Durch Stress verursachte verminderte Milchleistung?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Durch Stress verursachte verminderte Milchleistung?

      Hi. Ich hab in der Suchfunktion nachgeschaut, aber entweder bin ich zu blöd und hab die falschen Stichworte benutzt oder das gibt's halt noch nicht.
      Ok. Ich muss etwas ausholen. Am 01. Mai diesen Jahres haben wir unsere Hilde, eine Mixin aus Kenyan Alpine Dairy Goat und ????, von einer Bekannten geholt. Sie war da schon trächtig, nur konnte uns die Bekannte nicht sagen, wann mit der Geburt zu rechnen sei. Nun gut. Der Transport war etwas abenteuerlich und wohl nicht tierschutzkonform im Kofferraum unseres Autos (ein Xtrail ohne Hutablage, also mit Blick nach draußen). Es folgte die kompkette Umstellung ihrer gewihnten Lebenssituation: anderer Ort mit anderem Klima, anderes Futter, andere Gefährten, neugierige Hunde, andere Menschen, andere Tagesroutine. Einen Monat und drei Wochen später hat sie ihr Lamm, Hilmar, geboren. Da keiner mit gerechnet hat (wir dachten im Juli), war natürlich keiner da und so rief uns ein Nachbar an, um uns mitzuteilen, er habe bei der Geburt geholfen, weil sie es alleine nicht geschafft hätte. Aber beide haben es gut überstanden und alles ist i.O. So, gesagt wurde uns Hilde gäbe einen Liter Milch pro Tag. Hier ist es üblich die ersten 4 bis 6 Wocgen alle Milch dem Lamm/Lämmern zu lassen. Haben wir auch gemacht. Und jetzt melken wir an guten Tagen maximal 250 ml, sonst auch mal nur 180 ml. Ich finde, das ist ein großer Unterschied zu einem Liter. Jetzt hatte ne Freundin die Idee, das es vielleicht an all dem Stress und Umzug etc liegen könnte und bei der nächsten Laktation alles anders aussehen kann. Meint ihr so etwas gibt's? Oder hat man sich da einfach mal vertan im Vergleich von einer Tasse und einer Kanne?
      Wäre schön, wenn da wer einige Ideen zu hat.
      Liebe Grüße
      Yvonne
    • ich denke nicht, dass es mit Stress zu tun hat.

      Milchleistung reguliert sich an der Nachfrage direkt nach der Geburt. D.h., wenn da zwei (oder sogar drei) Lämmer saugen, wird die Mutter mehr Milch produzieren als wenn da nur ein Lamm trinkt.

      Dieser Regulationsmechanismus ist ein Feedback zwischen Milcheinschuss, getrunkener Menge und Druck auf das Euter durch die zurück bleibende Milch. Dieser Druck reduziert die Produktion.

      Nun hat eure Hilde über Wochen nur ein Lamm säugen müssen und nun kommt ihr und wollt mehr. Das funktioniert nicht innerhalb von ein paar Tagen.

      Ihr könntet durch häufigeres Melken am Tag (und ich würde über Zusatzfütterung von Energie und Eiweiß nachdenken) simulieren, dass da nun ein zweites Lamm saugt.

      Parallel würde ich ihren Wurmstatus überprüfen, denn Milchleistung geht auch runter, wenn Endoparasiten Nährstoffe klauen.
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Vorab zur geneigten Kenntnis:
      - ich bin kein Milch-, Melk-, Lammspezialist, weil ich bei Meinen nie eingegriffen oder manipuliert habe; das war einfach nie nötig.

      Die Milchleistung kommt mir gering vor, hat aber offensichtlich ausgereicht, um das Lamm zu ernähren.
      Welche Ziege gibt jemand ab, der einen nicht über alles liebt? Normalerweise die, mit der er am wenigsten zufrieden ist.
      Es ist sicherzustellen, daß Fremdtrinken ausgeschlossen ist.
      Es muß kontrolliert werden, ob sie richtig entwurmt ist.
      Es muß nachentwurmt werden, was sicher nicht erfolgt ist. Die doppelte Schafsdosis ist zu verabreichen (überall auf der Welt)

      Hierzu ein Exkurs: wir hatten hier im Forum eine Diskussion um Resistenzen bei Würmern.
      Eine hartnäckige Diskutantin beharrte darauf, es gebe Rassen, die von Natur aus wurmresistenter seien, konnte es nicht begründen, verweigerte die Nennung der wiss. Literatur, obwohl sie angeblich vor ihr lag, wollte mit Begriffen wie "resilience"
      imponieren.
      Wir besorgten die Literatur selbst und entlarvten:
      Es handelte sich um Berichte, denen zufolge man die Idee hatte, afrikanische Rassen zu kreuzen, weil bei der Einen weniger Würmer zu finden seien. Bei genauer Lektüre stellte sich der Trugschluß heraus. Jene Rasse kam aus sehr heißen Gebieten, wo logischerweise die Wurmeier und -larven eine geringere Überlebenschance im Freien haben. Bringt man diese Rasse in feuchtere Gebiete, hat man die gleichen Überlebensbedingungen beim Entwicklungszyklus der Würmer. Ende des "Resilience"-Mythos.
      _______________
    • Ok, danke.
      Also das Labor sagt, nix zu finden, was Würmer und Kokzidien angeht (wir hatten vorher alles hier entwurmt). Also das schließe ich momentan aus.

      Ihre aktuelle Kraftfuttermenge beträgt, Achtung jetzt kommts, ganze 15 gr täglich, weil sie es nicht frißt bzw. nur hin und wieder. Sie mag es nicht. 8| vielleicht frißt sie mehr, wenn ich dann mein eigenes Zeug mische, aber im Moment gibt es Tage, da frißt sie es innerhalb kürzester Zeit auf und am nächsten Tag guckt sie es mit dem Ar... nich an.

      Ich denke nicht dass Gunnar da rangeht, sie ist sehr deutlich was fremde Lämmer angeht.

      Die Frau verkauft ihre Nachzuchten regelmäßig, ist also eine ihrer Einkommensquellen. Ich mag nicht glauben, dass sie uns beschi...en hat. Nur weiß ich aus Erfahrung, und das ist nicht irgendwie böse gemeint, dass viele Kenianer aus den ganz ländlichen Gegenden meist komplett daneben liegen, wenn es ums Schätzen von Entfernungen, Gewichten und Volumen etc geht. Da heißt es: "ja is nich weit, ca 100m." Und wenn man da nach 2 km am Ziel angekommen ist, runzelt man dann schon die Stirn.

      @sanhestar: also was würdest du beim nächsten Lamm vorschlagen? Ab wann sollten wir "mittrinken"? Und was mach ich dann bei Zwillingen?
    • und sind die gemolkenen Mengen PRO Melkvorgang oder die gesamte Tagesleistung?

      Bzgl. nächster Laktation: entweder ab der ca. 2. Woche "mit trinken" = mit abmelken (was ich von der Anzahl der Lämmer und Zustand der Mutter abhängig machen würde); Lämmer ab einem gewissen Alter (da können die "Melker" mehr dazu sagen) - sie müssen auf jeden Fall noch festes Futter zuverlässig fressen - nachts von der Mutter trennen und morgens zuerst melken, etwas Milch im Euter lassen und die Lämmer trinken dann tagsüber; oder wie gehabt verfahren und die Milchproduktion langsam "anstossen".

      Ich stelle auch mal die Frage nach dem Wetter und dem Zustand der Vegetation in Kenia im Moment: wie trocken ist das Grundfutter? Hat sie genug Wasser zur Verfügung? Ist sie schon wieder tragend?
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Die Mengen sind Tagesleistung, also um die 100-120 ml pro Melkvorgang.

      Im Moment ist es zwar sonnig und bis knapp 30°C heiß, aber wir hatten hier erst ne Regenzeit, also das Grundfutter is "saftig".

      Sie hat nen Eimer (ca 8 l) mit Wasser zur Verfügung, nur richtig trinken hab ich sie selten sehen, aber Wasser is da und wird auch nachgefüllt, wenn nötig.

      Und nein, sie ist nicht tragend. War auch noch nicht wieder in Hitze...
    • Also ich berichte mal selbst:

      Habe eine Ziege, die hatte dieses Jahr nur ein Kitz. Dementsprechend hatte sie immer ein kleineres Euter. Hätte ich angefangen, sie zu melken, dann wäre da auch nicht viel rausgekommen.

      Die andere Ziege hatte Zwillinge. Habe nach fast vier monaten, nach Absetzen des Bocklammes, dann mal eine Woche gemolken und die Menge immer weiter reduziert. Das andere Kitz trank währenddessen noch bei der Mutter.
      Am ersten Tag hatte ich etwa einen Liter Milch von dieser Ziege, ohne jedoch komplett ausgemolken zu haben, danach habe ich die Abmelkmenge immer weiter reduziert und bei 300ml aufgehört.

      Beide Ziegen hatten da zum ersten Mal Kitz.

      Demnach denke ich, dass das bei dir vor allem daran liegt, dass sie nur ein kitz hat und die Milchmenge sich angepasst hat.

      Was hast du denn für Kraftfutter?

      Luzernepellets sind sehr eiweissreich und haben bei meinen enorm die Milchmenge gesteigert. Würde ich an deiner Stelle mal probieren
    • Hey, danke für die Antwort.

      Mein Kraftfutter is ein hiesiges kommerzielles und nein, präziser geht's leider nich, weil nix, aber auch gaar nix drauf steht. Daher will ich ab demnächst selber mischen. Das wäre dann maize germ meal, Desmodium und Calliandra, Mineralsalz. Calliandra und Desmodium sind eiweißreich, weil die Luzerne in meiner Farm nicht wächst und ich hab bisher nirgends Pellets gesehen. Alles nur mehliges Zeug.
      Ok, mit dem im Hinterkopf werd ich sehen was passiert. Mir fällt grad ein, dass Hilde vorher auch bereits 2 mal Zwillinge hatte.... Vielleicht hat meine Bekannte ihre Milchmenge daher bei einem Liter angesiedelt....
    • Sag nicht, sie hieß vorher schon Hilde. Du hast sie "germanisiert".
      Am vermeintlichem Stress liegt das mit Sicherheit nicht. Vorgeburtlich und geburtlich passiert da hormonell soviel, daß
      auch bei Hilde die Umsiedlungsneuerungen als Banalität und eher als interessante Bereicherungen für ein lernwilliges Wesen
      im ansonsten öden Alltag anzusehen sind.
      _______________
    • Toshihikokoga schrieb:

      Definiere bitte "enorm" in Liter bzw. Prozent.
      kann ich nicht.

      Habe nicht immer abgemessen... habe aber sehr wohl. unterschiede in euterfülle und milchmenge bemerkt.
      Glaubs mir oder nicht.

      Genaue Zahlen sind da auch nicht wichtig, es geht um meine Erfahrungen. Eine Ziege mit, eine nicht mit gefüttert. Und die unterschiede sehe ich ja deutlich...
    • Schade, auch ich als lernwilliges Wesen hätte mich über Zahlen und Fakten im öden Altag gefreut ;)

      Kleiner Tipp: wenn man immer den selben Becher benutzt und sich die Zeit der vorherigen Melkung merkt bekommt man ein gutes Gefühl für die Menge und auch deren Veränderung. Die Euterfülle sagen da (meiner Erfahrung nach) eher wenig aus - diese steigt subjektiv mit jeder Stunde die man mal später dran ist an - bei einer Stunde früher natürlich in die andere Richtung.
      Being a vegan is a missed steak
    • ja, ich benutze nicht immer den selben Becher.

      Mal die schüssel, mal jene schüssel, gemessen habe ich nur zwei mal in der zeit in der ich gemolken habe. Zu Anfang mit Kraftfuttergabe: 1l. Am Schluss beim letzten kompletten ausmelken, nachdem kraftfutter weggelassen und ich weniger abgemolken habe: 300ml. Zu jedem Zeitpunkt trank ein Kitz auch bei der Mutter

      Ich kann sehen:
      1. ziege auf reiner Heufütterung: euter nicht besonders prall, da hängt recht viel.
      2. ziege auf fetter weide: euter wird schon praller, gut gefüllt
      3. ziege auf weide und Luzerne: für eine Pfauenziege in der ersten Laktation ein beächtliches Euter.

      Momentan melke ich aber gar nicht mehr