Wie nah kann man an Bienstöcke ran?

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    • Wie nah kann man an Bienstöcke ran?

      Diesmal eine Frage zu Bienen: Eine meiner Weiden ist in der Nähe eines Bienenstocks und ich konnte schon feststellen, dass die Viecher es gar nicht mögen, wenn man in ihrer Nähe rumwerkelt, da hatte ich schon mal einen ganzen Pulk hinter mir herfliegen, als ich bei Pflegearbeiten zu sehr an einer Clematis rüttelte... Nun sind einige Kästen umgestellt worden, zeigen mit dem Ausflugloch in Richtung des ca. 2-3 m entfernten Weidezaunes. Der Imker meint, dass die Bienen nichts tun würden, musste aber auch vor seinen kleinen Lieblingen davonrennen, gerade als er mir demonstrieren wollte, wie locker man an den Kästen vorbeigehen kann :D Wisst ihr, ob Bienen und Ziegen friedlich koexistieren - oder werden Ziegen genauso angegriffen wie Menschen? Sollte ich einen zusätzlichen Zaun ziehen, um mehr Abstand zwischen die Bienen und die Ziegen zu bringen? Oder einen Sichtschutz am Zaun anbringen? Wäre es fahrlässig, es drauf ankommen zu lassen?

      Grüße
      Alli
    • Mir erklärte ein Imker auch mal den Grund dafür.

      Der natürliche Feind der Bienen war schon immer der Bär. (= eine große, menschenähnliche, dunkle Gestalt)

      Daher werden die dem Bär ähnelnden Gestalten, die sich zu nah am Bienenstock (an der Königin) aufhalten, gerne direkt vertrieben. Schließlich geht es um das Überleben des Volkes ( denkt die Biene)...

      Das finde ich bemerkenswert. Und der Rauch, den die Imker verwenden, um an die Waben zu gelangen, beruhigt die Bienen nicht ( wie ich immer dachte) sondern gaukelt ihnen nur einen Brand vor. Die Bienen bilden daher dann einen lebenden Schutzwall zur Rettung der Königin.

      Unglaublich interessante Tiere! <3

      LG Elli
    • Yes indeed, Elli.
      und ich sehe gerade Bärin Alli am Waldrand stehen und mir zuwinken: "Komm zurück"!
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      Tierliebe: Sie knuddeln, knutschen, streicheln, schlecken sie ab, ihre Samtpfoten, Fellnasen, Bidülchen, "Familienmitglieder", Seelenverwandten, heulen Rotz und Wasser im Fall von Krankheit und Tod, lassen einäschern und verwahren Urne und Foto auf dem Sideboard.
      Dann stehen sie an der Fleischtheke und sagen: "800 gr Gulasch, bitte, gut abgehangen."
    • ElliBesch schrieb:

      Und der Rauch, den die Imker verwenden, um an die Waben zu gelangen, beruhigt die Bienen nicht ( wie ich immer dachte) sondern gaukelt ihnen nur einen Brand vor. Die Bienen bilden daher dann einen lebenden Schutzwall zur Rettung der Königin.
      Mmmh. Fragt sich, was ein Schutzwall aus Bienen gegen Flammen ausrichten soll? Wenn die Bienen bei einem Feuer einfach um die Königin herum hockenbleiben, verbrennen sie samt ihr.

      Eine andere, verbreitete Erklärung für den Einsatz der Smoker in der Imkerei ist, dass die Bienen sich, wenn Rauch heranzieht, auf die Waben setzen und den wertvollen Honig heraussaugen. Vermutet wird, dass sie damit die Flucht vor einem Feuer vorbereiten. In ihren Honigblasen können Bienen Vorrat für ca. 3 Tage speichern.
      Aber auch daran gibt es Zweifel. Denn die Arbeiterinnen könnten so zwar mit mit einem Teil der Honigvorräte fliehen, und hätten dann ungefähr diese 3 Tage Zeit um einen anderen Nistplatz zu finden und dort den Neubau zu starten. Aber die Königin müssten sie zurücklassen, weil die flugunfähig ist (sofern sie sich nicht gerade zufällig aufs Ausschwärmen vorbereitet). Und ohne Königin und Brut ist das Volk trotz neuem Nest zum Untergang verdammt...

      Bei Südafrikanischen Wildbienenvölkern, die in Felsspalten und -hölungen nisten, wurde übrigens beobachtet, dass sie den Höhleneingang mit mehreren Zentimeter dicken Wänden aus Propolis verschließen, und nur winzige Löcher zum Ein- und Ausfliegen offen lassen. Hinter diesen Schutzwänden sollen einige Völker auch schon Buschbrände überlebt haben. Unseren heimischen Honigbienen, die ursprünglich in Baumhölen nisten, würde eine solche Strategie freilich auch nichts bringen... Fels brennt nicht, ein Baum schon.
    • Nadua schrieb:

      Mmmh. Fragt sich, was ein Schutzwall aus Bienen gegen Flammen ausrichten soll?
      Es war nicht von Flammen die Rede, sondern von Rauch, also Gasen.
      Das Verhalten der Bienen ist in dem Fall ein kollektives, so, wie sie sich eng um einen Feind scharen und durch Flügelschlag im Innern der Wolke für so hohe Temperaturen sorgen, daß der Eindringling durch Eiweißzersetzung stirbt.

      Nadua schrieb:

      Fels brennt nicht, ein Baum schon.
      Viele Bäume brennen nicht, sie sengen nur an. Und etwas Schwund in der Natur ist immer.
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      Tierliebe: Sie knuddeln, knutschen, streicheln, schlecken sie ab, ihre Samtpfoten, Fellnasen, Bidülchen, "Familienmitglieder", Seelenverwandten, heulen Rotz und Wasser im Fall von Krankheit und Tod, lassen einäschern und verwahren Urne und Foto auf dem Sideboard.
      Dann stehen sie an der Fleischtheke und sagen: "800 gr Gulasch, bitte, gut abgehangen."
    • Wohl so! Es entsteht Luftbewegung, "Bienenwind" vedünnt geschwind.
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      Tierliebe: Sie knuddeln, knutschen, streicheln, schlecken sie ab, ihre Samtpfoten, Fellnasen, Bidülchen, "Familienmitglieder", Seelenverwandten, heulen Rotz und Wasser im Fall von Krankheit und Tod, lassen einäschern und verwahren Urne und Foto auf dem Sideboard.
      Dann stehen sie an der Fleischtheke und sagen: "800 gr Gulasch, bitte, gut abgehangen."
    • Moin Alli,

      volkbildende Bienen mögen nichts in der Einflugschneise. Kein Imker geht direkt vor der Beute entlang, sondern stellt sich immer zum Beobachten seitlich zum Flugloch. Auf 3 m Entfernung sind die aber schon so hoch, dass es für die Bienen und Ziegen unproblematisch ist. Das wirklich gefährliche Risiko, dass Bienen abstürzen (erschöpft oder weil Regen einsetzt) und dann von den Ziegen versehentlich mitgefressen werden, ist bei +3m auch minimal.

      Beachte, dass Bienen keinen Motorlärm bzw. die Vibrationen mögen, da werden die wirklich aggressiv über mehr als 3m. Also, wenn Du unter dem E-Zaun freischneidest, nur mit der Handschere, auf keinen Fall mit der Motorsense in 5 m Umkreis um die Beute!

      By the way, Bienen und Hummeln sind nicht angriffslustig wie z.B. Wespen oder Hornissen.
      Deine Clematis-Situation: hinterherfliegen ist eher Wespenverhalten. Bienen hätten, wenn die bei der Arbeit extrem gestört und bedroht werden, vielleicht einige gestochen, aber die machen keine Verfolgungsjagd. Das sind keine Kamikaze-Flieger, sie haben es in den Genen, dass sie nach nur einem Stich sterben.

      Wenn Du trotzdem immer noch Angst hast, und die Koppel Dir gehört, pflanze an den alten Zaun Weiden, Hasel oder was immer in deiner Gegend schnell wächst, und ziehe einen zweiten Zaun davor, damit die Ziegen das Zeug nicht umgehend abfressen :D . Dann ziehen die Bienen schneller hoch durch die Blockade.
    • Hallo Ava,

      1000 Dank für die Infos! Das mit der Motorsense ist gut zu wissen, da hätte ich mich ganz naiv direkt an den Zaun begeben und versucht, ruckelfrei zu mähen. Oh Backe, das wäre ja ordentlich schief gegangen :S !

      Hinterherfliegen bei Wespen habe ich mal beim Pilzesuchen erlebt, da mussten wir lange spurten, bis wir den Schwarm abgehängt hatten. Beruhigend, dass Bienen das offenbar nicht machen, genau das war so meine Horrorvorstellung. Bei den Bienen sind wir zwar auch gerannt, aber es stimmt schon, nach einer deutlich kürzeren Strecke haben sie von sich aus abgedreht.

      Wie groß schätzt du denn die Gefahr ein, dass in der Nähe der Bienenstöcke mehr Bienen auf den Pflanzen sitzen und die Ziegen sich dann Stiche im Maul einfangen? Du schreibst, bei +3m ist das minimal, d.h. die Bienen fliegen eher weiter weg?

      Könnte man zwecks schnellerem Hochziehen der Bienen evtl. auch eine Windschutzplane an den Zaun machen?
    • Moin Alli,

      grundsätzlich sitzen in Bienenstock-Umgebung mehr Bienen auf Pflanzen als in bienenfreien. Also in meinem Blumen-/Obst-/Gemüse-Garten mit 2 Beuten darin (Schnitt je 40.000 Tiere) wuselte es von Bienen. Auf meiner Koppel ca 30 m weiter hatten die Kühe meines Koppelpächters keine Probleme. Weil auf Koppeln wachsen überwiegend Gräser etc.(windbefruchtende Pflanzen), keine Nahrungsquelle für Bienen.
      Das wirkliche Risiko sind die abgestürzten Bienen in der Einflugschneise, die krabbeln halt im Gras zur Beute / Bienenkiste. Aber davon bist Du weit genug entfernt.

      Um die Bienen zum Hochziehen zu bringen, kannst Du alles bauen. Jede optische Barriere bringt sie zum Steigen, egal ob Öko (Büsche) oder Plane oder Styro-/Blechplatten.

      Keine Angst vor Bienen. Wir benötigen sie dringend. Und alle Probleme lassen sich lösen, wenn man Zusammenhänge logisch analysieren kann.
    • Neu

      spiegel.de/panorama/notre-dame…n-stoecken-a-1263722.html

      Bestätigt hiesige Aussagen. Einige Zeitungen benutzen den Ausdruck "Wunder", andere vermeiden ihn gezielt.
      Im folgenden Beitrag ein Hinweis, warum die Atmung eine Rolle spielt (CO²)


      noz.de/deutschland-welt/vermis…ame-das-feuer-ueberlebten
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      Tierliebe: Sie knuddeln, knutschen, streicheln, schlecken sie ab, ihre Samtpfoten, Fellnasen, Bidülchen, "Familienmitglieder", Seelenverwandten, heulen Rotz und Wasser im Fall von Krankheit und Tod, lassen einäschern und verwahren Urne und Foto auf dem Sideboard.
      Dann stehen sie an der Fleischtheke und sagen: "800 gr Gulasch, bitte, gut abgehangen."