Transport - was gibt es noch zu beachten?

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    • Transport - was gibt es noch zu beachten?

      Halli hallo!

      Ich ziehe demnächst von BaWü nach Sachsen (Studienortswechsel) und - wer hätte es gedacht - die Ziegen kommen mit.

      Dort kommen sie in eine bereits bestehende Herde von Selbstversorgern und dürfen bei der Landschaftspflege helfen. Ich werde neben dem Studium dann auch ein bisschen auf dem Hof mithelfen.

      Meine Ziegen (vier Kitz von Februar und März, zwei einjährige und zwei Ausgewachsene) sind natürlich alle gekennzeichnet, Begleitpapiere etc werde ich selbstverständlich ausstellen.

      Die Fragen allerdings:

      Welche Hängergröße ist da geeignet? Ich hatte an einen zweier Pferdeanhänger gedacht in den ich dann zur Polsterung auch noch ein paar Heuballen an die Wände lege. Ziegen werden selbstverständlich nicht angebunden.
      Mein Vater fährt uns netterweise.

      Soll man Pausen einlegen und die Ziegen kurz rauslassen am Waldrand oder so? Oder ist es besser einfach so schnell wie möglich durchzufahren?

      Wie macht man das mit Wasser? Im Hänger einen Eimer platzieren geht ja schlecht.

      Was muss ich sonst beachten?

      Vielen Dank schonmal :)

      LG
    • Wie sieht es in BaWü mit Blauzunge aus? Hier in Hessen gibt es grossflächige Sperrgebiete, aus denen die Ziegen nur mit gültiger Impfung raus dürfen.

      Bzgl. Pausen: ich würde die Tiere im Hänger lassen. Aus- und einladen in unbekanntem Gelände..... nicht so prickelnd.

      Wasser: wie lang wird die Fahrzeit sein?

      Einstreu im Hänger nicht vergessen und "polstern" würde ich eher nicht. Die Ballen verführen zum draufspringen, was das Unfallrisiko erhöht.

      Die hintere Klappe, vor allem den Bereich, wo nur Plane ist, sichern gegen herausklettern/herausspringen. Also entweder Plane runter oder ein sog. Fohlengitter. Seitliche Einstiegstüren ebenfalls von aussen sichern. Die haben nämlich meistens innen eine Klinke und die kann von Ziegen dann betätigt und die Tür so geöffnet werden - hatten wir mal, gottseidank auf einem Feldweg.
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • ClarasZiegen schrieb:

      Hmm stimmt, Blauzunge müsste ich evtl noch impfen, was sind da Wartezeiten?

      Baden-Württemberg ist nach wie vor Sperrgebiet, d.h. wenn man Tiere aus Ba-Wü in ein anderes Bundesland verbringen will, sind die entsprechenden Vorschriften einzuhalten.

      1. Möglichkeit: Impfen

      Dazu muss erst die Grundimmunisierung gemacht werden, das sind (abhängig vom verwendeten Impfstoff) typischerweise 2 Impfungen im Abstand von 3 Wochen.
      Danach sind entweder mindestens 60 Tage Wartezeit einzuhalten, oder man macht frühestens 35 Tagen nach der Grundimmunisierung einen PCR-Test, der negativ ausfallen muss. Erst dann dürfen die Tiere verbracht werden.

      2. Möglichkeit: Testen

      D.h. entweder positiver Antikörpernachweis (1. Test zwischen 360 und 60 Tage vor der Verbringung, 2. Test nicht älter als 7 Tage) ODER positiver Antikörpertest mindestens 30 Tage vor der Verbringung und negativer PCR -Test nicht älter als 7 Tage

      Nachzulesen hier:
      tierseucheninfo.niedersachsen.…r_2019_Stand_02_2020_.pdf


      Nachtrag: Wenn der Antikörpernachweis negativ ausfällt, bleibt folglich nur impfen... Du solltest das also schnellstmöglich angehen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nadua ()

    • Geschwindigkeitsbeschränkungen für Anhänger nicht vergessen einzuplanen - mit 100km/h Durchschnitt zu kalkulieren wird sich nicht ausgehen.

      Weiters:
      openagrar.de/servlets/MCRFileN…iertransporte-2015-11.pdf

      C 2 Befähigungsnachweis für Personen, die Tiere transportie-ren Nach Artikel 6 Abs. 5 der Verordnung (EG) Nr. 1/2005 dürfen Straßenfahrzeuge, auf denen Haus-equiden, Hausrinder, Hausschafe, Hausziegen, Hausschweine oder Geflügelbefördert wer-den, nur von Personen gefahren oder als Betreuer begleitet werden, die über einen Befähigungs-nachweis gemäß Artikel 17 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 1/2005 verfügen. Dies gilt nicht für Per-sonen, die Tiere, gerechnet ab dem Versandort bis zum Bestimmungsort, über eine Strecke von maximal 65 km transportieren. Für die Beförderung von anderen als landwirtschaftlichen Nutztieren ist kein Befähigungsnachweis erforderlich.Voraussetzungen:
      1. Der Befähigungsnachweis wird nach den Maßgaben des Anhangs IV der Verordnung (EG) Nr. 1/2005 und des § 4 der Tierschutztransportverordnung vom 11.2.2009 erworben. Danach muss der betroffene Personenkreis einen vollständigen Lehrgang entsprechend den Vorgaben des Anhang IV Nr. 2 erfolgreich abgeschlossen und eine von der zuständigen Behörde anerkannte Prüfung abge-legt haben.
      2. Alternativ dazu wird der Befähigungsnachweis (Anlage C 2.3) auf Antrag auch dann erteilt, wenn eine nach dem 5. Januar 2007 abgeschlossene Berufsausbildung in den Berufen Fleischer (Ausbil-dungsrichtung Schlachten), Landwirt, Pferdewirt, Tierpfleger, Tierwirt oder vergleichbarer Berufsab-schlüsse sowie ein nach dem 5. Januar 2007 erfolgreich getätigter Abschluss eines Hoch- oder Fachhochschulstudiums im Bereich der Landwirtschaft oder der Tiermedizin nachgewiesen wird. Dies gilt auch für den Nachweis einer nach dem 5. Januar 2007 und vor dem 19.2.2009 bestande-nen Sachkundeprüfung nach § 13 Abs. 3 der Tierschutztransportverordnung in der Fassung derBekanntmachung vom 11. Juni 1999 (BGBl. I S. 1337).
      Mittels Einzelfallprüfung kann die erforderliche Fachkunde im Sinne des § 4 Abs. 1 Ziffer 2 letzter Teilsatz der Tierschutztransportverordnung vom 11.2.2009 („ ...oder anderer anerkannter Berufsab-schlüsse oder Nachweise, die die erforderliche Fachkunde voraussetzen“) auch durch ent-sprechende Nachweise erbracht werden, die belegen, dass die entsprechenden Maßgaben des Anhangs IV Nr. 2 der Verordnung (EG) Nr. 1/2005 Gegenstand einer Ausbildung und unabhän-gigen Prüfung waren.
      Being a vegan is a missed steak
    • die_Alex schrieb:

      ClarasZiegen schrieb:

      . Wie sichere ich denn die seitlichen Türen am besten?
      Abschließen.
      wenn das nicht geht, die Aussenklinke stramm festbinden. Oder, falls es der eigene Hänger ist, draussen noch einen oder zwei zusätzliche Riegel anschrauben.

      Einstreu: würde ich Heu nehmen, dann haben sie auch noch was zum Knabbern. KEINE Heunetze!
      Sabine M.H.
      working-goats.de Pack- und Fahrziegen
    • Huhu,

      so, Dienstag geht's los.

      Wir haben einen alten zweier Pferdeanhänger gekauft, aufgefrischt (hat jetzt auch TÜV) und ein wenig umgebaut. Schloss ist an der Tür, abschließen kann ich auch.

      In Leipzig werde ich den Anhänger dann als mobilen Weideunterstand benutzen.

      Ziegen sind jetzt BTV geimpft.

      Neue Fragen:

      Sollte man den Ziegen vor dem Transport zB Bachblütentropfen geben?
      Und was das Wasser angeht: also wir schätzen ca 8 bis 9h fahrt. Soll ich im Anhänger einen Eimer fixieren?

      LG
    • ClarasZiegen schrieb:

      Soll ich im Anhänger einen Eimer fixieren?
      Ja, aber nicht befüllen. Erst wenn ihr eine Pause macht. Während der Fahrt trinken weder Ziege noch Kitze, beim Bremsen und Beschleunigen schwappt das Wasser auch gerne über - da kann man noch so vorsichtig fahren.

      9h würde ich übrigens nicht auf den Transportschein schreiben, das wäre dann Langstrecke mit all seinen Zusatzbestimmungen ;)

      Wichtig ist, die Ziegen nicht direkt von der Weide zu holen sondern bereits über Nacht im Stall zu lassen und gutes Heu füttern.
      Das hat 2 Gründe:
      1) Heu macht mit weniger Volumen satt - mit überfüllten Bauch liegt man bekanntlich nicht so gut (und so manche Spezialistin steht sich auch gerne die Beine in den Bauch)
      2) Die Einstreu bleibt eher trocken wenn das Futter nicht zu 80% aus Wasser besteht ;)
      Being a vegan is a missed steak
    • ClarasZiegen schrieb:

      Rescue tropfen, sinnvoll oder eher nicht?
      Ziegen sind neugierige und belastbare Lebewesen.

      ClarasZiegen schrieb:

      in den pausen tränken
      Wunder Dich nicht, wenn sie nicht trinken. Ziegen können sehr lange ohne zu trinken ausharren. Es ist gleichwohl eine Vorschrift, eine
      Trinkmöglichkeit mitzuführen.

      Eine Fahrt am Sonntag ohne Lkw-Verkehr wäre besser für alle. Nicht nur wegen des Lärms.
      _______________
    • Danke Piroschka :)

      ja das mit dem nicht trinken kenne ich. Meine trinken auch bei Affenhitze oft nicht, wenn sie auf der Weide sind.

      Sonntag bekommen wir leider nicht hin (wäre auch mir lieber), da mein Vater fährt und wir daher was die Planung angeht komplett von ihm anhängig sind.
      Ich frage aber nochmal, mir wäre es nur recht.

      Liebe Grüße
    • hat alles super geklappt, sind seit ner Woche jetzt hier :)

      Was mir allerdings aufgefallen ist, ist dass die Ziegen trotz des übermäßigen Futterangebots (Brombeeren, Rosen, gras, Gestrüpp, Sauerkirsche und vieles mehr) nie so kugelrund gefressen sind wie in Freiburg wo es jedoch fast nur kurzes gras und Spaziergänge für sie gab.
      Müssen die Ziegen sich erstmal an die Umstellung gewöhnen? Das Futterangebot ist doch etwas anders, auch etwas trockener.

      Soll ich zufüttern? Momentan gibt es nur in geringen Maßen Leckerlies.

      LG
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    • Also meine Ziegen bekommen 365 Tage im Jahr mindestens 2x täglich Raufutter angeboten - zusätzlich zum Weidegang und Spaziergängen, auf denen sie auch fressen - und sie stürzen sich darauf. Momentan ist das Stroh sogar noch beliebter als das Heu.
      Schönen Gruß aus der belgischen Eifel
      Judith

      Für mich ist das Leben eines Lamms nicht weniger wertvoll, als das Leben eines Menschen. (Mahatma Gandhi)

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      www.ziegenworkshop.com