weiß ja nicht, wie euer Verhältnis zu denen sonst so ist… und wie hoch ihr das Risiko einschätzt, dass die sich auch an den Tieren vergreifen könnten wenn sie sich zu arg provoziert fühlen.


      Am Verhalten der Tiere „arbeiten“ hieße dann eben, diese Verbindung wieder aufzulösen, die die Ziegen offenbar hergestellt haben: dass schreien ihnen Futter einbringt. Also entweder Futter schon bringen, bevor sie überhaupt anfangen zu schreien. Und nicht zu festen Zeiten. Keinesfalls Futter geben, während sie schreien. Abwarten, bis sie still sind – nicht nur mal eben 30 Sekunden, sondern mehrere Minuten lang. Das richtige „Timing“ ist hier enorm wichtig. Die Tiere müssen umlernen: wenn wir schreien, bekommen wir nichts, rein gar nichts, kein Futter, keine Aufmerksamkeit welcher Art auch immer. Das braucht viel Ausdauer. Erfolg bleibt stärker im Gedächtnis als Mißerfolg. Heißt: wenn die Ziegen 10 mal schreien und nichts bekommen, beim 11. Mal dann aber doch, sind sie wieder „angefixt“ und die 10 mal davor sind vergessen. „Juhu, es wirkt ja doch, also mal fröhlich weiter gebrüllt“.

      Aber nochmal: „hormongesteuerte“ Rufe wegen der Brunft bekommt ihr so auch nicht abgestellt.


      Und wie Ellie schon schreibt: für Abwechslung und Beschäftigung sorgen, damit den Ziegen nicht langweilig wird. Dazu gehört auch, Futter nicht einfach direkt vor die Nase setzen, sondern an verschiedenen Futterplätzen im Gehege verteilen. Große Äste geben (Laub- und Nadelgehölz, aber Vorsicht – etliche Pflanzen sind giftig für Ziegen!), die sie rupfen und beknabbern können. Das dauert länger als einfach nur Heu aus der Krippe in sich reinzumampfen. Die sollen sich ihre Nahrung ruhig ein bisschen „erarbeiten“ müssen. Mit den Ziege spazieren gehen, damit sie auch mal was anderes sehen und Bewegung bekommen. Den Auslauf immer mal wieder etwas umgestalten. Streicheln, kraulen, striegeln, spielen, toben. Und auch einfach mal ruhig ins Gehege setzen und etwas lesen oder die Tiere nur beobachten. So lernen sie auch: nicht immer, wenn jemand zu ihnen kommt, gibt es Futter oder „Bespaßung“.
    • Supper vielen Dank für die vielen Antworten. Die Ziegen bekommen einfach am Morgen und Abend sicher die Streicheleinheiten. Während dem Tag ev. Noch 1* je nachdem wer zu Ihnen geht. Dass sie rufen wegen der Brunft war uns bewusst, nur machen sies Momentan deswegen nicht. Die Ziegen könnten an Ihren Ursprung Ort zurückgebracht werden, ob sie dann weiterverkauft werden wäre möglich.
      Wie geht Ihr eigentlich mit den Ziegen spazieren? Also Anbinden und spazieren oder sie einfach mal laufen lassen? Habe da noch Respekt da die Strasse nah ist. Ich müsste ja mit allen 3 gleichzeitig gehen, da sie sonst den Anderen Nachweinen.

      Ach und wenn man am Nachmittag zu Ihnen ins Gehege geht ist alles Ruhig und friedlich.
    • Wenn wir mit den Zwergen spazieren gehen, bekommen sie Halsband an und Leine.

      Die ersten 4, 5 Wochen haben wir sie durchgängig an der Leine gelassen. Jetzt dürfen sie, wenn wir weg sind von den Straßen, frei mitlaufen. Spaziergänger mit Hunden sind noch so eine Sache… bei denen hier aus dem Dorf kennen wir inzwischen die meisten, und wissen wie diese Hunde auf die Ziegen reagieren bzw. ob die Leute ihre Hunde „im Griff“ haben oder nicht. Je nachdem legen wir die Ziegen sicherheitshalber an die Leine wenn wir den Hund kommen sehen, oder lassen sie so weiterlaufen. Bei fremden Hunden leinen wir an.


      Wenn sie frei laufen, entfernen sich die Ziegen auch mal von uns oder bleiben stehen um was zu fressen oder zu erkunden. Aber sie bleiben in Sichtweite, behalten uns im Auge. Und wenn der Abstand zu groß wird, oder sie sich sonst irgendwie unsicher fühlen, kommen sie angerannt. Im Wald bleiben sie enger bei uns, auf freiem Feld mit ungehinderter Sicht gehen sie auch mal weiter weg. Sie zu uns zu rufen klappt häufig, aber nicht immer. Wenn sie gerade was feines zu fressen entdeckt haben, ist futtern wichtiger als folgen ;) Was dann hilft: zügig weitergehen… da wird ihnen dann, wenn der Abstand größer wird, doch mulmig und sie kommen hinterher.

      Häufigkeit, Strecke und Tempo variieren wir, abhängig von Zeit, Wetter und Laune. Wenn wir abends nach der Arbeit noch losziehen sind es eher kurze Runden, so 20 bis 40 Minuten. Am Wochenende auch mal längere Touren. Letzten Sonntag, als es nicht so heiß war, sind wir gute drei Stunden unterwegs gewesen, gemütliches Tempo. Und zwischendurch auch mal Pausen gemacht an Stellen, wo es lecker Futter gab für die Bande. Wenn die sich auf einer Waldlichtung an Sträuchern und Brombeerranken vollfressen brauchen wir ihnen zuhause schon keine Zweige mehr anzuschleppen ;)


      Wir haben 4 Böcke. Mit allen vieren gleichzeitig geh ich bislang nur zusammen mit meinem Mann oder sonstiger Begleitung, die die Ziegen kennen. Geht einer von uns allein, bleiben zwei Böcke da. Das finden sie nicht soo toll, aber es geht noch. Ein Tier allein mitnehmen oder zuhause lassen würde ich aber auch nicht, das würde sie arg stressen. Bei dreien würde ich sagen: alle oder keiner. Und zumindest anfangs zwei Leute auf drei Tiere.


      Zu den Leinen: da benutzen wir Doppelleinen, aber solche, die sich nur auf einem kurzen Stück teilen. Also Y-förmig, mit einem langen „Stamm“ (2,5 Meter) und zwei kurzen „Abzweigen“ (so um die 60 cm). So hat man nur eine Leine in der Hand mit zwei Zwergen dran, da verheddert sich nicht so viel.


      Geübt haben wir anfangs im Gehege. Erst mal nur für einige Zeit die Halsbänder angelegt, damit sie sich an das Gefühl gewöhnen. Das zwei, drei Tage lang mehrmals wiederholt. Dann die Leinen dran, und so durchs Gehege gelaufen. Als das ohne größere Probleme geklappt hat, gings raus.

      Gelernt haben sie erstaunlich schnell. Mein Mann hat etwas Hundeerfahrung und er meinte, die Welpen, die er erlebt hat, hätten länger gebraucht bis sie das mit der Leine kapiert hatten ;)


      Uns macht es Freude, und den Zwergen offensichtlich auch. Wenn sie uns mit Leine in der Hand aus dem Haus kommen sehen, kommen sie angeflitzt und lassen sich brav die Halsbänder umlegen.