Vertrauen gewinnen, wie?

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    • Hallo Ihr Ziegenexperten,

      Da ich Neuling bin in Sachen Ziegen, hätte ich ein Attentat auf Euch vor. Nix schlimmes, nur auf Eure Zeit und Eure Meinungen hätte ich es abgesehen.

      Ich habe gestern die 3 ZZ gefilmt und würde mich freuen, wenn Ihr Euch das Resultat (12 Minuten, keine große Action, urlangweilig) mal anschauen würdet und mir sagt, wie Ihr die Situation einschätzt. Ich finde, sie haben schon viel von ihrer ursprünglichen Scheu verloren. Aber was ich finde ist unbedeutend.

      Erklärung: Vorher hatte ich gegenüber, in ihrem Sichtfeld, zwei Apfelzweige abgezwackt, bin dann ins Gehege (langsam, ruhig, ohne sie anzuschauen) und habe die Zweige links und rechts ins Drahtgeflecht des Zelts gesteckt. Sie standen dabei abseits, aber nicht mehr ganz am anderen Ende. Dann bin ich wieder raus und habe mich danebengestellt, mit dem Handy in der Hand, und habe gewartet.

      Die erste, die näher kommt, ist die Frau Mama (=die sich dann auch hinlegt). Einmal rede ich mit dem Schafmädel, dann mit den Hunden.

      Vielen Dank im voraus!

      Hier der Link:
      dropbox.com/s/cyvgm9rlr76bazn/…iegen_2018-10-02.mp4?dl=0

      Nachdem die Mama sich hinlegt, könnt Ihr vorscrollen auf ca. 6'20". Dazwischen passiert nicht viel.

      Liebe Grüße,

      Olga

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von DreiZiegen ()

    • Ja, Sanhestar, deswegen gehe ich später auch weiter weg.

      Gestern habe ich einen ganzen Haufen Apfelzweige reinGELEGT (buschig, standen ziemlich aufrecht, aber besser erreichbar für die Zwerge): die beiden jüngeren standen dabei diesmal nur etwa 4 m entfernt und sahen mir zu. Mama blieb weiter entfernt. Nachdem ich mich etwas entfernt hatte, kamen alle an.

      Sie fressen aber nicht an einem Stück. Es wird dran rumprobiert, dann gehen sie woanders hin, kommen zurück, fressen noch ein paar Blätter, und so wiederholt sich das. Die Schafe hingegen fressen sowas eher auf einen Sitz. Ist das Ziegenart, oder deutet das noch auf Verunsicherung?

      Einen kleinen Erfolg haben wir aber schon. Als die Dämmerung einbrach, standen sie vor dem Zelt, und ich bin auch da hin. Sie liefen diesmal nicht weg, der Bock kam sogar auf mich zu (ich hatte ja auch was in der Hand), die Schwester kam gleich danach auch dazu.

      Ich habe meine Hand ausgestreckt, und Bock sah die drei Finger voller Pferdefutter (ist eine Mischung aus Gerste und noch was, womit letztes Jahr die Schafe auf den Trailer gelockt worden waren, davon habe ich nur sehr wenig, und die TÄin meinte, das sei eh zu reichhaltig als Futter für die Schafe).

      Der Bock hat dran gerochen, und dann hat er es mir von den Fingern gefressen. Die Fingerkuppen hätte er auch gleich mitgenommen, da hat sich seine Schwester nicht vertan, die nahm ganz sauber aus der Hand.

      Zwei Meter dahinter stand die Mama und beobachtete nur. Ich habe noch eine kleine Handvoll für sie in ihrer Futterschüssel gelassen und bin gegangen.

      Hier im Forum habe ich gelesen, Ziegen mögen Schachtelhalm. Die drei lassen ihn aber stehen. Vielleicht kennen sie den einfach nicht? An Löwenzahn und Waldrebe wird nur gerochen (die Schafe lieben Waldrebe, fressen Schachtelhalm, finden Löwenzahn aber doof).

      In einem Skirpt für Landschaftspflege habe ich gelesen, Ziegen fressen Kartoffeln. Habt Ihr das auch beobachtet?

      Wiederholt habe ich an verschiedenen Stellen (nicht im Forum) gelesen, Ziegen sieht man oft auf Hinterbeinen stehend fressen, Schafe dagegen nie. Das soll anscheinend einer der Wesensunterschiede sein. Kann ich aber nicht bestätigen: beide meine Schafe stehen sehr oft auf den Hinterbeinen, um an Obstbaumzweige, Wein- und Waldrebenranken zu kommen.
      Was ist also vin der Kartoffelsache zu halten?

      Meine Schafe mögen z.B. keine Karotten. In dem Skript steht, die seien für Ziegen sogar gut, und Judith gibt die ja auch. Dann werde ich heute mal Möhrenstückchen hinhalten, mal sehen, ob die die mögen. Kennen tun die sie sicher nicht, weiß ich von der Vorbesitzerin.

      LG, Olga

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von DreiZiegen ()

    • DreiZiegen schrieb:

      Ja, Sanhestar, deswegen gehe ich später auch weiter weg.

      Gestern habe ich einen ganzen Haufen Apfelzweige reinGELEGT (buschig, standen ziemlich aufrecht, aber besser erreichbar für die Zwerge): die beiden jüngeren standen dabei diesmal nur etwa 4 m entfernt und sahen mir zu. Mama blieb weiter entfernt. Nachdem ich mich etwas entfernt hatte, kamen alle an.

      Sie fressen aber nicht an einem Stück. Es wird dran rumprobiert, dann gehen sie woanders hin, kommen zurück, fressen noch ein paar Blätter, und so wiederholt sich das. Die Schafe hingegen fressen sowas eher auf einen Sitz. Ist das Ziegenart, oder deutet das noch auf Verunsicherung?


      Denke ich mal, das dass noch verunsicherung ist. Meine fressen ihre Büsche mit einem mal. Letztens hat mir jemand erklärt, das Ziegen alles in sich rein stopfen und dann der Magen erst anfängt zu arbeiten, wenn sie fertig sind. Bei mir rennen dann immer zwei Kugelrunde Zwergziegenböcke durch die Gegend.


      Einen kleinen Erfolg haben wir aber schon. Als die Dämmerung einbrach, standen sie vor dem Zelt, und ich bin auch da hin. Sie liefen diesmal nicht weg, der Bock kam sogar auf mich zu (ich hatte ja auch was in der Hand), die Schwester kam gleich danach auch dazu.



      Klasse, Glückwunsch :)


      Ich habe meine Hand ausgestreckt, und Bock sah die drei Finger voller Pferdefutter (ist eine Mischung aus Gerste und noch was, womit letztes Jahr die Schafe auf den Trailer gelockt worden waren, davon habe ich nur sehr wenig, und die TÄin meinte, das sei eh zu reichhaltig als Futter für die Schafe).

      Der Bock hat dran gerochen, und dann hat er es mir von den Fingern gefressen. Die Fingerkuppen hätte er auch gleich mitgenommen, da hat sich seine Schwester nicht vertan, die nahm ganz sauber aus der Hand.

      Zwei Meter dahinter stand die Mama und beobachtete nur. Ich habe noch eine kleine Handvoll für sie in ihrer Futterschüssel gelassen und bin gegangen.

      Hier im Forum habe ich gelesen, Ziegen mögen Schachtelhalm. Die drei lassen ihn aber stehen. Vielleicht kennen sie den einfach nicht? An Löwenzahn und Waldrebe wird nur gerochen (die Schafe lieben Waldrebe, fressen Schachtelhalm, finden Löwenzahn aber doof).



      Von Schachtelhalm habe ich keine Ahnung. Löwenzahn fressen meine nur aus der Hand. Waldrebe kenne ich nicht, meine Buben dementsprechend auch (noch) nicht :D


      In einem Skirpt für Landschaftspflege habe ich gelesen, Ziegen fressen Kartoffeln. Habt Ihr das auch beobachtet?




      Wiederholt habe ich an verschiedenen Stellen (nicht im Forum) gelesen, Ziegen sieht man oft auf Hinterbeinen stehend fressen, Schafe dagegen nie. Das soll anscheinend einer der Wesensunterschiede sein. Kann ich aber nicht bestätigen: beide meine Schafe stehen sehr oft auf den Hinterbeinen, um an Obstbaumzweige, Wein- und Waldrebenranken zu kommen. Was ist also vin der Kartoffelsache zu halten?




      Ich würde mal sagen, Ziegen fressen alles wenn sie keine Auswahl haben. Wobei Kartoffeln nicht auf den Speiseplan einer Ziege gehört. Vor allem Böcke sollen, nach allem was ich gelesen habe, noch vorsichtiger behandelt werden was Futter angeht. Kein Brot, kein Kraftfutter (Hafer, Gerste, Mais), keine Karotten, Kartoffeln, Äpfel, Salate (Nitrathaltig) und so weiter.... Bei denen am besten Heu, unbespritzte Obstbaumäste, Weide, Kastanie, Linde... alles was bei dir an Bäumchen und Büschchen so wächst. Und die Äste nicht gleich weg räumen, ich lasse meine noch auf einen Haufen liegen, dann suchen sie sich noch die beste Rinde raus und knabbern die ab.

      Meine bekommen am meisten Kopfweide, Linde, Kastanie, Weißdorn (den WOLLTEN wir nie im Griff bekommen, haben ihn rund um unser Grundstück, riesen Hecke, hat uns schon einen Rasenmähertreckerreifen und einen Schubkarrenreifen gekostet - jetzt ernte ich das dornige Zeug gern für die Ziegen... und er wird langsam zurecht gestutzt :D )... Schilf fressen meine übrigens auch total gerne, falls du da irgendwo was Tonnenweise abernten kannst. Die Stengel kannst du dann mit als Einstreu verwenden.



      Zu dem ' auf den Hinterbeinen stehen ':

      Als meine sich richtig eingelebt haben, haben sie sich richtig 'ziegisch' benommen. Vorher wurde auch alles auf vier Hufen erledigt, egal wohin das Geäst gehängt wurde. Vielleicht ein bisschen Angstverhalten? Dafür kenne ich mich zu wenig mit Ziegen aus, bin ja auch noch Neuling, habe aber die gleiche Erfahrung gemacht. Wenn du deinen Ziegen einen Gefallen tun möchtest, baue ihn einen versetzbaren Spielplatz. Wo sie drauf rumhüpfen können, balancieren und so weiter... Meine springen regelmäßig den Brunnen hoch und runter, dann aufs Dach des Stalles, hin und her... Wenn sie mal ein paar Tage nur im Offenstall waren und dann raus können auf's Grundstück, wird 10 Minuten lang erst mal nur Spitzensport getrieben *oops*






      Meine Schafe mögen z.B. keine Karotten. In dem Skript steht, die seien für Ziegen sogar gut, und Judith gibt die ja auch. Dann werde ich heute mal Möhrenstückchen hinhalten, mal sehen, ob die die mögen. Kennen tun die sie sicher nicht, weiß ich von der Vorbesitzerin.



      Meine mögen weder Karotten noch Äpfel. Liegt vielleicht auch daran das sie es nicht kennen. Ist auch gut so, dann kann ich im Winter die Gänse problemlos füttern - wobei die Ziegen eh eine in die Pobacke bekommen, wenn sie sich dem Napf der Gänse nähern...:D





      LG, Olga
    • Hallo Olga,

      das klingt doch so, als würden sie langsam ein bißchen warm werden mit Dir. Du machst das schon gut, die Erfahrung mit den Katzen ist da sicher auch hilfreich.

      Zum Fressverhalten... usere Bande ist auch 'schleckig' beim Fressen. Da wird mal hier und mal da genascht, die leckersten Halme, Blätter, Stengel,... raussortiert und immer wieder der Futterplatz gewechselt, es könnt ja irgendwo noch was besseres geben.
      Sie scheinen auch Abwechslung zu mögen, da wird nicht erst das Heu leergefressen und dann die Zweige bearbeitet, sondern davon ein Maulvoll genommen, dann dort probiert, mal ein paar Blätter abgerissen, dann wieder Rinde abgeschält...

      Und zur Fütterung: sämtliches Getreide / 'Kraftfutter', Obst und Gemüse bitte nur sparsam geben, in kleinen Portionen und nur gelegentlich als besonderes Lekkerli.
      Deine Zwerge müssen keine Milchleistung bringen, nicht schwer tragen oder ziehen und sollen auch nicht schlachtreif gemästetet werden, da brauchen sie kein so energiereiches Futter.

      Behalte das im Hinterkopf, wenn Du Artikel zur Fütterung liest... die sind sehr of auf 'Leistungstiere' ausgelegt und nicht ohne Weiteres auf reine Hobbyhaltung übertragbar.
      Zwergziegen, vor allem kastrierte Böcke, werden leicht zu fett.

      Ausserdem kann durch kohlehydratreiche Nahrung (Stärke, Fruchtzucker) der Pansen übersäuern und dadurch die Pansenmikroben geschädigt werden. Hier gibt es eine gute Erklärung dazu:
      alpinetgheep.com/broschueren-u…20Schaf%20und%20Ziege.pdf

      Kartoffel würde ich gar nicht geben, wegen Vergiftungsgefahr durch das Solanin. Von kleinen Mengen fällt die Ziege nicht gleich tot um, aber es belastet die Leber. Und es gibt genug andere Sachen, die besser verträglich sind, mit denen man für gesunde Abwechslung im Speiseplan sorgen kann.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nadua ()

    • Hallo Nadua und Zuckerziege,

      Danke für Eure Antworten!

      Nadua, von dieser alpinetgheep-Seite habe ich glaube ich auch die Kartoffelsache. Ist mir schon klar, dass diese Veröffentlichungen nicht 1:1 auf 3 ZZ passen können.

      Der Freund der TÄin, die uns die Katzen kastriert, hat 200 Schafe, und da kennt sie sich besser aus mit diesen Tieren, als der normale TA von nebenan. Als ich ihr belustigt erzählte, wie die Schafdame mit allen vier Läufen gleichzeitig abhebend auf mich zugehoppst kam, die Schlappohren auf- und ab wippend, meinte sie nur: zu energiereiches Futter! Seither gibt's außer ab und zu Heu (stehen ja noch mitten in den verschiedensten Kräutern und Gräsern und fressen auch Ranken/Rinde) und selten Kräuterlingen (Apfel/Mango/rote Beete) als Belohnung nichts. Obst mögen sie gar nicht. Aber auf die Obstwiese lasse ich sie sicher nicht mehr, die haben 2 Apfelbäume total ausgezogen, obwohl genügend Grünfutter vorhanden war! Ohne Rinde gehen die natürlich jetzt ein. Und die Ziegen kommen mir deswegen gleich gar nicht auf die Obstwiese. Fehlt mir grade noch, dass sich da eine da beim Klettern in den Ästen noch wehtut (die Bäume habe keine hohen Stämme, damit man sie besser abernten kann, daher evtl. auch für ZZ erreichbar?).

      Weiß jemand zufällig, ob Ziegen Walnüsse fressen dürfen? Nicht das Laub, ich meine die Nüsse. Ich habe 3 große Walnussbäume, und da liegen derzeit Nüsse am Boden. Ich suche sie mit den Hunden als Spiel zwar zusammen, aber alle wollte ich auch nicht entfernen, sondern für die Wildtiere liegen lassen. Wenn Ziegen aber die nicht fressen sollen, kann ich die nicht auf die Fläche stellen.

      Zuckerziege: Waldrebe = Clematis vitalba, eine alles überwucherne Liane: de.m.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnliche_Waldrebe
      Die überwuchert sogar die Brombeerbüsche! :(

      Und Hopfen wächst dann an der Waldrebe entlang bis auf die Bäume rauf. Da fällt mir ein: Dürfen Ziegen Hopfen?

      Schilf habe ich hier vor Ort keins. Aber ein ausgeufertes Bambuswäldchen hätte ich. Die Schafe mögen die Blätter, die Ziegen schauen sie leider nicht an. Wo ich soviel zu verfuttern hätte...

      Liebe Grüße,

      Olga

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von DreiZiegen ()

    • Bitte keine Kartoffeln oder Kartoffelschalen verfüttern, die sind leicht giftig und tun auf Dauer nicht gut.
      Ziegen sind richtige Naschkatzen und halten sich, wenn sie die Wahl haben, in der Regel nicht lange an einem "Kraut" auf, sondern naschen und ziehen dann weiter. Unsere Weide bietet z.B. jede Menge unterschiedliches (Büsche, Gräser, Bäume) und so ziehen die Ziegen dort ihre Runden.
      Wenn ich Obstbaumäste anbiete, dann wird Apfel am wenigsten gern gefuttert. Meine Ziegen ziehen anderen Obstbaumbeschnitt vor.

      Wenn ich etwas zum Fressen anbiete z.B. meine tägliche Schüssel, so befinden sich darin nur kleine Mengen (Möhre, Apfel, Birne, Rote Beete o.ä. - je nach Jahreszeit). Hier ist weniger oft mehr ;-).

      Heute Abend konnte ich wieder einmal beobachten, dass meine Tiere Streicheleinheiten dem Futter vorziehen. Die Ziegen hatten sich schon leise meckernd auf die Heugabe gefreut und ich hatte unsere einst sehr scheue Ziegenmutter aber noch massierender Weise verwöhnt. Mein Mann verteilte das Raufutter und diese Ziege war nun hin und hergeissen, zwischen fressen gehen oder Massage genießen. Sie zog meine Massage vor - natürlich mit dem Wissen, dass danach auch noch etwas zu Fressen für sie übrig bleiben würde.
      Sprich, diese Ziege hatte zwar Hunger und dennoch war ihr diese Streicheleinheit wichtig.

      Ähnliches konnte ich auch neulich bei meiner Tierärztin erleben. Die Esel, Pferde und Ponys fraßen Heu. Streichelte man die Esel, hörten sie mit dem Fressen auf und gingen einem sogar hinterher, damit man weiter streichelte. Die Pferde und Ponys hingegen fraßen unbeirrt weiter. Für die war das Futter in dem Moment wichtiger als gestreichelt zu werden.

      Eine wilde Katzenfamilie, die ich einmal großgezogen hatte, zog auch sehr schnell das Streicheln dem Futter vor.
      In einem "Streichelzoo" kraulte ich mal ein Rind, während Kinder es mit Futter lockten - das Rind blieb dennoch bei mir und ließ sich u.a. die verkrusteten Augen sauber machen.

      Die Neuweltkameliden (Lamas und Alpakas) sind z.B. Tiere, die auf eine Streicheleinheit gut verzichten können. Es sind keine "Knuddeltiere", wenn auch sozial veranlagt. Sie lecken z.B. noch nicht einmal ihr neugeborenes Fohlen ab. Es muss ohne die Hilfe der Mutterstute trocknen. Streicheln gehört daher weniger in ihr "Repertoire".
      Es liegt also auch oft an der Tierart selber und Ziegen habe ich in den letzten 20 Jahren als sehr anschmiegsam erleben können.

      Es ist eine Sache Dinge in Büchern/Abhandlungen zu lesen, in Seminaren zu lernen, von anderen Haltern gezeigt/gesagt zu bekommen usw. aber am besten sind dann doch immer wieder die eigenen Erfahrungen und Beobachtungen die man macht. Ich habe für mich gelernt, dass streicheln/massieren gut angenommen wird und fahre damit nun seit Jahren bestens. Auch wenn ich andere Tiere ausbilde - und sei es, dass ich diese Tiere nur für 2-3 Übungseinheiten vor Ort für ca. 1 Stunde trainiere - komme ich ohne Leckerlis schnell zum gewünschten Ziel.
      Natürlich sind es nicht nur meine Streicheleinheiten, die ich einsetze. Es ist ein kleines Paket: meine Körpersprache, mein punktgenaues agieren, meine Beobachtung gepaart mit meiner Erfahrung, wie weit ich nun "gehen" kann. Das hier alles zu erklären würde allerdings den Rahmen sprengen. Fakt ist jedoch, dass ich ohne Leckerlis arbeite und die Tiere mir dennoch rasch vertrauen ohne dass ich den Willen brechen muss, wie z.B. Methoden die sich damit rühmen "natürlich" zu sein.
      Wir Menschen können meiner Meinung nach nicht natürlich sein, wir sind keine Ziegen, keine Hunde, keine Katzen, keine Esel ... und das wissen die Tiere auch. Leckerlis zu geben ist mit das Unnatürlichste was es überhaupt gibt. Es kann sehr effektiv sein - keine Rede - aber es ist eben überhaupt nicht natürlich.

      Wie gesagt, jeder muss seinen Weg finden.
      Schönen Gruß aus Belgien
      Judith

      Für mich ist das Leben eines Lamms
      nicht weniger wertvoll, als das Leben eines Menschen.
      (Mahatma Gandhi)
    • DreiZiegen schrieb:

      [...]Fehlt mir grade noch, dass sich da eine da beim Klettern in den Ästen noch wehtut (die Bäume habe keine hohen Stämme, damit man sie besser abernten kann, daher evtl. auch für ZZ erreichbar?).


      8o :D :D :D :D :D :D :D :D
      Gib mal bei Google "Ziege auf Baum" ein, ganz simpel. Schau dir mal die Bilder an... #jubel#
      Da tut sich keiner weh. Moritz ist zu Anfang vom Carport geplumpst, jugendlicher Leichtsinn, fiel zwei Meter ins Gestrüpp. Der hat blöd geguckt, hat sich geschüttelt, mich anklagend angemääht (als ob ich nicht gesagt hätte er soll vorsichtig sein :D ) und ist im Gestrüpp stehen geblieben und hat dort weiter gefressen.
      Sie springen auch regelmäßig vom Stalldach runter. Die ersten Male habe ich fast einen Herzinfarkt bekommen, mittlerweile lasse ich ihnen den Spaß da hochzuklettern und wieder runter zu springen...


      Aber wenn dir deine Obstbäume heilig sind, lass sie nicht auf die Wiese. Dann lieber per Hand und kontrolliert Äste abernten.


      Weiß jemand zufällig, ob Ziegen Walnüsse fressen dürfen? Nicht das Laub, ich meine die Nüsse. Ich habe 3 große Walnussbäume, und da liegen derzeit Nüsse am Boden. Ich suche sie mit den Hunden als Spiel zwar zusammen, aber alle wollte ich auch nicht entfernen, sondern für die Wildtiere liegen lassen. Wenn Ziegen aber die nicht fressen sollen, kann ich die nicht auf die Fläche stellen.


      Walsnussäste sind sicherlich was feines. Nüsse enthalten aber extrem viel Fett (ziegisch gesehen). Sammel sie doch zusammen und karr sie beiseite, sodass die Ziegen da rauf könnten. Oder nutze die Wiese nur von Frühjahr bis September (oder kurz vorher). Dann kann die Wiese sich erhohlen und die Ziegen können an einer anderen Stelle grasen. Machen viele so. Damit die Wiese nicht dauerhaft belastet wird und sich erhohlen kann. Macht natürlich mehr 'Sinn' bei mehreren Ziegen, aber ungenutzt muss das Land ja auch nicht sein. Bevor die Walnüsse fallen, einfach die Weide umstecken.


      Zuckerziege: Waldrebe = Clematis vitalba, eine alles überwucherne Liane: de.m.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnliche_Waldrebe
      Die überwuchert sogar die Brombeerbüsche! :(


      Also laut Google ist Waldrebe giftig. Nicht extrem, aber giftig...


      Und Hopfen wächst dann an der Waldrebe entlang bis auf die Bäume rauf. Da fällt mir ein: Dürfen Ziegen Hopfen?


      Ziegen dürfen Hopfen, jep :)


      Schilf habe ich hier vor Ort keins. Aber ein ausgeufertes Bambuswäldchen hätte ich. Die Schafe mögen die Blätter, die Ziegen schauen sie leider nicht an. Wo ich soviel zu verfuttern hätte...

      Liebe Grüße,

      Olga
      Biete den Ziegen, das was sie nicht fressen, doch einfach öfter an :) Musste ich bei meinen mit getrockneten Brennnesseln zum Beispiel. Frisch gar nicht gefressen, zwei Tage gelegen haben sie es zumindest probiert, aber auch nur, weil es nix anderes gab. Ich wollte das sie es zumindest probieren. Und siehe da, mittlerweile schmeissen die sich drauf.
      Die kannst du auch gut über die Sommerzeit ernten und irgendwo trocken lagern. Ich musste dieses Jahr leider so viel arbeiten, das ich kein Winterfutter sammeln konnte...

      Aber ich habe mir jetzt einen Fahrradanhänger gekauft, damit kann ich auch was weiter weg fahren und Äste schneiden, damit sie lecker Rinde futtern können.

      Einfach mal mehrmals anbieten. Und wenn sie etwas nicht frisch fressen, versuch mal angetrocknet/getrocknet ;)
    • Zuckerziege schrieb:

      Also laut Google ist Waldrebe giftig. Nicht extrem, aber giftig...
      Ja, habe ich natürlich auch gelesen. Und mich anfangs gesorgt, denn das Zeug ist hier allgegenwärtig. Bin schon dreimal über die im Gras versteckten Ranken der Länge lang hingeflogen, die sind wie Fußangeln und verdammt zäh im Nehmen. Was habe ich schon rausgerissen! Ich wüsste aber nicht, wo ich die Schafe sonst hinstellen sollte, Waldrebe wächst wirklich *überall* und schnell. Man sieht sie auch in beinachbarten Flächen an Strommasten hochranken. Die Schafe fressen sie aber sehr gern, und das schon seit über einem Jahr. Ich hoffe, wir werden sie mit vereinten Kräften los.
    • Waldrebe war auf der Liste nicht rot markiert - also ist sie wohl nicht so giftig wie Herbstzeitlose oder Eibe...

      Wir haben hier kaum giftiges, gott sei Dank.
      Wir haben Oleander im Garten stehen, Jakobs Greiskraut und Kreuzkraut wachsen wild, aber nicht dort wo die Ziegen laufen.

      Alles in allem haben meine Ziegen es hier relativ sicher. Wobei sie auch schon Kirschloorbeer gefressen haben. Scheint ihnen aber (Gott sei Dank) nicht so zu schmecken.

      Ich weiß nicht in welchen Mengen welche Pflanzen schaden. Hochgiftige, wie Eibe, vielleicht schon bei wenigen Bissen. Andere vielleicht nur, wenn sonst das Speiseangebot niedrig ist und sie es fressen MÜSSEN?

      Ich würde einfach achtsam sein... Wenn ich so viel Waldrebe im Garten hätte und es nicht in den Griff bekomme, vielleicht einen Gärtner ranschaffen der sie gezielt entfernen kann?
      Wenn es wirklich ein Problem bei euch ist, wäre es schade wenn die Ziegen nicht alle Flächen nutzen könnten.

      Liebe Grüße
      Zuckerziege :saint:
    • Zuckerziege schrieb:

      Waldrebe war auf der Liste nicht rot markiert
      Was für eine Liste meinst Du da?

      Zuckerziege schrieb:

      Wenn ich so viel Waldrebe im Garten hätte und es nicht in den Griff bekomme, vielleicht einen Gärtner ranschaffen der sie gezielt entfernen kann?
      Seufz. Über 1000 Euro bereits dafür bezahlt. Erst eigentlich, um den Brombeeren den Garaus zu machen. Unter denen kamen u.a. ein Zwetschgenbaum, ein Olivenbaum und ein Kirschenbaum zum Vorschein, ebenso zwei Reihen Rebstöcke. Kein Witz, die waren total im Gestrüpp verschwunden. An den Brombeeren wachsen die Waldreben entlang. Erst hat der Mann 16 Std. mit der Hand/Motorsense hinterm Haus alles zerkleinert, dann ist er mit einem ferngesteuerten Kettenfahrzeug in der Größe eines Kleinwagens gekommen und hat am Hang am Waldrand weitere 2500-3000 qm von Gestrüpp befreit. Das Ding schafft Neigungen bis 40 Grad (wie zB die Dämme bei Autobahnauffahrten) und zerkleinert dabei armdicke Bäumchen wie Stroh.

      Ich habe danach auch versucht, das alles schön kurz zu halten, meist mit einem gemieteten Mulcher mit Walzenschlagwerk. Es reicht aber ein Regen und alles treibt wieder gewaltig aus. Das Blöde ist aber, dass ich dort die Tiere dennoch nicht laufen lassen kann, weil zwischen den Neutrieben der Brombeeren und Waldreben durch die jetzt besser durchkommende größere Lichtmenge jede Menge Adlerfarn, Dulcamara und Herbstzeitlose gewachsen sind. Und die sind ein ganz anderes Kaliber als die Waldrebe in Sachen Gift! Dazu auch noch andere Pflanzen, die ich noch nicht bestimmen konnte.

      An anderer Stelle habe ich Arum italicum gefunden (20 cm hoch, aber erst erkannt an den roten Früchten, also relativ spät im Jahr). Der ist natürlich auch giftig, und da waren sogar schon die Schafe eine Zeitlang gestanden! GsD haben sie den stehen lassen... Wohl weil die Obstbäume attraktiver waren.

      Zurück zum Thema Verhalten. Die letzten Tage habe ich sie weitestgehend ignoriert. Jetzt bleiben sie schon stehen, laufen nicht mehr weg, wenn ich vorbeigehe. Sie kommen sogar bis auf 1-2 Meter an den Zaun heran. Ich rede sie zwar an, aber mache ansonsten keine Anstalten, dass ich die Hand nach ihnen ausstrecke oder sonst irgendwas von ihnen will, wenn ich sie mit Heu beliefere. Sogar Frau Mama ist zuversichtlicher geworden.

      Das Bisschen Getreide letztens im Futternapf hat übrigens niemand gefressen. Das habe ich am nächsten Tag ausgeleert.

      Noch 'ne Futterfrage: Fressen Ziegen Tannenzapfen?
    • DreiZiegen schrieb:

      Zuckerziege schrieb:

      Waldrebe war auf der Liste nicht rot markiert
      Was für eine Liste meinst Du da?

      Ich habe mich einfach an dieser Liste orientiert: Liste giftiger Pflanzen für Nutzvieh

      Zuckerziege schrieb:

      Wenn ich so viel Waldrebe im Garten hätte und es nicht in den Griff bekomme, vielleicht einen Gärtner ranschaffen der sie gezielt entfernen kann?
      Seufz. Über 1000 Euro bereits dafür bezahlt. Erst eigentlich, um den Brombeeren den Garaus zu machen. Unter denen kamen u.a. ein Zwetschgenbaum, ein Olivenbaum und ein Kirschenbaum zum Vorschein, ebenso zwei Reihen Rebstöcke. Kein Witz, die waren total im Gestrüpp verschwunden. An den Brombeeren wachsen die Waldreben entlang. Erst hat der Mann 16 Std. mit der Hand/Motorsense hinterm Haus alles zerkleinert, dann ist er mit einem ferngesteuerten Kettenfahrzeug in der Größe eines Kleinwagens gekommen und hat am Hang am Waldrand weitere 2500-3000 qm von Gestrüpp befreit. Das Ding schafft Neigungen bis 40 Grad (wie zB die Dämme bei Autobahnauffahrten) und zerkleinert dabei armdicke Bäumchen wie Stroh.
      Ich habe danach auch versucht, das alles schön kurz zu halten, meist mit einem gemieteten Mulcher mit Walzenschlagwerk. Es reicht aber ein Regen und alles treibt wieder gewaltig aus. Das Blöde ist aber, dass ich dort die Tiere dennoch nicht laufen lassen kann, weil zwischen den Neutrieben der Brombeeren und Waldreben durch die jetzt besser durchkommende größere Lichtmenge jede Menge Adlerfarn, Dulcamara und Herbstzeitlose gewachsen sind. Und die sind ein ganz anderes Kaliber als die Waldrebe in Sachen Gift! Dazu auch noch andere Pflanzen, die ich noch nicht bestimmen konnte.

      An anderer Stelle habe ich Arum italicum gefunden (20 cm hoch, aber erst erkannt an den roten Früchten, also relativ spät im Jahr). Der ist natürlich auch giftig, und da waren sogar schon die Schafe eine Zeitlang gestanden! GsD haben sie den stehen lassen... Wohl weil die Obstbäume attraktiver waren.


      Ich habe mal ein bisschen gegoogelt... Sie lieben feuchten, frischen Boden, umgeben von anderem Gewächs,wächst besonders gut auf "ungepflegten" Böden... also Urwaldmäßig.

      Laut anderen Erfahrungen hilft da nur großzügiges ausbuddeln und/oder vertrocknen lassen, da sie feuchte Böden bevorzugen. Wenn sie blüht, runter schneiden, damit sie sich nicht noch mehr vermehren kann. Laut Erfahrungen gehen die da konsequent mit Heckenschere und Rosenschere bei.

      Umso kleiner das Areal wo die Pflanzen sich aufhalten, desto besser. Umso mehr du davon hast, umso schwieriger wird es natürlich.

      Blöd wenn das bei dir ein reines Giftpflanzenlager ist... Ansonsten wirklich mal alles platt machen, wenn du es nicht in den Griff bekommst? Alles was gut ist ausbuddeln (deine Brombeersträucher) soweit es geht und den Rest platt machen... Dann eine große Plane drüber und es erst mal dabei belassen. WENN das bei euch irgendwie möglich ist. Praktisch wäre da vielleicht ein Nachbarsbauer der euch alles platt macht/ausgräbt. Die Plane darüber hilft, damit überbleibsel vielleicht nicht doch noch wieder wachsen.

      So haben wir es zumindest mit unserer Ecke gemacht. Da liegt heute noch die Plane drauf (1 Jahr), hab letztens mal drunter geguckt, nur Erde.

      Und DANN eventuell etwas neues anpflanzen, was schnell wächst und was die Ziegen fressen können.



      Das wäre so meine (radikale) Idee... Wegspritzen würde ich nichts, das geht auf die umliegenden Flächen und Sträucher... auch nicht besser für die Schafe und Ziegen.


      Zurück zum Thema Verhalten. Die letzten Tage habe ich sie weitestgehend ignoriert. Jetzt bleiben sie schon stehen, laufen nicht mehr weg, wenn ich vorbeigehe. Sie kommen sogar bis auf 1-2 Meter an den Zaun heran. Ich rede sie zwar an, aber mache ansonsten keine Anstalten, dass ich die Hand nach ihnen ausstrecke oder sonst irgendwas von ihnen will, wenn ich sie mit Heu beliefere. Sogar Frau Mama ist zuversichtlicher geworden.


      Das ist doch super, Glückwunsch, nur weiter so :)


      Das Bisschen Getreide letztens im Futternapf hat übrigens niemand gefressen. Das habe ich am nächsten Tag ausgeleert.

      Noch 'ne Futterfrage: Fressen Ziegen Tannenzapfen?


      Tun sie. Dürfen Zwergziegen aber wohl auch wieder nicht allzu viel (weil sie, wie immer, sonst zu fett werden).

      Meine nächsten Ziegen werden glaube ich keine Zwergziegen, da muss man nicht so arg aufpassen was das angeht... ich habe hier die Jack Russell unter den Ziegen erwischt irgendwie.... *oops*