Wer haftet bei ungewollter Fremdbesamung?

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    • Wer haftet bei ungewollter Fremdbesamung?

      Hallo Hallo zusammen bei mir in der Nachbarschaft ca 1 km gibt es nun eine weitere kleine ziegenherde diese besuchen uns regelmäßig was eigentlich nicht schlimm ist aber der Bock war jetzt schon in der Weide drinn er hat sich mit Gewalt da hinein geschafft zum Glück waren meine beiden Ziegen Mädels 12 Monate gerade nicht bereit.
      Meine Frage ist nun, muss man so etwas hinnehmen , wie ist das geregelt gesetzlich , wenn die Ziegen ungewollt von mir gedeckt werden.
      Wer haftet in diesem Falle für den Schaden

      Muss ich als Halter dafür sorgen dass keine fremden Böcke in meine Herde eindringen , oder ist es eher meine Verpflichtung , dafür zu sorgen dass mein Bock nicht in eine andere Herde ungewollt eindringen tut

      Dann habe ich noch Bedenken dass ungewollt Krankheiten eingeschleppt werden , kann jemand dazu was schreiben wie seine Erfahrung ist.
    • Guten Morgen Edgar,

      zuerst würde ich schauen, dass mein Ziegengelände sehr gut gegen Eindringlinge abgesichert wird. Dann Kontakt zu dem anderen Ziegenhirten aufnehmen und ihm den Vorfall erzählen. Meist schreckt das dann doch ab, wenn Du ihm sagst, dass Du aus oben genannten Gründen keinen persönlichen Kontakt zwischen den Tieren haben möchtest. Alles freundlich und nett- so schafft man meist Probleme im Vorfeld aus dem Weg.

      Ich kenne Eure Gegebenheiten leider nicht- Du schreibst, dass Besuche von den anderen Ziegen bei Euch nicht schlimm seien? Darin liegt für mich der Widerspruch.

      Bin kein Jurist und arbeite nicht in einer Versicherung, daher kann ich leider mangels Fachwissen wegen der Regresspflichtigkeit nichts schreiben...

      Schönen Sonntag

      Elli :)
    • In einem solchen Rechtsstreit muß bei Klageerhebung stets der Streitwert beziffert werden.

      Goatfarmer schrieb:

      Wer haftet in diesem Falle für den Schaden
      Hier wird die Richterin am Amtsgericht zunächst die Frage prüfen, ob ein Schaden eingetreten ist.

      Goatfarmer schrieb:

      kleine ziegenherde diese besuchen uns regelmäßig was eigentlich nicht schlimm ist
      Lange geduldet - spricht nicht für den Kläger, wird gegen ihn ausgelegt.

      Goatfarmer schrieb:

      Muss ich als Halter dafür sorgen dass keine fremden Böcke in meine Herde eindringen , oder ist es eher meine Verpflichtung , dafür zu sorgen dass mein Bock nicht in eine andere Herde ungewollt eindringen tut
      Sowohl als auch.
      Im Ergebnis ist erwiesen, dass Dein Zaun nach außen nicht ausreichend gesichert ist (instabil, nicht genug Strom), zumal die Ziegen nicht heiß waren, also der Sexualtrieb des Bocks ihn nicht alles hat vergessen lassen.

      Goatfarmer schrieb:

      Bedenken dass ungewollt Krankheiten eingeschleppt werden
      Erfahrung nicht, aber Problem der Beweispflicht, daß der Eindringling Träger der sexuell oder anders übertragbaren Krankheit(en) war.
      Ein guter Anwalt der Gegenseite wird, falls die Richterin nicht im Vorfeld darauf verweist und zur Rücknahme der Klage rät, vorbringen, daß nur ein Gentest Klarheit darüber bringen kann, ob jener Fremdbock tatsächlich der Vater ist. Bis eine eventuelle Entscheidung in diese Richtung quer durch die Instanzen rechtskräftig wird, gibt es den Bock vielleicht schon nicht mehr.

      Sei froh, daß Du in einem Forum bist, denn für dieses Rechtsgutachten in Schriftform, wegen der Dringlichkeit an einem Sonnatag erstellt, müßtest Du woanders 3000 € plus Mwst. zahlen.
      _______________
    • Hallo Goatfarmer,

      das Problem kenne ich. Ich habe in diesem Fall, die genutzte Fläche doppelt, gesichert mit Strom. Ein Bock geht manchmal über Hürden.....
      Desweiteren das Gespräch gesucht, sodass die Gegenseite angehalten war, auch tätig zu werden, um Schaden fernzuhalten.

      Ist blöd sowas und es kann trotzdem zum Unfall kommen. Man guckt ewig und hat den Fremdbock ewig im Hinterkopf X(

      Grüsse
      HenryvonderWeide
      Grüsse
      HenryvonderWeide
    • Mein mein Zaun ist gesichert und 1,50 m hoch er ist innen gesichert gegen ausbrechen mit einem elektrodraht 20 cm vom Pfosten weg was auch den Vorteil hat dass die Ziegen nicht mit den Hörnern in den Draht kommen das Thema hatten wir ja schon

      Es gibt darstellen aufgrund der hanglage wo der Zaun von außen nur 1,20 m ist ich denke dort ist er drüber gesprungen da man keine anderen ein Eindringen sehen kann..

      Meine Mädels sind von hohem Adel, sogenannte Herdbuch Ziegen, das ist dann alles wertlos wenn sie ein Bock aus der Arbeiter Klasse belegen tut.

      Der Junge Bock ist ebenfalls hoch geadelt, schreib das nur damit keine unnötigen Kommentare noch kommen.

      Somit wäre der Schaden schon belegt



      Meine Frage war aber muss ich dafür haften wenn meine Ziegen ausbrechen sie können ja auch sonst einen Unfall so weitermachen
      Meine Ziegen sind versichert das nebenbei denn ich hatte auch sogenannte ausbrecher und mein ausbrecherkönig liegt nun in der neuen Gefriertruhe


      Der Eigentümer war ja die Ziegen schon mehrmals holen gekommen er macht sich da keine großen Gedanken drum ich will ja auch keinen Streit haben mit ihm will nur wissen wie es im extremfall ist wer haftet ich weil ich nicht genug dafür getan habe dass der Bock in meinen Weide eingedrungen ist oder derjenige dessen Bock in die Weide eingedrungen ist das ist die kernfrage
    • Ich denke schon, dass wenn Du alles abgesichert hast, der andere Halter haften muss, für den Schaden der sein Bock verursacht.

      Ich habe zum Beispiel den ungewollten Deckakt in meiner Hundehaftpflichtversicherung.

      also muss man auch erfolgreich klagen können. Auch wenn es gegen einen Ziegenbock ist...
      Grüsse
      HenryvonderWeide
    • HenryvonderWeide schrieb:

      also muss man auch erfolgreich klagen können. Auch wenn es gegen einen Ziegenbock ist...
      Ziegen sind nicht gerichtsfähig.

      HenryvonderWeide schrieb:

      Ich denke schon, dass wenn Du alles abgesichert hast, der andere Halter haften muss, für den Schaden der sein Bock verursacht.
      Das sind die erwähnten Meinungen.

      Piroschka schrieb:

      Darüber entscheidet jedoch das Gericht aufgrund eines vom Gericht zu bestellenden Gutachters, falls das Gericht dessen Gutachten folgt.
      Man kann natürlich ein Gegengutachten bestellen, wenn man glaubt, daß es für einen selbst günstig ausfällt. Jedoch entscheidet stets das Gericht.

      Goatfarmer schrieb:

      Mein mein Zaun ist gesichert und 1,50 m hoch er ist innen gesichert gegen ausbrechen mit einem elektrodraht 20 cm vom Pfosten weg was auch den Vorteil hat dass die Ziegen nicht mit den Hörnern in den Draht kommen das Thema hatten wir ja schon

      Es gibt darstellen aufgrund der hanglage wo der Zaun von außen nur 1,20 m ist ich denke dort ist er drüber gesprungen da man keine anderen ein Eindringen sehen kann..
      Hier haben wir die erkennbare Schwachstelle, die Dich zur unterliegenden Partei macht.

      Goatfarmer schrieb:

      Meine Mädels sind von hohem Adel, sogenannte Herdbuch Ziegen, das ist dann alles wertlos wenn sie ein Bock aus der Arbeiter Klasse belegen tut.
      Mao Tse Tung: "Die Arbeiterklasse muß in allem die Führung innehaben" wird Dir die junge, revolutionäre Richterin ins Urteil schreiben.
      Und hat sie nicht Recht? Sieh Dir doch mal die degenerierten Damen des Hochadels auf den Gemälden früherer Jahrhunderte an.
      Ich will gar nicht von den verbliebenen Resten der jüngsten Zeit anfangen.
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    • @ Goatfarmer,

      es gibt doch auch Juristenforen. "Frag Deinen Anwalt.de" oder so. Weil es wirklich ein interessantes, brisantes Thema ist, würde ich das an Deiner Stelle dort einmal erfragen. Oder bei Deiner Versicherung einmal nachhaken. Auch dort sitzen Juristen, die vielleicht weiterhelfen können.
      Berichte gerne, was dort empfohlen wird.

      Danke und liebe Sonntagsgrüße!

      Elli :)
    • Ich kenne Eure Gegebenheiten leider nicht- Du schreibst, dass Besuche von den anderen Ziegen bei Euch nicht schlimm seien? Darin liegt für mich der Widerspruch.

      Das hatte ich eben noch vergessen zu schreiben mich stören die Besuche nicht, aber die eventuellen Folgen.


      ich habe noch eine ganz praktische Frage wie macht ihr das mit dem zitieren hier

      Die schwachstelle werden meine Enkel beheben sie werden zwei Reihen Stacheldraht einziehen dann ist die schwachstelle von außen behoben
    • Goatfarmer schrieb:

      ch habe noch eine ganz praktische Frage wie macht ihr das mit dem zitieren hier
      Du gehst mit dem Cursor (Maus) über die zu zitierende Stelle, sie wird farbig unterlegt und ein Fenster tut sich auf, wo Du "zitieren" anklicken kannst. Dann überträgt sich dies in ein Antwortfeld, das Du nicht mal zuvor öffnen mußt.
      Wie Du in dem Zitat im Kasten sehen kannst, habe ich offensichtlich beim Markieren das I von Ich nicht erwischt. Ich könnte jetzt dort hineinkorrigieren und das fehlende I einsetzen. Man kann in einem solchen Fenster auch noch Teile löschen, hinzufügen, also letztlich sogar das Zitat fälschen, das dann unter Deinem Namen erscheint.
      _______________
    • Die Haftung des Tierhalters ist im BGB § 833 geregelt.
      Wobei „geregelt“ relativ ist, weil der Text den Gerichten einiges an Ermessensspielraum lässt:


      „BGB § 833 Haftung des Tierhalters

      Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.
      Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist, und entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.“



      Edgar, in Deinem Fall heißt das:

      1. Das Gericht muss zu der Überzeugung kommen, dass Dir ein Schaden an Deinem Eigentum entstanden ist
      2. Das Gericht muss zu der Überzeugung kommen, dass der Verursacher und dessen Halter zweifelsfrei feststehen (es also nur dieser eine Bock gewesen sein kann).
      Dann wird das Gericht prüfen, ob es sich bei dem Bock, der den Schaden verursacht hat, um ein „Luxustier“ oder ein „Nutztier“ handelt. Also ob und in wie weit das Tier „dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist“. Da kann vieles so oder so ausgelegt werden… Die Milchkuh eines hauptgewerblichen Landwirts würde höchst wahrscheinlich als Nutztier anerkannt. Dagegen wurde schon eine trächtige Zuchtstute, die einen Unfall verursacht hatte, als „Luxustier“ eingestuft, weil der Halter zum Zeitpunkt des Unfalls noch keine Einnahmen mit der Stute (bzw. Fohlen von ihr) erzielt hatte.
      Bei dem Ziegenbock könnte die Einstufung durchaus auch zu Diskussionen führen.


      Wird der Bock als Luxustier eingestuft, ist der Halter schadenersatzpflichtig, unabhängig davon, wie sicher oder unsicher der Bock weggesperrt war und wie er entkommen und zu Deiner Ziege gelangen konnte. Das Gericht wird dann auch festlegen, welchen Betrag der Halter Dir schuldet.


      Wird der Bock als Nutztier eingestuft, wird als nächstes geprüft, ob der Halter des Bocks seine Sorgfaltspflicht verletzt hat oder nicht. Und auch hier gibt es dann wieder jede Menge Ermessensspielraum, wie die „sorgfältige Unterbringung“ eines Bocks auszusehen hat.
      Wenn das Gericht zu dem Schluss kommt, dass der Bock so untergebracht war, dass der Halter annehmen konnte, es wäre ausreichend sicher, wird es den Halter nicht zum Schadenersatz verpflichten.


      Wenn das Gericht zu dem Schluss kommt, der Bock war nicht ausreichend sicher untergebracht, kommt die nächste Überprüfung: wäre der Schaden auch entstanden, wenn der Halter seine Sorgfaltspflicht erfüllt hätte? Auch hier kann man wieder herrlich spekulieren und interpretieren…


      Kurz gesagt… vom Recht haben bis zum Recht bekommen kann es ein langer Weg sein, und es hängt sehr viel davon ab, wie der jeweilige Richter die Sachlage auslegt.


      Ohne Rechtschutzversicherung (und deren Zusicherung, dass sie die anfallenden Kosten in dem Fall auch tatsächlich übernimmt), würde ich den Halter des Bocks nicht vor Gericht bringen… Außer Du hast ein paar tausend Euro übrig für den Fall, dass der Halter von einer Schadenersatzpflicht freigesprochen wird und Du die Kosten des Verfahrens tragen musst.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Nadua ()

    • Nadua schrieb:

      Wenn das Gericht zu dem Schluss kommt, dass der Bock so untergebracht war, dass der Halter annehmen konnte, es wäre ausreichend sicher, wird es den Halter nicht zum Schadenersatz verpflichten.
      Wenn der Bock dem Halter bereits mehrfach vorgeführt hat wie sicher bzw. unsicher seine Verwahrung ist, sollte irgendwann mal der Tatbestand des Vorsatzes gegeben sein.
      Falls die Tiere einene Verkehrsunfall verursachen wird wohl auch der Besitzer zur Rechenschaft gezogen.

      Warum man die Ausflüge bisher (auf beiden Seiten) geduldet hat verstehe ich aber nicht.
      Being a vegan is a missed steak
    • Hallo Anja danke für deine ausführlichen Informationen zur rechtlichen Situation des Gesamten.

      Du hast recht mit Deiner Schlussfolgerung ob sich so etwas lohnt, sonst wird das Wasser teurer als die ganze Suppe

      der Bock mit Anhang hat uns schon öfters besucht das ist richtig und hat auch nicht gestört weil sie sich außerhalb des Zaunes bewegt haben.

      jetzt aber ist er in die Weide eingedrungen, die vermeintliche ein Eindringstelle werden wir heute Mittag sichern mit Stacheldraht wie oben beschrieben.

      Ja ist man ja auch bemüht ein gutes Einvernehmen zu haben mit seinem Nachbarn als Zeigenhalter.
    • Das sehe ich genau so! Bitte mach das nicht mit Stacheldraht- das sollte verboten werden.
      Hier in der Eifel finde ich immer noch Restbestände sogar im Wald- da, wo einst die Bauern ihre Parzellen hatten. Wieviel alten Stacheldraht ich schon entfernt habe, ist der Wahnsinn. Rostig und brüchig- ganz schrecklich auch für Wildtiere!

      LG Elli
    • Hallo Goatfarmer,

      Stacheldraht, Elekroweidezaun usw. ist alles nicht das Richtige.

      Ich habe einen Holzzaun. Pfähle in den Boden und dann Längsbretter daran schrauben bzw. auch nageln. Höhe 1,40m-1 ,50m Ist viel Arbeit, aber hält auch lange. Dann habe ich an die Pfähle noch einmal Latten nach oben genagelt und daran Elektroband gespannt und Strom drauf. Mein Bock geht jetzt nicht mehr über den Zaun und Verletzungs- und Verhederungsrisiko gleich null. Desweiteren musst Du das Innengehege interessanter machen. Jede Menge Äste rein. Buchenäste, Weidenäste. Kleine Weidenbaumstämme zum Abschälen. Tannenzweige. Eben alles, was für Ziegen interessant ist. Raufe, was zum Klettern usw.

      Grüsse
      HenryvonderWeide
      Grüsse
      HenryvonderWeide
    • Hallo Hallo zusammen nun ist es anscheinend doch passiert gewesen dass die Ziege geschwängert wurde mein Problem ist aber nun ein anderes es ist eine kleinere burenziege und der Bock war schon ein richtiger großer eine andere Art Rasse von Buren ich habe nun Angst ,vielleicht auch unbegründet dass das die kleine Ziege oder Ziegen im Bauch zu groß sind und hängen bleiben bei der Geburt

      Es kann sein, dass wir gerade in dieser Zeit nicht zu Hause sind und nur meine beiden Enkel 14 und 12 Jahre bei den Ziegen nur abends sind. .Ist meine Angst da unbegründet , richtet die Natur das schon so ein,das alles gut verläuft bei der Geburt in der freien Natur.

      Wer hat Erfahrungen mit ungleich grossen Ziegenpaaren .


      Der Ziegenbock und Vater dieses Mädels ist auch ein großer gleich großer Bock