"Teenager" Verhalten

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    • "Teenager" Verhalten

      Hallo ihr Lieben,

      ich brauche bitte eure Erfahrungen.

      Unser Böckchen, 1 Jahr alt, etwickelt sich langsam zum Teenager, haben wir das Gefühl.
      Sein Schwechterchen war vom Tag 1 immer aufgeweckt und sehr verschmust, ungewöhnlich verschmust sogar, eher wie eine Katze :D ; er war halt eine Ziege. Zutraulich, aber ihm war nicht so nach streicheln. Nach der Kastration war er sogar paar Monate eher eingeschüchtert und würde eher den Kontakt meiden.
      Das hat sich vor drei Monaten schlagartig geändert und er kam auch immer zum Streicheln und hat richtig den Kontakt gesucht. Nun aber, ist er ein wenig kämpferisch unterwegs. Mein Mann fand es ja amüsant (weil das Böckchen recht klein und süß ist) und hat ihm ein Paar Mal die ausstreckte Handfläche hingehalten, die er dann gestoßen hat. Und so hat sich der Kleine beschäftigt. Es passiert aber inzwischen, dass wenn man in Hocke geht, er einem auch eine verpasst. Das finde ich weniger lustig. Wir haben schon das Gefühl, dass er spielt (zum Glück werden die beiden nicht so mega groß, da sie teils Zwerg in sich haben), aber das ist trotzdem unschön und wir möchten nicht, dass es außer Kontrolle gerät. Er lässt sich immer noch knuddeln und alles, ist wirklich sehr verschmust, aber dann kommen solche Aktionen. Ich muss dazu sagen, dass seine Kammeraden ausgewachsene Böcke sind und alle um einiges größer sind, also hat er da nicht wirklich jemand zum Kämpfen, so wie sie es manchmal machen. Als sie Lämmchen waren, hat er so mit seiner Schwester gespielt, aber sie scheint keine Lust mehr drauf zu haben.

      Was können wir machen damit sich das bessert? ?(

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag :)
    • Er ist seit Oktober kastriert.
      Unsere beiden laufen bei den Freunden in der Herde mit. Mit unseren beiden hat die Herde 8 Ziegen und ein Schaf. Sind alles sehr friedliche Tiere mit sehr wenig Knatsch. Unsere beiden sind mit Abstand die kleinsten und die jüngsten und sind vor 9 Monaten in die Herde gekommen.
      Die Spiele habe ich meinem Mann direkt verboten weil mich der Kleine nämlich nach so einem Spielchen direkt angestoßen hat als ich in der Hocke war. Da habe ich ihn direkt an den Hörnern gepackt damit er weiß, dass es so nicht geht. So wie die Freunde sagen, macht das der Kleine auch nur bei uns.
    • Gut beobachten und wenn er zum nächsten „Angriff“ ansetzt die Arme hoch heben und laut Nein, Fertig, hör auf... was auch immer rufen. Dazu ganz streng anschauen und deine imaginären Hörner auf dem Kopf in Position bringen. Will er gleich nochmal testen, das ganze wiederholen und evtl. auf ihn zu gehen so dass er Dir weichen muss.
      Er darf sich euch nicht in den Weg stellen, kein Kopf reiben und nicht an euch scharren. Durch einen Engpass (z.B Türe) gehst du vor dem Bock durch. Mit diesen „Basics“ habe ich gute Erfahrungen gemacht.
    • sanhestar, Du musst mir nicht antworten, wenn Du nicht magst, ist doch gut. Ich habe mich wohl nicht ganz in den Beiträgen gefunden oder auch nicht passende gefunden. Wir haben noch nicht einen Problemfall in der Herde, ich sagte lediglich, er spielt, das sieht man, aber wir möchten nicht, dass es ausartet. Ich frage mich wozu das Forum, wenn wir keine Fragen stellen dürfen.
    • Schaut euch mal an, wie Ziegen miteinander kommunizieren, wenn es um Hörnerspiele und Rangauseinandersetzungen geht.

      Da passieren ganz viele und sehr genau dosierte (auch wenn es nicht so aussieht), Kontakte mit den Hörnern. Von einem kurzen Antouchieren bis hin zu Vollkontakt.

      Nur können wir als Menschen das überhaupt nicht korrekt reproduzieren und vor allem beantworten wir dann das Verhalten der Ziege auf dem gleichen Level. Wir hören dann entweder zu früh auf, zu spät, reagieren zu heftig oder zu gering dosiert. Was auch immer, an den Hörnern packen hat noch nie zu einem Verschwinden dieses Verhaltens geführt, sondern immer nur zu einem häufigeren Auftreten.

      Diese Erfahrung kannst Du hier im Forum zigmal nachlesen.

      Du schreibst, bei den Besitzern der Herde macht er es nicht, nur bei euch. Was ist anders im Umgang mit ihm zwischen denen und euch?
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Danke Dir!

      Wir fassen die beiden mehr an, also streicheln. Gerade weil die Kleine sehr anhänglich ist. Sobald wir kommen und uns setzten kommt sie und will einem auf den Schoß. Er ist dann immer mehr seiner Schwester nachgelaufen. Anfangs kam er zum Streicheln und wenn er genug hatte, hat er ein Zeichen mit den Hörnchen gegeben und gut war es. Dann aber wurde er immer verspielter und fing an meinen Mann so leicht an der Hand zu stupsen. Es war eher ein Zufall. Obwohl mein Mann nur ein Mal mit ihm so gespielt hat, hatten wir die Suppe.
      Nun, kommt es dazu, dass sich der Kleine das Beinchen gebrochen hatte. Wir wissen leider alle nicht wie es passiert ist und ob der Halbstarke einen großen Bock herausgefordert hat. Er ist jetzt nur noch unter Aufsicht ein wenig draußen, da er noch die Schiene hat. Also läuft es so ab. Ich komme in seine Abtrennung, streicheln ihn. Manchmal bekommt er paar Äste oder Möhren oder wir geben ihm Heu und Wasser, was so ansteht. Er frisst, dann räumt er mir eine ab und dann kommt er zum Streicheln. Ich bin natürlich leicht verunsichert. Ich mache es jetzt so: Sobald er einmal mit den Hörnchen ausholt, gehe ich raus und ignoriere ihn. Bei den Freunden macht er so was überhaupt nicht. Sie gehen rein und raus wie sie möchten. Er freut sich auch sehr, wenn er mich sieht, also das erkenne ich schon. Und wenn er uns eine verpasst, wedelt er immer mit dem Schwänzchen. Bald kann er wieder ganz in die Freiheit und wir wollen schon langsam schauen, dass wir es mit seinem Verhalten richtig hinbekommen. Noch ist er jung und ich bin guter Hoffnung, dass wir etwas machen können zumal er eher eine schüchterne Ziege war.

      So jetzt habe ich Dich leider zugemüllt.

      PS: Habe mir gerade Deine Videos in anderem Thread angeschaut. Sind echt super. Ich stelle es mir mit unseren beiden vor :S
      Ich denke, wir haben auch super viele Anfängerfehler gemacht. Ziegen hatten wir nicht im Plan, diese Beiden haben aber Hilfe gebraucht, da sie Weise waren. Wir haben sie gerettet und uns in sie einfach verliebt. Sie ist ein sehr pflegeleichtes anhängliches Ziegenmädel, er war eigentlich auch immer pflegeleicht bis er anfing bißchen Chef zu spielen. Ich muss dazu sagen, er hat sich auch körperlich verändert. Ist recht gewachsen (für seine Verhältnisse) und sieht jetzt nicht mehr aus wie ein Baby. Da kam auch das Verhalten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nina14 ()

    • Er stößt mich. Ein oder zwei Mal und dann ist gut. Bei meinem Mann dagegen könnte er endlos so weiter machen.
      Er macht es bei mir nur, wenn ich auf seine Höhe gehe. Also gerade das Wasser und Heu in seine Box stelle, etc. Oder wenn ich auf der Wiese sitze oder gerade in der Hocke bin.
      Meinem Mann boxt er gegen die Schienbeine auch ganz normal, wenn er steht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Nina14 ()

    • Bitte nochmal genauer.

      Du gehst auf seiner Höhe - das heisst was, genau? Auf Kopfhöhe? Schulterhöhe? Wie nah an ihm dran?

      Erste Idee zum Management - ist noch KEIN Training - für die Boxenzeit:

      Wenn Du Wasser/Heu auffüllst, mach' ihm eine kleine Schüssel mit Futter zurecht und stell' die so in die Box, dass er den Eingang nicht versperren kann.

      Da kannst Du auch schon gleich mal Futterhöflichkeit üben:

      Bleibst mit Schüssel ausserhalb der Box stehen, bis er den Eingang freigibt. Anfänglich reicht da "alle vier Füsse auf dem Boden" und Kopf leicht von Dir abgewendet - das wird mit der Zeit mehr, WENN Du konsequent bleibst.

      Schüssel über die Boxentür - sofern möglich - in die Box stellen, Du bist weiterhin draussen. Evtl. kannst Du eine Krippe zum einhängen verwenden, das wäre leichter.

      Kommt er heran, wenn die Schüssel sich senkt: Schüssel geht wieder hoch, warten, bis er sich wieder abgewendet hat. Die ersten Tage ist das Geduldsspiel, also ZEIT mitbringen.

      Nicht reden, nicht rumfuchteln oder selber ungeduldig hampeln. Ruhig stehen, warten.

      Könnte man generell Futter und Wasser nachfüllen von aussen? Nur solange, bis er mehr "Manieren" gelernt hat.

      Mach' mir doch bitte mal ein Video von so einer Nachfüll/Hörnerstoss-Aktion.
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • hier mal ein älteres Trainingsvideo zum erklären, was ich meine.

      Schoko hat kein Problem mit Hornstossen, aber er stieg an den Horden hoch beim Training - Targetstab berühren.

      Also habe ich mit dem Präsentieren des Targets gewartet, bis er alle Beine auf dem Boden hatte. Rechts von ihm steht eine Schüssel, da kommt das Pausenfutter rein - weil ich parallel entweder mit ihm oder mit Baku (der läuft auch mal in's Bild) trainiert habe und so immer ein paar Minuten Zeit für die jeweils andere Ziege hatte.
      Schoko kannte schon "einen Schritt zurück", was ich genauso aufgebaut hatte wie das hier gezeigte "vier Füsse auf dem Boden".

      Für euch würde ich wirklich erst mal hinter einer Barriere anfangen bzw. die nächste Zeit schauen, dass es kein direktes Kontakt/Konfliktpotential gibt. Also entweder von aussen füttern und traineren oder durch Futter ablenken, damit ihr euch in der Box bewegen könnt (Variante zwei ist KEINE Dauerlösung).

      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Super, vielen lieben Dank. :)

      Da er jetzt noch zwei Wochen vorwiegend in seiner Box bleiben muss, bietet sich das Training auch gut an.
      Sie kamen ja auch schon ein wenig verzogen zu uns. Man weißt doch wie es im Gehege abläuft. Ziege springt an den Zaun und bekommt von den Besuchern was sie möchte. Auch wenn der kleine Bock etwas bockt :) wir haben die beiden so unheimlich gern. Sind wirklich klasse Tiere. Alleine sie zu beobachten, ist so schön :)
    • Nina14 schrieb:

      Super, vielen lieben Dank. :)

      Da er jetzt noch zwei Wochen vorwiegend in seiner Box bleiben muss, bietet sich das Training auch gut an.
      Sie kamen ja auch schon ein wenig verzogen zu uns. Man weißt doch wie es im Gehege abläuft. Ziege springt an den Zaun und bekommt von den Besuchern was sie möchte. Auch wenn der kleine Bock etwas bockt :) wir haben die beiden so unheimlich gern. Sind wirklich klasse Tiere. Alleine sie zu beobachten, ist so schön :)
      Dass sich das Böckchen nicht wohlfühlt und etwas 'verhaltensauffällig' ist, liegt sicher auch an dem 'Nicht-Abbauen-Können' seiner Energie. Ziegen als bewegungsfreudige Tiere eingesperrt zu halten (was in diesem Falle wegen des Beinbruchs absolut richtig ist) ist natürlich immer ein Problem...

      Daran sollte man auch denken...

      Alles Gute für das Böckchen

      wünscht die Elli :)
    • Ja Elli, das kommt jetzt verstärkt dazu. Die Freunde hat er aber auch ein Paar mal gestern geboxt, also liegt es zumindest nicht an uns.
      Heute hat er mit seiner Schwester durch die Abtrennung gekämpft :) Man merkt, die Energie muss raus aber ich denke, bald haben wir es geschafft. Die Fäden kamen heute weg und die Wunde (er wurde chirurgisch versorgt) sieht prima aus.

      Und heute wurde direkt mit dem Essen geübt, danke sanhestar! Es gab ein Paar Möhren und beide bekam sie nur, wenn sie fest auf dem Boden waren und ich war erstaunt wie gut es geklappt hat und wie ruhig sie dabei waren. Also muss zuerst der Mensch lernen und das das Tier.

      Danke für jeden Tipp. Ich werde berichten, aber die richtigen Hausaufgaben haben wir, wenn er wieder frei läuft. Da schauen wir Mal, ob sich das Verhalten gebessert hat, sonst haben wir noch viele Hausaufgaben vor uns :)
    • Mal sehen ob nun mein Deutsch ausreicht ... Stössen mit Hörne ist nicht gut. Bitte dein Mann sich vorzustellen was passiert wenn der Bock Gewachsen ist, und da ein Kind das Stössen kriegt!

      Weil das Böcklein klein ist, kan mann probieren ihn ganz und gar aus den Boden zu heben, ganz freundlich, aber mächtig! Stellt euch vor, was für ein Riesenbock da sein muß, um einen anderen Bock so gans aufheben zu können.

      Immer erinnern das Schmerz für eine Ziege, und besonderes für einen Bock ein sehr starkes Signal ist zum tüchtig stossen!

      Verzeihung, ich kam hier um ein bißchen mehr Deutsch zu lernen ... :D