Ohrmarken / Kennzeichnungspflicht

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    • Es geht darum, daß die juristischen Voraussetzungen (Gesetze, Verordnungen, Erlasse) für alle verbindlich sind. Manches ist auf Europaebene, Staatenebene (Spanien, Österreich usw), Ebene des Bundeslandes (Bayern, Hessen, Brandenburg usw) geregelt = festgeschrieben. Dabei kann es in Details Abweichungen geben, die aber dennoch das höhergeordnete Recht respektieren.

      Es kann also nicht in einem Regierungsbezirk Nürnberg durch einen eigenwilligen Regierungspräsidenten oder einen ihm nachgeordneten Behördenleiter eine europäische oder bundesdeutsche Regelung grundsätzlich ausgehebelt werden.

      Wenn hier im Forum nun aus kuscheltiersentimentaler Überzeugung jemand dazu aufruft: "Werft die Ohrmarken weg, versteckt Eure Tiere, jagt den Kontrolleur vom Hof, widersetzt Euch dieser Form der Tierquälerei!", so verstieße (Konjunktiv) dies gegen geltendes Recht und der Forenbetreiber, der einen solchen Beitrag duldet, kann belangt werden.

      Wie einzelne die Kennzeichungspflicht handhaben, ist in der Praxis ihnen überlassen. Mit allen möglichen Konsequenzen und ohne.
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    • Die bisherige Themen sind also voll Gefühle geworden?

      Ich wünsche sachliche fragen wie:
      * Wie kann man dieses Gesetz ändern? (Auch die EU ist doch demokratisch. Gesetze können geändert werden, wenn auch nicht besonderes schnell.)
      * Welche andere Methoden könnte es geben,Tiere zu kennzeichnen?
    • Trollmor schrieb:

      Wie kann man dieses Gesetz ändern?
      Du kannst von deinem passiven Wahlrecht gebrauch machen und in weiterer Folge die politische Karriereleiter bis nach Brüssel hinunter (nicht geografisch sondern auf der Beliebtheitsskala im Land bzw. wohl auch der Partei) klettern.

      Dort kannst du dann tierschonendere Möglichkeiten vorschlagen (über welche du hier nicht diskutieren darfst) und es wird darüber abgestimmt.
      Being a vegan is a missed steak
    • Piroschka schrieb:

      Es geht darum, daß die juristischen Voraussetzungen (Gesetze, Verordnungen, Erlasse) für alle verbindlich sind. Manches ist auf Europaebene, Staatenebene (Spanien, Österreich usw), Ebene des Bundeslandes (Bayern, Hessen, Brandenburg usw) geregelt = festgeschrieben. Dabei kann es in Details Abweichungen geben, die aber dennoch das höhergeordnete Recht respektieren.

      Es kann also nicht in einem Regierungsbezirk Nürnberg durch einen eigenwilligen Regierungspräsidenten oder einen ihm nachgeordneten Behördenleiter eine europäische oder bundesdeutsche Regelung grundsätzlich ausgehebelt werden.

      Wenn hier im Forum nun aus kuscheltiersentimentaler Überzeugung jemand dazu aufruft: "Werft die Ohrmarken weg, versteckt Eure Tiere, jagt den Kontrolleur vom Hof, widersetzt Euch dieser Form der Tierquälerei!", so verstieße (Konjunktiv) dies gegen geltendes Recht und der Forenbetreiber, der einen solchen Beitrag duldet, kann belangt werden.

      Wie einzelne die Kennzeichungspflicht handhaben, ist in der Praxis ihnen überlassen. Mit allen möglichen Konsequenzen und ohne.
      Besser hätte ich es nicht sagen können. Vielen Dank für die Erklärung.

      Wie ich damals schrieb: "Sachliche Fragen zur Kennzeichnungspflicht dürfen natürlich jederzeit gestellt werden." Es darf auch gerne über Sinn und Unsinn diskutiert werden. Aber Aufrufe zum Verstoß gegen Gesetze oder Schilderungen, dass man sich selbst nicht daran hält, können mir als Forenbetreiber direkt schaden.
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      Du kennst oder suchst einen guten Tierarzt, der sich auch mit Ziegen auskennt?
      Dann klicke bitte hier!

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    • Natürlich müssen wir dem Gesetz gehorchen, auch wenn wir es schlecht finden. Doch muss man das Gesetz in einer Demokratie ändern können, wenn es auch ein langsamer Prozess ist. Ich habe diese Ohrmarken gehasst seit 20 Jahren, weil sie den Tieren Weh tun. (Habe mit einem Tierarzt gesprochen, der sagte "Ich wünsche daß dieser Regel auch für Pferde wäre, denn Pferde sind oft von jungen Mädchen umgeben, die es gleich sehen würden, daß es dem Pferde Weh tut, und protestieren würden." Das war damals. Seit dem hat dies sich offenbar in die ganze EU verbreitet.

      Ja, es tut mir Weh im Sinn, wenn ich höre wie ahnungslose Leute über "ohrengemerktes Geld" sprechen. Die wissen es ja nicht, daß lebendige Tiere tatsächlich solche Marken herumtragen müssen.

      Ist dies so weit gemäß den Regeln dieses Forums?

      Andere Sachen ich besprechen möchte sind:
      * Warum ist det Gesetz so geschrieben?
      * Was für andere Kenzeichenmethoden kann es geben?
      * Muß man unbedingt alle Tiere in die Ohren marken, auch wenn sie nie überhaupt den Hof verlassen? Wenn ja, warum?
      * Welche Probleme können mit diesen Marken erscheinen? (Hier denke ich am Meisten auf Infektionen und Zerrissungen.)

      Ich ahne, daß diese Frage hier aufs Forum früher besprochen worden ist, und dabei starke Emotionen entstanden sind. War das so? Ja, auch ich fühle ganz stark über diese Marken! Wenn ich "hasse" schreibe, dann meine ich "hasse"! ;) Gerade deswegen finde ich es so wichtig, darüber sprechen zu können. Bitte, beratet mich, so daß wir eine sachliche Diskussion haben können! :)
    • Hi, kein Pferd oder Esel haben solche Ohrenmarken in D. Sie werden gechipt, sie kriegen am Hals ihre Erkennung unter der Haut. Das wird auch bei uns bei den Hunden oder Katzen gemacht. Manche lassen sie auch eine Nummer tätowieren. Als ich die anderen Ziegen geholt habe, war ich beim chippen dabei. Es ist wirklich nur ein kurzer schmerz, ich denke mal die vielen Kinder die Ohringe tragen geht es für Sekunden genauso, es geht schnell vorbei. Warum sollte man das ändern? Sie haben doch keine dauerschmerzen. Schlimmer finde ich andere sachen, aber das gehört hier nicht hinein.

      LG Petra
      Lebe heute, du weist nicht was morgen ist!
    • Nikoma schrieb:

      ich denke mal die vielen Kinder die Ohringe tragen geht es für Sekunden genauso, es geht schnell vorbei. Warum sollte man das ändern? Sie haben doch keine dauerschmerzen. Schlimmer finde ich andere sachen, aber das gehört hier nicht hinein.

      LG Petra
      hmm, ich bin mir nicht sicher, ob Du gerade für oder gegen Ohrmarken argumentierst.

      Ja, das Ohrlochstechen beim Menschen dauert nur ein paar Sekunden. ABER! (ich habe mehrmals Löcher stechen lassen), bis der Schmerz der Verletzung nachlässt, dauert es WOCHEN! Oft gefolgt von Entzündungen durch den Fremdkörper Ohrring.

      Und gleiches läuft bei den Ziegen ab, wobei die Heilung noch länger dauert, weil hier nicht Weichteil = Ohrläppchen, sondern Knorpel verletzt wird und das Loch auch viel grösser ist.

      Entzündungen, Schmerzen während des Heilungsprozesses. Spätere Verletzungen durch Hängenbleiben an Gestrüpp, Zaun, usw. mit Einreissen des Ohres. Teilweiser Verlust des Ohres - alles schon vorgekommen.
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Also mal meine vermutlich etwas andere Meinung zu ohrmarken:


      Ich finde die Dinger nicht schlecht. Hatte noch nie Probleme mit Hängenbleiben, Entzündungen etc. Sie ermöglichen das Führen einer Datenbank.

      Ich desinfiziere Zange, Marke und Ohr, bevor ich die Marke setze. Dann wird kurz rumgemotzt und schon bald ist wieder alles vergessen.

      Was ich allerdings mache und so vom Züchter von dem ich meine ersten Ziegen habe übernommen habe: ich setze die Marken recht nah an die "Ohrwurzel" (siehe Anhang). Ich sehe immer wieder Ziegen und Schafe, bei denen die Ohrmarken recht weit unten im Ohr sitzen. Gerade bei Ziegen mit langen Schlappohren so wie AN und Buren. Da kann ich mir vorstellen, dass die Gefahr des Ausreißens größer ist. Schlaufenohrmarken würde ich so oder so nicht verwenden.

      images.app.goo.gl/A5oYohbecqr2Eyds8

      bei einer derartigen ohrmarkenplazierung würde ich mich nicht wundern, dass da was ausreißt.

      Was ich mich jedoch frage ist, weshalb zwei Ohrmarken nötig sind. Eine würde theoretisch zur Kennzeichnung ja reichen und wenn diese ausreißt kann man im anderen Ohr einfach eine andere Nummer einziehen und die Nummer im Bestandsregister vermerken.
      So wie es momentan geregelt ist muss man nämlich bei Verlust einer Ohrmarke die zweite ebenfalls entfernen und ein neues Paar mit anderer Nummer einsetzen (im Bestandsregister vermerken).
      Bei Herdbuchtieren muss glaube ich eine Marke mit selber Nummer nachbestellt werden und wieder eingezogen werden.

      Ich Depp habe ausversehen bei einem meiner Kitze die eine Ohrmarke eingezogen und danach die andere falsch gesetzt (habe sozusagen aufgrund des rumzappelns ausversehen das ohr zusammengetackert). Habe sie sofort wieder entfernt, die Ohrmarke war dann aber nicht mehr zu verwenden (das ohr ist wieder komplett verheilt, keine Löcher) Man sieht sie ebenfalls im Bild, ganz links. Jetzt hat sie nur eine Ohrmarke

      Momentan stehe ich damit noch nicht vor einem Problem, da sie noch nicht 9 monate alt ist und auch den Betrieb zuvor nicht verlässt.

      Allerdings muss ich spätestens wenn sie neun Monate alt wird die zweite Ohrmarke auch einsetzen.

      Sie ist nicht im HB eingetragen, allerdings will ich ungerne die andere Ohrmarke entfernen und zwei neue einsetzen. Kann ich eine identische Marke nachbestellen obwohl sie nicht im HB ist?
      Bilder
      • IMG_8175.jpeg

        256,26 kB, 960×752, 4 mal angesehen
    • Das ist jetzt keine Antwort auf Clara sondern ein neuer Gedanke:
      Ich habe mal vor ner Weile hier im Forum den Tipp gelesen, Schlaufenohrmarken zu setzen und die dann sofort mit der Schere aufzuschneiden. Ich konnte das nicht ausprobieren, finde aber die Idee theoretisch klasse, weil dann die Verletzungsgefahr gebannt ist und die zwei halben Schlaufen sehr klein sind.

      Gibt es dazu neue Erfahrungsberichte?
    • Neu

      ClarasZiegen schrieb:

      Was ich mich jedoch frage ist, weshalb zwei Ohrmarken nötig sind. Eine würde theoretisch zur Kennzeichnung ja reichen und wenn diese ausreißt kann man im anderen Ohr einfach eine andere Nummer einziehen und die Nummer im Bestandsregister vermerken.
      Gegenfrage: wenn eine deiner Ziegen ausbricht (oder auf der Alm verloren geht) und sich unterwegs eine Ohrmarke ausreisst - wie will der Finder dann das Tier zuordnen können? Die Wahrscheinlichkeit dass beide Ohrmarken in kurzer Zeit verloren gehen halte ich für mehr als gering.

      Dass du dir die Marken in deinem Betrieb bzw. die Tiere und dazugehörige Merkamle wie Geburtsdatum oder Elterntiere merkst kann ich mir durchaus vorstellen, bei der Kennzeichnung gehts aber auch nicht darum dass du deine Tiere unterscheiden kannst sondernd darum dass es auch ein Außenstehender im notwendigen Fall kann (beispielsweise der Tierarzt bei Medikamentenabgabe oder Blutuntersuchung).

      Für eventuelle Seuchenfälle würde zumindest in Österreich die Betriebsnummer und Anzahl der gehaltenen Tiere auch ausreichen.
      Ebenso müssen Tiere bei Hausschlachtungen nicht gekennzeichnet sein (sofern jünger als 9 Monate in DE bzw. 6 Monate in Ö). Der Schalchthof braucht die Nummer wiederum um bei eventuellen Beanstandungen die Herkunft des Tieres zurückverfolgen zu können (und auch für die Verrechnung und schon für den Transport bis dahin).
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    • Neu

      ClarasZiegen schrieb:

      Was ich mich jedoch frage ist, weshalb zwei Ohrmarken nötig sind.


      Einige Bundesländer lassen auch andere Kennzeichnungs-Varianten zu.

      In Baden-Württemberg z.B. gibt es für Schafe und Ziegen folgende Optionen:

      • Ohrmarke mit Transponder plus Ohrmarke ohne Transponder
      • Ohrmarke mit Transponder plus Fußfessel ohne Transponder
      • Bolus mit Transponder plus Fußfessel ohne Transponder
      • Bolus mit Transponder plus Ohrmarke ohne Transponder

      Unsere Zwerge hatten schon ihre Ohrmarken, glücklicherweise die kleinen Allflex Adamatic/Elektromatic und glücklicherweise bislang verletzungs- und beschwerdefrei.

      Sonst hätte ich wahrscheinlich auf Bolus plus Fußfessel gesetzt - sofern ich a) einen Tierarzt gefunden hätte, dem ich zutrauen würde einer Zwergziege einen Bolus zu setzen und b) die Fußfesseln an Zwergenbeine passen.
    • Neu

      Nadua schrieb:

      a) einen Tierarzt gefunden hätte, dem ich zutrauen würde einer Zwergziege einen Bolus zu setzen
      das kann man selbst machen

      Nadua schrieb:

      b) die Fußfesseln an Zwergenbeine passen
      ZZ haben ungefähr den selben Beinumfang wie Großziegen. Weiters wird die Fußfessel bereits im nicht adulten Alter gesetzt, womit ein gewisser Freiraum ohnehin notwendig ist.

      Dennoch bleibt immer die doppelte Kennzeichnungspflicht - eine Ohrmarke allein ist folglich zu wenig.

      PS: Mir wären Ohrringe lieber als ein Mikrochip (weder unter der Haut und erst recht nicht im Verdauungstrakt).
      Being a vegan is a missed steak
    • Neu

      Toshihikokoga schrieb:

      Gegenfrage: wenn eine deiner Ziegen ausbricht (oder auf der Alm verloren geht) und sich unterwegs eine Ohrmarke ausreisst - wie will der Finder dann das Tier zuordnen können? Die Wahrscheinlichkeit dass beide Ohrmarken in kurzer Zeit verloren gehen halte ich für mehr als gering.
      darüber habe ich nicht nachgedacht, da ich in meinem fall ein zwei mal täglich mindestens bei den Ziegen bin und checke. Du hast aber recht, auf der Alm oder so macht es natürlich sinn!


      Nadua schrieb:

      Bolus mit Transponder plus Ohrmarke ohne Transponder
      genau da wäre meine Frage gewesen, ob man das auch selber machen kann. Wurde ja beantwortet.


      Von allen Möglichkeiten finde ich doch irgendwie die Ohrmarke am besten. Sofern man sie gescheit setzt.


      Und hat nochmal jemand eine Antwort auf die Frage, ob ich auch für ein Nicht HB tier eine Ohrmarke nachbestellen kann? So dass ich nicht die andere nochmal rausnehmen muss?