Ziegenrassen für ganzjährige Freilandhaltung ohne Unterstand

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    Heute (6. März 2020) feiert das Forum seinen 19. Geburtstag - neben Silvester wohl einer der Tage, an denen am häufigsten darüber sinniert wird, was bisher geschah und was da noch so kommen soll. Darin stellt das Forum keine Ausnahme dar. Das Ergebnis dieser Gedanken will ich Euch mit einem Liedtext von Unheilig mitteilen:

    Nichts im Leben ist unendlich.
    Der Abgrund folgt nach dem Zenit.
    Jede Erinnerung ist zu wertvoll,
    um nur aus Stolz kein Ende zu sehen.

    Es ist Zeit zu gehen.
    Wir danken euch für all die Jahre.
    Auch wenn es weh tut,
    ist es Zeit für uns zu gehen.

    In diesem Sinne bedanke ich mich bei allen, die in den ganzen Jahren den Ziegen-Treff online und im echten Leben zu dem gemacht haben, was er war. Ich durfte viele nette Bekanntschaften machen, teilweise sogar Freundschaften knüpfen. Aber irgendwann naht bei jeder Reise das Ende. In diesem Fall wird dies der 20. Geburtstag des Forums sein, also der 6. März 2021.

    Ich gebe dies deshalb so früh bekannt, weil ich mich freuen würde, wenn sich in dem Jahr, das noch bleibt, jemand finden würde, der den Willen und den technischen Hintergrund hat, das Forum weiterzuführen. Für mich persönlich wird dieser Tag definitiv der Abschluss einer langen, meist schönen Reise. Es ist Zeit zu gehen.
    • Ziegenrassen für ganzjährige Freilandhaltung ohne Unterstand

      Guten Abend,

      ich bin kein Ziegenhalter und hatte bisher auch nichts mit Ziegen am Hut (ist nicht abwertend gemeint).

      Wir selbst halten hobbymäßig eine kleine Schafherde von z.Z. knapp 50 Stück. Diese ist ganzjährig auf verschiedenen Flächen in der Umgebung unterwegs, im Sommerhalbjahr auf eigenen Flächen und im Winterhalbjahr in Zweitzutzung auf landwirtschaftlichen Heuflächen + ungenutzte Restücken. Auf bestimmten Flächen bzw. in Randbereichen ist Ver-/Entbuschung natürlich ein Thema.

      Aufgrund eines Filmausschnittes und meiner eigenen Situation möchte ich aber gerne eine Frage an die Experten hier im Forum stellen. In dem Beitrag aus dem Schwarzwald waren Ziegen im Regen zu sehen, wie sie an Büschen rumknabberten (große Entbuschungsfläche). Der Vegetation nach schien es min. Spätherbst zu sein. Ein Unterstand war bei diesem Filmausschnitt nicht zu sehen, wurde aber evtl. auch einfach nur nicht von der Kamera erfasst. Das Ganze hat mich nachdenklich gemacht.

      Gibt es Ziegenrassen die sich für eine ganzjährige Freilandhaltung ohne Unterstand eignen?

      Bisher bin ich immer davon ausgegangen das so eine Haltung bei uns nicht möglich sei und habe mich daher auch nicht näher mit dem Thema Ziegen beschäftigt. Sollte es aber doch solche wetterharten Rassen geben (vielleicht aus dem Alpenraum???), läge es natürlich nahe ggf. noch eine handvoll Ziegen in die Schafherde zu integrieren um so die Verbuschung einzudämmen und zurückzudrängen.

      Vielen Dank für eure Hilfe.

      Ich wünsche allen ein schönes Weihnachtsfest.

      Grüße Marcus
    • also die Walliser Bergziegen, Buren und Thüringer Waldziegen, die wir das ganze Jahr draussen haben, geniessen die Dächer, die Sie haben.
      Walliser sind robust und bleiben auch mal im Schnee draussen, die Buren mögen das weniger....

      Ich würde keine Ziegen halten, die keinen Unterstand haben......

      gruss
    • Ziegen ohne Unterstand zu halten ist tierschutzrechtlich bedenklich. Wenn das jemand dem Veterinäramt meldet, könnt ihr Ärger bekommen.

      Ich persönlich würde es den Ziegen auch nicht zumuten wollen. Bin aber zugegeben durch unsere Zwergziegen geprägt, die schon bei den ersten Regentröpflein zur nächstgelegenen Überdachung sprinten. Da müsste der Hunger schon sehr groß sein, dass die sich in den Regen stellen. Es mag Ziegen(rassen) geben, die weniger empfindlich sind. Aber auch bei denen hätte ich spätestens in der kalten Jahreszeit kein gutes Gefühl ohne Unterstand. So ein Ziegenfell, selbst das dichte Winterfell, bietet mangels Lanolin einfach keinen so guten Nässeschutz wie die Schafswolle, und wenn es dann noch kalt und zugig ist... So ein Unterstand schütz ja nicht nur vor Regen, sondern auch vor Wind und Zugluft.

      In diesem Artikel zur Beweidung mit Ziegen (anl.bayern.de/fachinformatione…g/7_6_ziegenbeweidung.htm) werden u.a. Nera Verzasca, Tauernschecken, Burenziegen und Witzenhäuser Landschaftspflege-Ziegen (Kreuzung aus Buren-, BDE und Kaschmirziege) als relativ robust und geeignet für die ganzjährige Freilandhaltung genannt. Aber selbst da heißt es, dass zumindest im Winterhalbjahr ein Unterstand mit reichlich trockener Einstreu unerlässlich sei.

      Vielleicht wären mobile Weidezelte eine Option für euch, die mit den Tieren von Fläche zu Fläche umgezogen werden?

      Die andere Frage ist, ob die Einzäunung der diversen Flächen auf Ziegenhaltung ausgelegt ist. Und falls nein, ob ihr da nachrüsten könnt und wollt. Was für Schafe ausreicht, hält nicht automatisch auch Ziegen auf...
    • ganzjährig ohne Unterstand ist meiner Meinung und meiner Erfahrung nach NICHT möglich.

      Ja, Ziegen können durchaus mehr Regen ab, als allgemein angenommen wird, aber das nicht unbegrenzt und in keiner Weise im gleichen Umfang wie Schafe. Sie können (!) ein einigermassen regenabweisendes Fell entwickeln (edit: was ca. ein Jahr (!) dauert, abhängig davon, wie sie aufgewachsen sind und vorher gehalten wurden), fühlen sich aber bei Regenwetter im grossen und ganzen unwohler als Schafe oder Ponies oder Rinder.

      Sie frieren schneller, werden dann inaktiver und es kann, vor allem bei älteren Tieren dann auch zu Pansenproblemen kommen. Unterkühlung ist durchaus ein Thema bei Ziegen.

      Dazu kommt die höhere Anfälligkeit der Klauen, wenn diese konstant nass sind, auch Zwischenklauenentzündungen kommen dann häufiger vor.

      Fazit, in Übereinstimmung der anderen Beiträge: Unterstand ist nötig, ohne geht es nicht.
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von sanhestar ()

    • Hallo zusammen,
      vielen Dank für eure Antworten.
      Dann lag ich wohl doch nicht so verkehrt mit meiner ursprünglichen Meinung.

      Weidezelte (o.ä.) oder gar Wagen sind leider nicht wirklich möglich (u.a. Hang, Herdenschutzhunde, etc.). Auch der Zeit- bzw. Arbeitsaufwand diese Objekte jeden zweiten Tag ein Stück weiter zu buchsieren oder von einer Fläche zur anderen zu transportieren ist m.M.n. (insbesondere für eine einzelne Person) nicht zu unterschätzen, insbesondere wenn man keine Tore sondern komplett geschlossene Zäune hat.

      Die Ziegen nur im Sommer mitführen ist auch keine Alternative, da wir keinen geeigneten Stall + Auslauf haben. Auch das Umtreiben von einer Fläche zur anderen würde dann wahrscheinlich Probleme mit sich bringen, da die Ziegen das nicht gewöhnt sind. Aus diesem Blickwinkel würde auch das Kaufen im Frühjahr und das Verkaufen im Herbst keinen Sinn machen bzw. wäre sehr aufwändig. Hier spielt dann auch immer eine Rolle, wie gut die Tiere von klein auf an den E-Zaun gewöhnt sind. Wir hatten mal einen knapp zwei Jahre alten Schafbock der kannte das nicht und hat ständig versucht durch oder über den Zaun zu gehen, wir konnten nichts machen. Letztendlich ist er in einem verendet.

      Die Höhe des Zaunes wäre bei uns wahrscheinlich kein Problem gewesen. Momentan haben wir zwar nur 90 cm aber ab nächstem Jahr sind wir mit einem anderen Zaunsystem bei 120 cm. Das hätte doch gereicht, oder?

      @sanhestar
      Kann es sein das du mal im Pferdekutscherforum aktiv warst? Dein Name kommt mir nämlich irgendwie bekannt vor.

      Na dann wünsche ich euch allen ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch.

      Grüße Marcus
    • PrinzB schrieb:

      @sanhestar
      Kann es sein das du mal im Pferdekutscherforum aktiv warst? Dein Name kommt mir nämlich irgendwie bekannt vor.
      ja!

      Eine kleine Gruppe Ziegen könnte in einem alten Pferde- oder Viehhänger Unterschlupf finden, nur so als Gedanke.......

      Alternativ könntest Du evtl. mit einem regionalen Ziegenhalter eine Beweidungsgemeinschaft eingehen. Hatte ich vor einigen Jahren mit einem Schäfer, der keine Ziegen mehr selbst halten wollte. Wir sind auf die überwiegend verbuschten Flächen gegangen, er ging mit den Schafen einige Wochen später hinterher zum nachweiden.
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen